Geht weg wie geschnitten Brot - The Micro 3D-Drucker von M3D (Bild: kickstarter / © M3D LLC)
Geht weg wie geschnitten Brot – The Micro 3D-Drucker von M3D (Bild: kickstarter / © M3D LLC)

Das ging ab wie eine Rakete. Normalerweise schreibe ich ja nicht zweimal direkt hinter einander vom gleichen Thema, aber bei so einem Blitzstart kann ich da nicht wiederstehen. Der im letzten Artikel angekündigte kickstarter-Start des  Micro 3D Printer von M3D hat stattgefunden. Es war ja schon abzusehen, dass das Teil ein Erfolg werden würde. 3D-Drucker in günstig kombiniert mit ansprechender Optik ist ja eigentlich ein Selbstläufer. Dass das Kampagnenziel dann aber schon gleich nach 11 Minuten durchschlagen wurde hat mich dann aber doch überrascht. Die Early Birds sind schneller weggeflogen als ein Schwarm Tauben auf dem Markus-Platz, nachdem James Bond mit seiner Motorgondel drüber geheizt ist.

Jetzt bleibt abzuwarten, ob der Drucker auch hält, was er verspricht und ob die Roadmap auch machbar ist. Auslieferung der ersten Pre-Production-Geräte sind auf August terminiert, schlagen dann aber mit 899 $ zu Buche. Wer eine Stufe weniger ungeduldig ist und seinen Micro im Oktober haben möchte muss für die Beta immerhin noch 599 $ berappen. Und so geht es dann weiter. Je länger man sich gedulden kann umso billiger wird es. Bleibt mal wieder nur zu hoffen, dass der ganze Kram sich nicht wie bei Kickstarter-Projekten üblich verzögert.

Mal schauen, ob die Jungs und Mädels von M3D die schiere Menge an Aufträgen gehändelt bekommen. Immerhin ist das Projekt schon jetzt 2800% über der Grundfinanzierung. Aktuell sagt Kicktraq eine finale Finanzierung von knapp 30.000% über dem Minimum voraus. Das wird sich Erfahrungsgemäß zwar wieder etwas nach unten bewegen allerdings ist die Menge an Geräte, die produziert werden müssen erstaunlich. Mit Handarbeit in Mammas Garage kommt man da nicht weit.

Ein bisschen wage sind auch noch die Shipping-Costs. 50 bis 75 $ für internationale Unterstützer sind angepeilt. Zoll und Steuer sollte man auch noch auf dem Zettel haben.  Unter dem Strich kommt für deutsche Backer also doch so einiges zusammen, besonders, wenn man nicht zu den 250 glücklichen Early Birds gehört.

Wer jetzt eine Träne in den Augen hat, weil der Traum des günstigen Einstieges in die Welt des 3D-Drucks geplatzt ist, kann sich mal eine Alternative anschauen. Zumindest für diejenigen unter euch, die im Einzugsgebiet von Hamburg leben könnte das interessant sein.

Die Hamburger Zentralbibliothek hat sich jetzt nämlich einen 3D-Drucker angeschafft und gibt allen, die einen Bücherhallenausweis haben die Möglichkeit, ihre 3D-Daten darauf auszudrucken. Gedruckt wird mit einem Delta Tower. Laut Golem ist zuerst geplant, den Druck 3 bis 6 Monate kostenlos anzubieten bis man Erfahrungen über die anfallenden Kosten gesammelt hat.

Die Druckdaten werden einfach als stl.-Datei an die Zentralbibliothek gemailt. Dort werden die Dateien noch mal auf Druckbarkeit geprüft und landen dann in der Drucke-Q. Wann man seinen Ausdruck dann abholen kann ist zweifelsohne eine Frage des Andranges. Angepeilt ist etwa eine Woche. Ein bisschen Geduld muss man also mitbringen. Dafür spart man eine Menge Geld in der Anschaffung. Die Stromkosten dürfen ja auch nicht vergessen werden. Immerhin druckt so ein Drucker ja auch viele Stunden, bis ein Objekt fertig ist.

Fragt sich nur, was bei einem Druckabbruch passiert. Wird dann neu gestartet oder hat man Pech und der nächste ist an der Reihe? Ein Versuch wäre es mal wert.

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