Nanü, warum ein Artikel über einen Spielhallenautomat? Gibt es sowas überhaupt noch? Ja, gibt es. Und derjenige, der weiß, dass ich mal mit über 100 funktionsfähigen Telespielkonsolen (wohlgemerkt Konsolen und nicht Module) meine Bude zugemüllt hatte, inklusive einem 24“ Jamma-Spielhallenautomaten, wird ahnen können, was mich zu diesen Artikel treibt. Oder vielleicht so ganz dann doch nicht. Es ist nicht die reine Freude am Thema sondern beruht auf eines meiner ersten Erlebnisse mit Spielhallenautomaten.

Wir schreiben das Jahr 1984. Unsinniger Weise waren Spielhallenautomaten damals in diesen Landen rein den Spielhallen vorbehaltene Geräte. Der kleine 12jährige Olli hatte also die Wahl, mit seinem ColecoVision vorlieb zu nehmen oder ein paar Kilometer Richtung Stadt zu fahren. Dort, in einem nicht ganz so gut besuchten Einkaufszentrum befand sich im Keller eine Diskothek. Und in den Vorraum, der jedermann zugänglich war, schob der freundliche Besitzer täglich ein, zwei Automaten aus dem Inneren des Etablissements, das ich nie von innen gesehen habe, nach vorne.

So ganz uneigennützig ist das natürlich nicht gewesen, zumindest wenn man betrachtet, wie viel Taschengeld die jüngere Generation dort gelassen hat. Um dem Recht Genüge zu tun kam der Besitzer (oder ein Angestellter, wer wird sowas nach so vielen Jahren noch wissen?) alle paar Stunden mal vor die Tür um eine zu rauchen, die Kinder zu fragen, ob sie denn schon 18 Jahre seinen und 10 DM-Scheine in Münzen umzuwandeln.

So traf es sich, als wir diesen Vorraum zum Himmel das erste Mal entdeckten, dass dort der Star Wars Videospielautomat von Atari stand. Für damalige Verhältnisse Vektorgrafik vom feinsten, inklusive Sprachsamples aus dem originalen Film. Ein technisches Wunderwerk.

Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Bild des Automaten live nicht so geflacktert hat. Das dürfte der Video-Aufnahmetechnik geschuldet sein.

Was das Teil neben Grafik und Sound auch noch so besonders gemacht hat war die Steuereinheit. Ein richtiges „Lenkrad“. Wir kamen uns vor wie in einem echten Raumschiff, waren wir bis dahin ja nur die Sticks von Atari, CBS & Co. gewöhnt. Nur hat die Lenkeinheit die Geschichte nicht unbedingt einfacher gemacht.

Hecktisch um sich her ballernd rüttelte sich der kleine Olli durch die ersten Level, nur um dann immer wieder drauf zu gehen. Bis… ja, bis ein älterer Jung sich zu mir gesellte und mir in etwa sagte: „ Ruhig, ruhig. Du bist zu hektisch. Lasse es auf dich wirken.“ Irgendwie so. Klang etwas wie Obiwan, hatte aber seine Wirkung. Der Olli, der der Macht vertraute, hat dann auch gleich mehrfach den Todesstern zerstört. Mein persönlicher Star Wars-Moment.

Aber um von Ollis Telespiel-Ursprüngen wieder auf den Ursprung des Artikeln zurück zu kommen: Bandai Namco hat jetzt den Star Wars: Battle Pod Spielautomaten angekündigt. Und als ich mir das Video oben so angeschaut habe, musste ich wieder an den alten Automaten denken. Gut, Grafik und Display-Technologie haben sich mittlerweile doch etwas weiter entwickelt, aber vom Grunddingt her sind die Parallelen zum Ur-Star Wars-Automaten doch sehr eindeutig.

Jetzt hoffe ich nur, dass auch irgendwann die Dinger mal dort zu bespielen sind, wo ich mal vorbei komme. Leider sind Spielhallen-Telespiele ja nicht mehr so angesagt. Es ist also fraglich, ob ich in den Genuss einer Runde über den Todesstern kommen werde. Ab wer weiß, vielleicht läuft mir ja doch noch einer über den weg und vielleicht werde ich mich dann wie damals an Steuer wagen und erstmal versuchen, die innere Ruhe zu finden um dem Imperium den Gar aus zu machen.

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