Zu schön, um wahr zu sein. Uhr mit LCD und eInk-Display (Bild: indiegogo/ © Oru watch)
Zu schön, um wahr zu sein. Uhr mit LCD und eInk-Display (Bild: indiegogo/ © Oru watch)

Ja, Crowdfunding-Smartwatches haben es gerade nicht leicht. Die Kreyos Meteor ist tüchtig auf dem Bauch gelandet und nun pleite. Über die Omate hatte wir ja schon des Öfteren gejammert und so weiter und so fort.

Da ist es naheliegend, einen weiteren Bruchpilot-Kandidaten vorzustellen. Die Oru Smartwatch sieht von den Spezifikationen auf dem ersten Blick ganz spannend aus. Sie ist wie eine gute, alte Wendeuhr aufgebaut, nur dass sie nicht analog/digital die Zeit anzeigt sondern ein LCD-Display mit Touchscreen auf der einen und ein eInk-Display auf der anderen Seite hat.

Der grundlegende Gedanke leuchtet ein. Will man sich stromsparend einfach nur Zeit und irgendwelche Nachrichten anzeigen lassen nimmt man das eInk-Display. Fällt einem dann noch etwas ein, wofür das eInk-Display nicht ausreichen sollte, dreht man die Uhr einfach um und hat ein LCD mit Farbe und allem Drum und Dran.

Da stellt sich jedoch schon die erste Frage: Warum muss ich die Uhr abnehmen, um das Display zu drehen? Praxistauglich dürfte das nicht sein. Bleibt zu hoffen, dass zumindest der Touchscreen ausgeschaltet ist, wenn das LCD nach unten gedreht ist.

Da die Uhr mit Android laufen soll stellt sich auch die Frage, ob die Oru-Jungs die Bedienung vernünftig hin bekommen, besonders, wenn das eInk-Display den Takt angibt. Einfach nur den normalen Desktop dort anzeigen ergibt auf Grund des trägen Bildaufbaus bei eInk und dem fehlenden Touchscreen keinen Sinn.

Ich habe da ein bisschen meine Zweifel, dass die beiden Displays plus eine 300 mAh-Batterie in das doch relativ flach gehaltene Gehäuse passen werden. Und wo wir gerade beim Thema Batterie sind: auch im Armband soll ein 400 mAh Akku stecken. Wären die ersten, die sowas hin bekommen.

Ohne abnehmen wird das nix. Der Wendemechanismus (Bild: indiegogo/ © Oru watch)
Ohne abnehmen wird das nix. Der Wendemechanismus (Bild: indiegogo/ © Oru watch)

So überrascht dann auch nicht die Idee, die Uhr als Stromreserve für das Handy nutzen zu können. Anders herum wäre wohl sinnvoller.

Wenn wir uns jetzt auch noch die Timeline anschauen wird schnell deutlich, dass der Erfolg der Geschichte eher fragwürdig ist. Ein funktionierender Prototyp soll Januar 2015 stehen. Die Produktion soll im Februar und März ablaufen. Da hat a) jemand keine Ahnung vom chinesischen neuen Jahr und b) nur sehr rudimentäre Vorstellungen, was alles notwendig ist, ein so komplexes Produkt zu entwickeln.

Da bis jetzt nicht wirklich viel Geld zusammen gekommen ist bleibt aber zu hoffen, dass diesmal nicht so viele Leute auf ein Gurken-Projekt reinfallen. Hat sich anscheinend langsam herumgesprochen, dass man bei Crowdfunding netten Renderings und mäßig gephotoshopten eher skeptisch gegenüber stehen sollte.

Schade, dass die Oru wohl nichts wird. Von der Grundidee ist die eigentlich nicht verkehrt und die Optik ist auch ansatzweise erträglich. Nur machbar dürfte die so nicht sein.

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