TinkerBots Bausteinsystem (Bild: © Kinematics GmbH)
TinkerBots Bausteinsystem (Bild: © Kinematics GmbH)

Ja, ich bin immer noch ein bekennender Lego-Fan. In den letzten Jahren zwar eher passiv konsumierend, aber immer noch voll auf begeistert von den kleinen Steinen. Da tue ich doch gleich mal hier am Anfang des Artikels meinen Lieblings-Link zum Thema Lego kund. The Brothers Brick ist meines Erachtens einer der besten Blogs zum Thema Lego. Wenn etwas mit Lego realisierbar ist findet man es dort.

Aber nicht alles ist mit Lego einfach machbar. Gerade wenn es um Interaktivität und Motorisierung von Lego geht wird es entweder schnell kompliziert oder schlicht und einfach nicht umsetzbar. Na gut, „nicht umsetzbar“ trifft nur selten zu. Aber wenn man auf Lego Mindstorm zurückgreifen muss ist teilweise ein abgeschlossenes Ingenieurstudium nicht verkehrt… oder zumindest der Wunsch, irgendwann mal ein anzufangen.

Schnelle Erfolgserlebnisse für die jüngeren Legonistas sind damit nicht so einfach zu realisieren. Diese Zielgruppe hat sich jetzt das Star Up Kinematics aus Berlin ins Visier genommen.

This is TinkerBots from TinkerBots on Vimeo.

Bei indiegogo kann man die TinkerBots unterstützen. Bei den TinkerBots handelt es sich um ein Baukastensystem, mit dem sich sehr schnell Roboter, Fernlenkwagen und dergleichen realisieren lassen. Neben einer Menge normaler, legoartiger Steine beruht die Besonderheit der Tinkerbots auf einer Hand voll Spezialsteine, die alle besondere Fähigkeiten haben.

Die Steuerung per Smartphone-App ist auch angedacht (Bild: © Kinematics GmbH)
Die Steuerung per Smartphone-App ist auch angedacht (Bild: © Kinematics GmbH)

Das Herz der Tinkerbots ist das rote Power Brain. Hier sitzen Akku, ein Arduino Controller, Bewegungssensoren, Lautsprecher und Bluetoth 4.0. Dazu gibt es einen Pivot-Motor, der Bewegungen um eine Achse ähnlich einer Anhängerkupplung erlaub, einen Twister-Motor, einen normalen Motor, IR- und Licht-Sensoren und einen Greifer.

Cleverer Weise gibt es auch noch Adapterplatten, um Lego-Steine an den gebauten Roboter zu koppeln.

Jetzt ist die Frage berechtig, wo da nun der Unterschied zu Lego Technik und Lego Mindstorm ist. Ein Blick auf die Teile macht es deutlich. Sie sind bei weitem nicht so filigran und kleinteilig aufgebaut wie die Lego.-Varianten. Damit dürften auch jüngere Semester klar kommen.

Auch die Art und Weise, wie die Steine programmiert werden können, ist sehr einfach und intuitiv. Man drückt am Power Brain auf Aufnahme und mach die gewünschte Bewegung vor. Danach wiederholt der TinkerBot diese dann in Schleife. So kann man z.B. schnell einen laufenden Hund bauen.

Aber keine Angst. Wem das zu limitiert ist kann auch den TinkerBot via Smartphone steuern oder sogar komplexere Programmierungen via Programmiersprache durchführen. Es steckt halt ein normaler Arduino-Prozessor drin. So wächst die Programmierbarkeit des TinkerBots quasi mit dem Besitzer mit.

Ein Überblick über die geplanten Bausteine (Bild: © Kinematics GmbH)
Ein Überblick über die geplanten Bausteine (Bild: © Kinematics GmbH)

Der Blick in die Zukunft sei hier natürlich auch gestattet. Von Solarmodulen und Windrädern bis hin zu Rotormodulen für den Bau eines Quadkopters haben die Kinematics-Leute schon so einiges im Hinterkopf. Da die TinkerBots bereits üppig gefundet sind und noch 35 Tage bis zum Ende der Kampagne Zeit ist kann ich mir gut vorstellen, dass das eine oder andere erweitere Modul dann auch realisiert wird.

Wirklich billig ist der Spaß freilich nicht. Beim günstigsten Set ist man mit 199 $ dabei. Das beinhaltet dann allerdings nur ein Brain, einen Pivot, einen Motor und noch ein paar normale Steine. Wer den kompletten Spaß mit allen Motoren und Sensoren haben möchte wird gut 600 $ los. Das ist dann allerdings schon inkl. Nebenkosten.

Bei dem Preis überlegt man es sich zweimal, ob man seinem Nachwuchs so was unter den Weihnachtsbaum legt. Andererseits hat Lego Mindstorm auch seinen Preis und der Technik-begeisterte Papa hat mit den TinkerBots bestimmt mindestens genau so viel Spaß wie der Nachwuchs. Wenn es da mal keinen Streit um die Teile gibt. Vielleicht sollte man doch gleich zwei Sets ordern.

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