Ist das wirklich ein Fitness-Tracker? Der Withings Activité (Bild: ©Withings)
Ist das wirklich ein Fitness-Tracker? Der Withings Activité (Bild: ©Withings)

Es hat sich so einiges an Uhren-Krams in der letzten Zeit angestaut. Wollen wir doch einfach mal einen Blick drauf werfen und den Berg etwas abarbeiten. Generell ist beim Uhren-Thema gerade etwas die Luft raus. Irgendwie hat jetzt jeder Hersteller seine Uhr am Start. Entweder sind es Android Wear-Zwiebeln, die alle die gleichen Features haben oder die üblichen China-Böller auf normaler Android-Basis mit fragwürdigem Support und Haltbarkeit.

Ein paar Sportuhrenherstellen haben in der letzten Zeit dann auch noch ihren Senf dazu gegeben, in dem sie ihren Sportuhren Smartwatch-Funktionalitäten gegönnt oder ihre Fitnesstracker entsprechend aufgepumpt haben.

Wirklich spannendes oder die ideale Mischung aus allem ist eher selten. Und wenn mal etwas außergewöhnlich zu sein schein entpuppt es sich dann doch an der einen oder anderen Stelle als Mogelpackung, wie jetzt vor kurzem die HP-Smartwatch.

Genug gejammert. Los geht’s.

Arrow Smart

Als erstes fangen wir mit der Arrow Smart an. Es handelt sich hierbei um eine Smartwatch mit rundem Display. In einem ganz schicken, recht reduzierten Gehäuse, befindet sich in einer drehbaren Lünette eine Kamera. Die Idee ist, dass man sich so die Kamera in die, für die gewünschte Aufnahme am besten geeignete Position schieben kann. Ob das einen wirklichen praktischen Nutzen hat wage ich jedoch zu bezweifeln. Die Omate hat mir gezeigt, dass eine Kamera-Position an der rechten Seite sehr unpraktisch ist. Bleibt als einzige sinnvolle Position nur der obere Rand. Da kann man sich das Drehen dann auch sparen.

Arrow sollte sich lieber von dem Drehkonzept verabschieden und versuchen, das Design, das die sich ausgedacht haben, auch wirklich so umzusetzen. Da das Display nämlich sehr dich an den Gehäuserand herangezogen ist dürfte das nicht leicht sein. Aber möglich könnte es schon sein, wenn man sich die Moto 360 anschaut.

Schaut man sich die Screens an ist zu vermuten, dass Android Wear zum Einsatz kommen wird. Insgesamt sind die Informationen aber eher rar gesät. Mal sehen, ob wir in Zukunft von der Arrwor Smart noch etwas mehr hören werden.

Geak Watch 2

Ein weiterer interessanter Kandidat ist die Geak Watch 2. Hierbei handelt es sich auch um eine runde Smartwatch. Auch hier sitzt das Display in einem eher klassisch gestalteten, wenn gleich etwas klobig wirkendem Gehäuse.

Sie soll in einem schwarzen Kunststoffgehäuse oder in einem Metallgehäuse erhältlich sein. Beide sind mit einem 1,26“-Display ausgestattet, das mit 254 DPI (320x302px) auflöst. Der Clou ist, dass es sich um ein transflexibles Display handelt. Es ist also auch ohne Hintergrundbeleuchtung abzulesen und spart so Strom. In wie weit das sich in längerer Laufzeit niederschlägt muss sich aber erst noch zeigen. Es gibt neben dem Display ja noch diverse Stellen, an denen der Akku strapaziert werden kann.

Das Betriebssystem hat da durchaus sein Anteil. Die Geak Watch 2 soll nämlich ein angepasstes Android nutzen, kein Android Wear. Das könnte sich eher negativ auf die Akkulaufzeit auswirken.

Wie das dann zu bedienen sein wird ist auch eine gute Frage. Die Uhren, die mit einem richtigen Android ausgestattet sind, offenbaren sich leider oft als fauler Kompromiss bezüglich des User Interfaces.

Onyx E Ink Smartwatch

Dritte im Bunde ist die Onyx E Ink Smartwatch. Der eher für E-Book-Reader bekannt Hersteller hat sich auch mal ein paar Gedanken zum Thema Smartwatch gemacht. Dabei herausgekommen ist ein ganz ansehnlicher Prototyp, der naheliegender Weise mit einem E-Ink-Display ausgestattet ist.

Ich habe mich ja schon des Öfteren gefragt, warum sich so wenig Hersteller an einer Uhr mit E-Ink-Display wagen. Die Akkulaufzeit dürfte dadurch doch eindeutig profitieren und allways-on sollte damit kein Problem sein.

Die Onyx-Uhr soll mit Schrittzähler, Bluetooth, GPS und mehr ausgestattet sein. Klingt ganz danach, als ob es auch eine deutlich sportliche Ausrichtung sein wird. Viel mehr Informationen gibt es leider noch nicht. Hoffen wir mal, dass die Uhr nicht in den Schubladen der Produkt-Entwickler verschwinden wird.

Withings Activité

Kleine Neuigkeit zum Withings Activité Fitnesstracker. Dieses schöne Stück kann jetzt endlich vorbestellt werden. Hat ja etwas länger gedauert. Aber wer auf klassische Zeigeruhren steht und trotzdem einen Fitnesstracker haben möchte wird wohl nicht um das Teil herum kommen. Leider ist der Preis dann doch noch mal etwas gestiegen. 390 Euro ruft Withings dafür auf.

Ein Early View gab es ja im Juli schon bei Ray Maker. Der schien ganz angetan zu sein.

Will.i.am Puls Smartwatch

Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf die Smartwatch des Black Eyed Peas-Sängers Will I.am. Der hatte ja seine Plus-Smartwatch ganz clever promoted, indem er sie schon vorab des Öfteren mal getragen hat und alle Welt sich dann in Spekulationen erging, was das denn sei.

Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack und erste Hand-Ons scheinen eher ernüchternd zu sein. So schreibt Dan Seifert von The Verge, dass die Will.i.am Puls das schlechteste Produkt sein, dass er im ganzen Jahr in die Hand bekommen hat.

Ein kleines, pixeliges Display, gepaart mit unkomfortablem Tragekomfort wird durch ein selbstgebasteltes Betriebssystem mit geringem Funktionsumfang und hakeliger Bedienung abgerundet. Schade eigentlich, denn auf dem ersten Blick und aus der Entfernung sah die Puls ganz spannend aus.

Natürlich wird betont, dass die Software noch nicht final war. Aber das dürfte am Display und dem Tragekomfort nicht mehr viel ändern. Die Puls ist ein ganz schöner Klopper. Außerdem habe ich bis jetzt noch keine guten Erfahrungen mit Betriebssystemen gemacht, die von kleinen Teams zusammen gedengelt worden sind. Da fehlt einfach die Manpower.

Hoffen wir nur, dass die Geschichte mit dem Tragekomfort sich nicht auf alle Armreif-artigen Smartwatches übertragen lässt. Wäre schade, wenn die Moment-Smartwatch unbequem wäre.

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