Die Stubilizer-Action Cam-Haltung (Bild: kickstarter/© Stuart Smith)
Die Stubilizer-Action Cam-Haltung (Bild: kickstarter/© Stuart Smith)

Ich habe mich ja schon etwas länger nicht mehr mit meinem VR-Hometrainer-Projekt beschäftigt. Da kann man doch einfach mal ein cooles Teil betrachten, dass einem zumindest bei der Erstellung der Roadmovies vermutlich das Leben leichter machen dürfte.

Bei Kickstarter hat Stuart Smith jetzt den Stubilizer an den Start gebracht. Der Stubilizer ist eine aktive Kamerastabilisierung für GoPro-Action Cams.

Eins der größten Probleme bei der Aufnahme von RLV Videos für Hometrainer ist die Montage der Kamera. Die Immersion ist generell besser, wenn die Fahrt nicht mit einem Auto sondern mit einem Rad aufgenommen wird. Zum einen kommt das Tempo der Aufnahme besser hin (weniger Video-Ruckeln beim Abfahren mit dem Ergometer) und zum anderen Stört nicht der Schatten des Autos den Eindruck. Dass man mit dem Rad auch andere Strecken fahren kann als mit dem Auto dürfte auch klar sein.

Montiert man die Kamera jedoch am Lenker wird man schnell Seekrank, da beim normalen Fahrradfahren der Lenker sehr stark bewegt wird. Selbst bei einer simplen Fahrt gerade aus arbeitet der Lenker enorm. Das lässt sich zwar mittels Software nachträglich etwas rausrechnen, geht aber einher mit einem Beschnitt des Bildes. Außerdem dringen Vibrationen direkt zur Kamera durch. Da macht nicht jede eingebaute Bildstabilisierung mit. Die Aufnahmehöhe bei Lenkermontage ist etwas zu tief.

Die Montage am Helm hat auch so seine Tücken. Bei jeder Kreuzung geht dreht man in der Regel den Kopf zur Seite. Das möchte man auch nicht unbedingt auf dem Video haben. Von gut aussehenden Verkehrsteilnehmern, denen man hinterher schaut möchte ich gar nicht erst anfangen. Vorteil bei Helmmontage ist jedoch, dass die meisten Vibrationen durch den menschlichen Körper abgefangen werden.

Dritte Möglichkeit der Montage ist die Befestigung am Rahmen des Rades. Hier hängt die Kamera aber entweder viel zu tief (man will ja kein Liegerad emulieren) oder man muss ein Einbeinstativ an den Rahmen basteln… was einem dann während der Fahr immer vor der Nase hängt. Vibrationen sind auch ein Problem.

Mit dem Stubilizer sollen jetzt die Probleme passé sein. Es handelt sich um eine aktive Stabilisierung, d.h. es wird nicht mit Dämpfern und Trägheitsmomenten gearbeitet. Aktive Motoren steuern anhand der Daten, die eingebaute Bewegungssensoren messen, die Kamera. Das geht sogar so weit, dass recht starke Kopfbewegungen bei Helmmontage ausgeglichen werden.

Der Stubilizer wird in drei Versionen angeboten. Jede Version kann eine Achse mehr ausgleichen. Der Stubilizier Solo schafft eine Achse, der Stubilizer Duo kann zwei ausgleichen und der Stubilizer Pro eliminiert Bewegungen auf allen drei Sichtachsen. Je mehr Achsen ausgeglichen werden können umso größer wird allerdings auch der Stubilizer. Für die perfekte Aufnahme sollte man natürlich zum Pro greifen, hat dann allerdings ein ganz schön großes Trum auf dem Kopf.

Klotz am Kopf (Bild: kickstarter/© Stuart Smith)
Klotz am Kopf (Bild: kickstarter/© Stuart Smith)

Wer bei einem Wettkampf mitfilmen möchte wird mit so einem Teil am Rad oder auf dem Kopf vermutlich die Wettkampfrichter bestechen müssen. Wenn die Qualität der Stabilisierung allerdings dem entspricht, was die Demovideos so zeigen, könnte sich das durchaus lohnen.

Über die Dauer, die der Stubilizer mit einer Akkuladung durchhält, wird leider nichts geschrieben. Da jedoch Ersatzakku-Packs angeboten werden gehe ich mal davon aus, dass ein Austausch einfach zu machen sein wird… vorausgesetzt man werkt, dass der bereits montierte Akku leer gelaufen ist.

Ganz billig ist der Spaß wie zu erwarten leider nicht. Der Solo kostet knapp 150 Pfund, der Duo geht bei 199 Pfund los und für den Pro muss man 299 Pfund auf den Tisch legen. Wie viele Achsen man denn wirklich braucht ist von dem abhängig, was man aufnehmen möchte. Das muss jeder mit sich selber auskämpfen.

Happig sind auch die 40 Pfund Versandkosten. Da es sich um eine englische Firma handelt hätte man für europäische Kunden die Kosten vielleicht etwas niedriger ansetzen können. Zumindest dürfte damit keine weiteren Kosten für Zoll und Steuern anfallen.

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