Kabellose Kopfhörer - der Split von Greenwing Audio (Bild: Kickstarter/© Greenwing Audio)
Kabellose Kopfhörer – der Split von Greenwing Audio
(Bild: Kickstarter/© Greenwing Audio)

Kabel stören. Wen wundet es, wenn schon seit geraumer Zeit immer mehr Kabel wegoptimiert werden. Mäuse, Netzwerk, Tastaturen, Akku laden; geht alles ohne Kabel. Nur bei Kopfhörern war die Sache bis jetzt noch nicht so ganz durchgetragen. Moment, kabellose Kopfhörer gibt es doch auch schon seit langem. Nun ja, kabellos  zum Abspielgerät schon. Aber wie sieht es mit den beiden Ohren aus? Bis jetzt gibt es keinen Kopfhörer, der ohne Verbindung der beiden Lautsprecher auskommt. Entweder lebt man mit einem Bügel oder hat doch wieder ein Kabel rumbaumeln. Hat man sich dran gewöhnt, geht aber auch ohne, sagen die Jungs von Greenwing Audio.  Mit den Split Earbuds haben die sich ein Konzept ausgedacht, wie man zwei nicht verbundene Hörerteile so synchronisiert, dass beide Kanäle auch wirklich parallel abgespielt werden. Das Ergebnis ist, dass man ohne Kabel auskommt. Und da man das ohne Bluetooth machen möchte bleibt nichts anderes übrig, als auch den kompletten Player in die Ohrstöpseln zu integrieren. Kleiner wird wohl ein MP3-Player nicht zu machen sein.

Klein, kleiner, am kleinsten

Dachte man, der Sony NWZ-W273 sei schon klein, wird man durch den Split eines Besseren belehrt. In den kleinen Ohrteilen sind jeweils zwei separate Verstärker mit bis zu 256 MB integriert. Nicht viel Speicher, sollte aber für etwa 20 Songs durchschnittlicher Länge reichen. Wer auf Progressive Metall oder Oper steht wird aber vermutlich damit nicht auskommen. Der Ring der Nibelungen wird nicht drauf passen. Eine Akkuladung reicht etwa 4 Stunden. Bei der Musikmenge braucht man auch nicht mehr.

Fester Biss

Der Split ist so klein, dass Tasten nicht bedienbar wären. So haben sich die Jungs und Mädels von Greenwing Audio eine interessante Methode zur Steuerung ausgedacht. Durch einen Bewegungssensor ist der Split in der Lage, die Vibrationen zu erkennen, wenn man mit dem Gebiss aufeinander beißt. Ein einfacher Biss läßt den Player zum nächsten Song springen. Ein doppelter Biss schaltet die Lautstärke durch. Vier Stufen gibt es: Leise, mittel, laut, stumm. Durch ein Tippen auf den rechten Hörer lässt sich die Bisssteuerung sperren.  Wichtiges Feature, wenn man z.B. nebenbei etwas essen will. Der Sensor soll empfindlich genug sein, dass die Zähne dadurch nicht in Mitleidenschaft geraten sollen (falls sich der eine oder andere Zahnarzt jetzt schon mal mal die Hände reiben sollte).

Synchronschwimmen

Keine Kabel, kein Funk, klingt ja sehr Elektrosmogarm. Aber wie schafft man es, dass die beiden Hörer denn auch wirklich synchron laufen? Auch hier wurde wieder nachgedacht. Die Hörer sind im Ruhezustand magnetisch miteinander verbunden. Werden sie getrennt fangen beide gleichzeitig an die Musik abzuspielen. So ganz ohne Funk geht es dann aber doch nicht. Immer dann, wenn Lautstärke oder Song geändert werde, senden die Hörer einen Impuls. Da der unter einer Millisekunde lang sein soll, dürften aber auch Leute mit einer leichten bis mittleren Strahlenparanoia sich damit arrangieren können.

Gut organisiert sein

Fassen wir einfach mal zusammen. Ein so kleiner Player, dass man ihn fast nicht sieht. Aber auch so klein, dass man sich genau merken muss, wo man ihn hingelegt hat. Fällt eine Seite raus heißt es suchen. Fast wie bei einer Kontaktlinse. Da hat das Kabel den Vorteil, dass beim Lösen einer Seite der Hörer ja noch durch die andere Seite gehalten wird.

Gut, die Schrauben kommen bei Frankenstein nicht aus den Ohren, sondern sitzen etwas tiefer. (Bild: Wikipedia)
Gut, die Schrauben kommen bei Frankenstein nicht aus den Ohren, sondern sitzen etwas tiefer.
(Bild: Wikipedia)

Ein Player, der eine so kleine Ausstattung hat, wie seine Abmessungen sind, ist sicherlich auch nichts für jemanden, der spontan mal etwas anderes hören möchte. Auch hier heißt es vorausdenken.

Ein Bedienkonzept, dass fast ohne Hände auskommt. Dem reduzierten Funktionsumfang sicherlich gerecht werdend könnten drei unterschiedliche Lautstärken jedoch etwas wenig sein.

Ein Player, der bei Menschen mit längeren Haaren komplett unsichtbar wird. Kurzhaarige werden auf Grund der aus den Ohren ragenden Stecker jedoch damit leben müssen, ein bisschen wie Frankenstein auszusehen.

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