eVscope Teleskop – Ich seh den Sternenhimmel

Toller Sternenhimmel auch bei starker Lichtverschmutzung – eVscope (Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Dank dem eVscope Teleskop sollen jetzt auch die Großstadtkinder in den Genuss eines opulenten Sternenhimmels kommen… trotz der ganzen Lichverschmutzung. Ob das funktioniert? Es gibt ja nicht umsonst mittlerweile Regionen, die sich auf Grund geringer Lichtemissionen Nachts zum Sternenpark ausgerufen haben. Hamburg gehört eindeutig nicht dazu.

Umso cooler wäre es da natürlich, wenn man mit dem Teleskop einfach schnell auf den Spielplatz neben an gehen und dem Nachwuchs die Pracht der Milchstraße nahbringen könnte. So ein ordentlicher Sternenhimmel ist ja nicht nur was für den geneigten Geek.

Ok, in Hamburg scheitert das leider oft schon am Wolkenhimmel, aber trotzdem wäre hier ein Teleskop, dass sich gegen tausende von Straßenlaternen behaupten kann, grandios.

Ab ins Digita mit dem eVscope Teleskop

Das eVscope Teleskop verspricht genau das Problem gelöst zu haben. Doch wie geht es dabei vor? Von der Grundkonstruktion her ist es ein Spiegelteleskop mit 11,45cm (4,5 Inch) Spiegeldurchmesser, 50/100/150-facher Vergrößerung und 450mm Brennweite. Das an sich ist jetzt aber eher Standardkost im Hobby-Astronomen-Bereich.

Die hohe Lichtausbeute erreicht das eVscope mit einem Trick, den vermutlich so mancher Backer im Überschwang der Begeisterung übersehen wird. Das aufgefangene Licht wandert nicht über ein Okular ins Auge des Betrachters. Vielmehr wird das Licht direkt auf einen extrem Licht-empfindlichen und rauscharmen 1/3″ CMOS-Sensor geworfen. Hierbei handelt es sich um einen Sony imx224, der mit 1.2 MP eine Auflösung von 1280×960 Pixel schafft.

Somit ist im eVscope dann auch kein analoges Okular verbaut. Vielmehr wir an Stelle des Okulars ein Micro-OLED eingesetzt. Das sollte sich jeder vor seinem Pledge bewusst sein. Man schaut also nicht direkt in die Sterne sondern nur auf ein kleines Display. Wie hoch das Display auflöst wird nicht erwähnt. Ich würde aber mal vermuten, dass die Auflösung vergleichbar mit der Sensor-Auflösung des CMOS sein dürfte.

Der Lichstrahl wird auf den CMSO geschickt, nicht in das Okular (Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Weißt du wieviel Sternlein stehen…

Wer sich also von dem Okular-Display nicht abschrecken lässt, wird einen schönen, elektronisch erfassten Sternenhimmel zu Gesicht bekommen. Damit das möglichst komfortabel von statten geht, ist das Teleskop mit dem Smartphone koppelbar und mit diversen Sensoren und Motoren ausgestattet. Es kann also die gewünschten Objekte selber anfahren. Sehr komfortabel.

Für die Navigation nutzt das eVscope neben den eingebauten Sensoren übrigens auch eine Sternenkarten-Bibliothek, mit der es die aufgenommenen Konstellationen abgleicht. So kann dann wirklich jeder Mars, Saturn oder M87 finden.

Ein weiteres ,nettes Feature ist die Möglichkeit, sein eVscope remote Forschern zur Verfügung stellen zu können. eVscope ist in Kooperation mit SETI entwickelt worden. So wird professionellen Astronomen weltweit ermöglicht, bei entsprechender Freigabe auf die Teleskope zugreifen zu können. Ganz getreu dem Motto: „Viele Augen sehen mehr“. Eine wirklich schöne Idee.

(Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Tut das Not?

Die große Frage ist nun, ob man das eVscope wirklich braucht. Man muss nämlich 1299$ für den Early Bird auf den Tisch legen. Wer schon ein vergleichbares Spiegel-Teleskop besitzt tut vielleicht besser daran, sich eine Okular-Kamera mit dem gleichen Sensor solo zu kaufen. Ist mit etwa 220 Euro dann doch deutlich billiger.

Die Systeme um den gewünschten Stern automatisch anfahren zu können gibt es ja nun auch schon länger und der ambitionierte Astronom dürfte damit vermutlich schon eingedeckt sein.

So gesehen richtet sich das eVscope wohl eher an den gut betuchten Neueinsteiger mit etwas Geduld. Auslieferung ist erst für November 2018 geplant. Das spricht jetzt allerdings eher für die Initiatoren. Wir haben es hier mit einem doch recht komplexen Produkt zu tun und somit wäre eine kurze Lieferzeit vermutlich eher unrealistisch.

Ob die Bildqualität des elektronischen Okular ausreicht lässt sich jetzt freilich noch nicht beurteilen. Der Backer SpicyLobster hat jedenfalls im Kommentarbereich wohl schon in San Franzisco einen Blick durch einen Prototypen werfen können und war ganz angetan.  „I saw a demo of the product in SF last night and it was amazing. Even in our crazy light polluted city,“

Klingt doch nicht schlecht.

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