Ein Plussensor für die Pebble Time - TYLT VÜ Pulse (Bild: kickstarter/ © tylt.com)
Ein Plussensor für die Pebble Time – TYLT VÜ Pulse (Bild: kickstarter/ © tylt.com)

Ja, es gibt doch noch ein paar Menschen, die sich Gedanken über die Smartstrap-Schnittstelle der Pebble Time machen. Dieses überragende Feature dümpelt ja leider seit Anfang an nur vor sich hin. Mit dem TYLT VÜ Pulse gibt es jetzt endlich Aussicht darauf, dass neben Deus ex Aria und Seeed ein drittes Produkt sich dieser Schnittstelle bedienen wird. Slazer und Ripple sind im Funding ja leider gescheitert.

Beim TYLT VÜ Pulse handelt es sich um einen optischen Puls-Sensor. Dieser ist in einem Gehäuse integriert, das man der Pebble Time und der Pebble Time Steel überstülpen kann. Die normalen 22mm Armbandaufnahmen bleiben frei, so dass der Armbandauswahl keine Schranken gesetzt werden. Wer möchte kann TYLT VÜ Pulse allerdings auch gleich mit Armband ordern.

Durch das Gehäuse wachsen durch natürlich die Abmessungen der Pebble. So ein Sensor nimmt ja Platz weg. Die Pebble gewinnt 4.4mm in der Dicke und etwa 3mm in der Höhe. Würde ich als verschmerzbar betrachten.

Der Pulssensor fragt je nach Modus den Puls entweder alle 30 Minuten (passiver Modus) oder alle 10 Sekunden ab (aktiver Modus). Hat man den aktiven Modus etwa 1 Std. am Tag aktiviert saugt der Sensor etwa 8% einer kompletten Akkuladung. Ist glaube ich auch ein Wert mit dem man gut leben kann.

Die Puls-Daten landen über die Pebble Health API sowohl in Apple Health als auch in Google Fit. Die Daten werden nach dem Workout dann via Companion App mit den Diensten synchronisiert.

Mit welcher Präzision der Puls ermittelt wird lässt sich anhand der Kampagnenbeschreibung freilich nicht beurteilen. Hier kann es ja sehr große Unterschiede geben.

Ein zusätzliches nettes Feature ist die Möglichkeit, eine Pebble, die mit TYLT VÜ ausgestattet ist, über den Qi-Standard kabellos zu laden. Ein entsprechendes Ladegerät wird natürlich vorausgesetzt. Wer keins hat kann bei der Kampagne gleich ein mitordern. Dieses Feature ist auch bitter nötig. Da zur Anbindung des Sensors das Gehäuse auf den Ladebuchsen der Pebble aufliegt, müsste sonst die Uhr immer aus dem TYLT VÜ gefummelt werden. Das dürfte nicht wirklich Spaß machen. Wobei man die Uhr ja nun nicht so oft aufladen muss.

Ob man jetzt einen Puls-Sensor an der Pebble braucht muss wohl jeder selber entscheiden. So froh ich darüber bin, dass mal etwas Musik in dem Smartstrap-Markt kommt, so sicher bin ich mir, dass ich den Sensor in dieser Form nicht brauchen werde.

TYLT VÜ Pulse (Bild: kickstarter/ © tylt.com)
TYLT VÜ Pulse (Bild: kickstarter/ © tylt.com)

Zum einen ist mir der wirkliche Mehrwert eines Pulssensors schleierhaft (solange man kein Hochleistungssportler ist). Ok, man hat ein paar weitere Zahlen, die man in den großen Eimer der Selbstvermessung werfen kann. Aber für meine sportlichen Ambitionen hat sich der Puls als völlig nutzloser Wert herausgestellt. Ich habe für mich festgestellt, dass häufiges wechseln des Tempos, Steigerungsläufe und dergleichen erheblich mehr bringen als das sklavische drauf achten, im richtigen Pulsbereich zu sein. Wofür solche Daten außerhalb des Sports nützlich sein sollen ist mir auch nicht so ganz klar. Wenn mich die Uhr am Arbeitsplatz bei zu niedrigem Puls vor dem Einschlafen waren würde wäre das ja noch nachvollziehbar.

Zum andere würde der Pulssensor aus meiner Sicht voraussetzen, dass die Pebble eine Sportuhr wäre. Auf Grund des fehlenden GPS scheidet sie jedoch für diese Anwendung aus. Ich weigere mich ja strickt, mein Smartphone zum Laufen mitzunehmen. Ist dafür einfach zu groß und klobig. Wenn ich die Pebble nun aber nicht für den Sport nutze und der einzige ansatzweise nachvollziehbare Mehrwert einer Pulsmessung ein gezielteres Training wäre, warum sollte ich dann meine schöne Pebble Time Steel durch ein Plastikgehäuse verschandeln? Das kabellose Laden wäre vielleicht noch ein Grund. Aber primär auch wohl eher nur dann, wenn man ech schon ein Qi-Lader besitzt. Wenn der auch noch angeschafft werden muss…

So gesehen ist es zwar schön, dass das Projekt vermutlich ein Erfolg wird, brauchen tu ich es leider nicht. Und das sage ich obwohl der Preis mit 39 $ für den Early Bird durchaus noch im Bereich des Mitnahmeartikels liegt. So muss ich wohl weiter warten, bis da was für mich verwertbares kommen wird.

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