Everysight Raptor AR Smartglasses – mit alles und scharf, bitte!

Projektion direkt auf das Brillenglas – Everysight Raptor AR Smartglasses (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Kaum nörgelt man, dass das Thema Smartglasses irgendwie tot ist, schon wagt sich nach der Zwim mit den Everysight Raptor AR Smartglasses ein weiterer, neuer Kandidat ans Tageslicht.

Wie nicht anders zu erwarten stehen auch bei den Everysight Raptor AR Smartglasses mal wieder die Sportler im Fokus und genau wie bei Recon Jet & Co. dürfen sich die Rennrad-Fahrer mal wieder darüber freuen, bedacht zu werden.

Da lohnt sich doch schon mal ein etwas genauerer Blick, auch wenn man noch keine Bestellung oder Unterstützung bei einer Crowdfundingkampagne tätigen kann. Immerhin kann man sich schon in die obligatorische Mailing-Liste eintragen, damit man dann zum geplanten Start am 15.11.17 gleich mit an Bord sein kann.

Bevor wir uns aber genauer mit den Bestell-Modalitäten befassen werfen wir erst mal einen Blick auf die technischen Details

 Everysight Raptor AR Smartglasses im Detail

Der größte Unterschied zu den bereits am Markt erhältlichen Sport-Smart Glasses dürfte die Methode der Datenprojektion sein. Während die bereits bekannten Kandidaten die Informationen über ein kleines, seitlich sitzendes Prisma auf ein Auge einspiegelt, sitzt bei den Everysight Raptor AR Smartglasses der Projektor im oberen Rand der Brille. Von dort wird das Bild mit einer WVGA+-Auflösung auf das leicht schräg gestellte Brillenglas geworfen.

Ich hasse übrigens diese blöden Abkürzungen für Auflösungen. Da kann höchsten 1% der Menschheit etwas mit anfangen. WVGA ist irgendwas zwischen 768×480 und 854×480 Pixel. Genauer lässt sich das leider so auf die Schnelle nicht bestimmen.

Aber davon mal abgesehen hat diese Art der Projektion den Vorteil, dass via Smartphone-App die Position des abgebildeten Displays auf dem Glas noch nachjustieren kann. Das ist bei den Prismen-Varianten nicht so einfach. In wie weit jetzt beide Augen ihr eigenes Display abgebildet bekommen oder wieder nur ein Auge bedacht wird habe ich der Projektbeschreibung leider nicht entnehmen können.

Durch die Projektion auf das Brillenglas muss dieses recht schräg stehen. Wie das am Mann von der Seite wohl aussehen wird? (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Hans Dampf in allen Gassen

Mit einem Qualcomm® Snapdragon™ 410E (1.2GHz Quad-Core ARM Cortex-A53) schwingen sich die Everysight Raptor AR Smartglasses in die höheren Sphären der Featuritis auf.

Neben eingebauten Lautsprechern zum Musik hören (ob das besser als Knochenschall-Übertragung ist kann ich jetzt auch nicht beurteilen) besitzen die Everysight Raptor AR Smartglasses auch noch eine 13,2 MP Kamera, Beschleunigungssensoren, Barometer, Kompass, GPS, Glonass, ANT+ Bluetooth , Wifi, Touchpad usw. usf.

Mit 2GB SD-Ram und 16/32 GB internen Speicherplatz wird der eingebauten Kamera Rechnung getragen.

Bei knappen 100 g sind die Everysight Raptor AR Smartglasses kein Leichtgewicht. Leichter dürfte sie bei versprochenen maximalen 8 Stunden Laufzeit wohl auch kaum zu realisieren sein. In der Realität würde ich mit eher weniger Durchhaltevermögen rechnen.

Selbst Navigation soll sie beherrschen. Android und GPS sei Dank (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Alter Hut

Die Daten klingen unter dem Strich eher nach einem Smartphone. So wundert es auch nicht, dass die Geschichte mit Android läuft. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, dass man hier mit  Android 5.1.1 Lollipop ein deutlich veraltetes System einsetzen möchte. Da schrillen bei mir etwas die Alarmglocken, da bei solch alten System es mit der Versorgung bezüglich Sicherheitsupdates doch sehr mau aussieht.

Ich vermute mal, dass Eyerysight hier irgendwelche Standard-Geschichten in China einkauft und dann lediglich customized. Mit solchen Geschichten habe ich bei ein, zwei Gerätschaften schon eher schlechte Erfahrung gemacht. Hoffen wir mal, dass Eyerysight das besser im Griff hat oder vielleicht zum Start das System doch noch etwas aktueller gestaltet.

Wen das nicht schreckt kann sich, wie oben schon erwähnt, in eine Mailingliste eintragen. So ich es richtig verstanden habe wird die SmartGlass nämlich über ein Einladungs-System vertrieben. Frei nach dem Motto, wer oben in der Liste steht darf zuerst zuschlagen.

So ganz Glücklich bin ich mit solchen Systemen nicht. Wer fleißig für das Produkt wirbt wandert weiter nach oben in der List. Ich würde da nur dran teilnehmen, wenn die auch gleich das Produkt versenden. Crowdfunding an sich ist ja schon riskant. Wenn man das jedoch ohne Plattform á la Kickstarter macht wird das ganze zum intransparentem Glücksspiel. Da muss man sich dann schon fragen, ob man statt 500$ (16GB Vorbesteller)/550$ (32GB Vorbesteller) nicht doch lieber die später geltenden Preise von 650$ / 700$ investieren möchte und abwartet, ob das Produkt denn auch die Kunden erreicht.

Naja, warten wir den 15.11.17 ab, was uns dann final geboten wird.

Macht zumindest von vorne eiVon der Seite gibt es leider keine Bilder. (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Veröffentlicht in Allgemein, Crowdfunded, Gadget, Sport Getagged mit: