Das TranSport-Konzept-Bike mit Kofferraum (Bild: © David Hotard)
Das TranSport-Konzept-Bike mit Kofferraum
(Bild: © David Hotard)

Immer wenn man denkt, alles wurde schon erfunden und erdacht, stößt man auf etwas komplett Neues. Heute mal wieder etwas, das augenscheinlich erst mal etwas für Triathleten interessant sein dürfte. Zumindest augenscheinlich, denn so seltsam das Teil auch aussieht, könnte es auch auf anderen Anwendungsgebieten von Vorteil sein.

Koppeltraining ist ja ein wichtiger Bestandteil des Trainingsplans eines jeden Triathleten. Kurze Erklärung für Nicht-Triathleten: Im Koppeltraining verbindet man die unterschiedlichen Sportarten miteinander, damit der Körper sich an die unterschiedlichen Belastungen gewöhnen kann. Meist sieht es salopp gesagt so aus, dass nach der Rad-Einheit dann noch mal eine Runde gelaufen wird. Die Variante Schwimmen/Radfahren ist jedoch eher selten. Einer der Gründe dürfte sein, dass wenn man erst mal aus dem Wasser des Sees raus ist sich erst mal überlegen muss, wo man den Neo denn nun verstaut. Hat man keinen geduldigen Partner, der auf die Sachen aufpasst, bleibt einem eigentlich nur noch das Vertrauen in die Menschheit, dass der mehrere hundert Euro teure Neoprenanzug nach dem Radtraining auch noch am See vor Ort und Stelle liegt. Man kann natürlich seinen ganzen Kram auch in den Kofferraum des Autos packen, aber das dürfte so lange dauern, dass der Koppeleffekt wieder dahin ist.

Da fragt man sich doch direkt, warum es keine Rennräder mit Kofferraum gibt? Eine Frage, die sich auch David Hotard gestellt und mit dem TranSport auch gleich beantwortet hat. Vielleicht ging es ihm nicht direkt um Triathleten, aber das Design legt diesen Sport doch eindeutig nahe. Schon alleine die Sattelschwinge erinnert doch stark an die guten, alten Zipp-Räder, die dem Triathleten durch einen auf einem langen Ausleger montierten Sattel etwas mehr Komfort zukommen ließen.

Rein mit dem Gepäck  (Bild: © David Hotard)
Rein mit dem Gepäck
(Bild: © David Hotard)

Schauen wir uns aber zuerst an, welche Möglichkeiten es gibt, etwas auf seinem Rennrad zu transportieren. Am einfachsten sollte die Verwendung eines Rucksacks sein. Nachteil ist, das hier der Rücken abgedeckt wird und man so dort sehr ins Schwitzen gerät. Ich habe noch kein Rucksacktbelüftungssystem gesehen, dass wirklich gut funktioniert hat. Irgendwo muss der Rucksack ja aufliegen. Vom Tragekomfort bei Aeroposition möchte ich gar nicht erst sprechen.

Satteltaschen wären eine Möglichkeit, sind jedoch meist auf Anlötsockel angewiesen. Die sind zumindest bei höherwertigen Rennrädern eine Seltenheit. Außerdem, wer will von seinen Vereinkollegen schon mit Satteltaschen am Bike erwischt werden.

Lenkertaschen scheiden wegen des Aerolenkers aus.

Think different

Da bleibt nicht mehr viel übrig. Verlassen wir also mit Hotard die klassisch, eingetretenen Wege. Warum nicht einen richtigen Kofferraum einbauen. Als Platz dafür wählt er für sein TranSport-Konzept das Vorderrad. Dieses wird hierfür komplett entkernt und verschalt. Der Mantel läuft also nicht mehr um Narbe sondern gelagert auf der Felge. Der dadurch entstehende Hohlraum wird wie bei einem Scheibenrad verkleidet. Allerdings ist das Laufrad erheblich bauchiger um dem Gepäckplatz zu bieten. Durch die Verkleidung bleibt es aber zumindest ansatzweise aerodynamsich. Es ist nur fraglich, in wie weit das Fahrverhalten durch die Konstruktions in Mitleidenschaft gezogen wird. Ein Deckel könnte der Konstruktion nicht schaden und würde den Windeigenschaften wohl auch zu gute kommen. Wer das Rad dann nicht nur zum Sport sondern auch für die Fahr zur Arbeit nutzen möchte könnte beim Abstecher zum Bäcker dann etwas beruhigter seine Tasche im Rad lassen. Wurde von natürlich von David auch schon angedacht, nur noch nicht im Prototyp umgesetzt.

Auf geht's (Bild: © David Hotard)
Auf geht’s
(Bild: © David Hotard)

Dieser ist übrigens schon rollbar, aber leider noch nicht wirklich fahrbar. Auf Grund des großen Interesses an dem Design hört hier die Entwicklung aber glücklicher Weise noch nicht auf. David überlegt, eine wirklich funktionsfähige Gabel/Laufradeinheit zu bauen, die er dann an seinem Rad testen wird.

Konsequent weiter gedacht ist das Konzept aber durchaus auch an anderen Rädern vorstellbar. Warum nicht einfach eine Gabel/Laufradkombination zum nachrüsten anbieten?

Lassen wir uns überraschen, ob das Konzept uns irgendwann bei Kickstarter wieder begegnen wird. Eine Massenproduktion ist zwar leider zur Zeit nicht geplant, aber wer weiß? Ein paar Hausaufgaben wird es davor allerdings noch zu erledigen geben. Welches Material? Welche Lager? Was tut man bei einem Plattfuß? Wobei man hier mit einem Tubless-System arbeiten könnte. Auch ein einfaches Lösen per Imbus wäre denkbar, so dort die Stabilität des Systems gewährleistet wäre. Ein Multitool hat man ja eh meist dabei.

Bleibt nur noch eine abschließende Frage. Wie stellt man das Rad in den guten alten, klassischen  Fahradständer für Vorderräder?

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