Vorbau mit mehr Funktionen als ein Schweizer Offiziersmesser - Speedforce (Bild: indiegogo / © SpeedForce)
Vorbau mit mehr Funktionen als ein Schweizer Offiziersmesser – Speedforce (Bild: indiegogo / © SpeedForce)

Wenn man sich so einige Räder heutzutage anschaut könnte man denken, dass die Lenker einfach zu kurz sind. Radcomputer, Smartphone, Akkuleuchte, GoPro und für die ganz Verwegenen vielleicht sogar noch eine Klingel. Da wird es eng und die Bremsgriffe sollte man nun wirklich nicht wegoptimieren. Wie räumt man da bloß auf, ohne auf Funktionalität zu verzichten?

Ein ganz stylisches Konzept kann jetzt bei indiegogo mit dem SpeedForce unterstützt werden. Hierbei handelt es sich um einen Vorbau für das Bike mit eingebautem Rad-Computer. Der Rad-Computer versteht sich allerdings eher als Schaltzentrale. Zwar hat er mit einem eingebauten GPS sowie der Möglichkeit, diverse Sensoren kabellos anzuschließen mehr als ausreichend Qualitäten zu einem Stand-Alone-Gerät. Der Fahrradcomputer am Lenker wäre somit also eingespart. Seine ganze Kraft spielt er jedoch erst mit gekoppeltem Smartphone aus.

Der Vorteil von einem gekoppelten Phone ist, dass das Speedforce so auch komplett als Turn-by-Turn-Navi herhalten kann. Ohne ist auf Grund des im Vorbau eingebauten GPS aber immerhin noch das Abfahren vorab eingestellter Strecken möglich. Sollte für viele Zwecke vermutlich sogar ausreichen. Dass Notifikationen auf dem Display des Vorbaus angezeigt werden können ist natürlich naheliegend.

Das schöne hierbei ist, dass das Smartphone natürlich in der Tasche stecken bleiben kann. Und noch mehr Platz frei am Lenker.

Das 1,6“-Display selber ist transflexiv. Es besteht also die Hoffnung, dass auch bei prallem Sonnenlicht noch was zu erkennen sein wird. Ein wichtiger Punkt. Der beste Radcomputer bringt ja nichts, wenn man ihn nicht ablesen kann. Wie das Display sich in Realität schlägt muss sich allerdings noch zeigen.

Es werde Licht (Bild: indiegogo/ © SpeedForce)
Es werde Licht (Bild: indiegogo/ © SpeedForce)

Weiter beim Lenker aufräumen: die Lampe nimmt ja auch immer recht viel Platz weg. Was läge da näher, als diese auch noch in den Vorbau zu integrieren. Mit 150 Lumen sollte genügend Licht zur Verfügung stehen um zu sehen und gesehen zu werden. Jetzt haben wir nur noch die GoPro und die Klingel am Lenker. Sehr schön. Und da die Klingel in Fingerreichweite gehört und man auf die Bildqualität seine GoPro nun auch nicht verzichten möchte ist mit dem Aufräumen hier erst mal Schluss. Ist ja auch schon genug im Vorbau integriert. Und dass sogar auf optisch sehr anständige Weise.

Bei den ganzen eingebauten Features stellt sich natürlich die Frage nach der Akkuleistung. Die wird mit 40 Stunden „normaler“ Nutzung und 16 Stunden Nutzung mit GPS angegeben. Wie es mit eingeschaltetem Licht aussieht wird nicht genauer angegeben. Ich denke jedoch, dass die Leistung für 95% aller Anwendungen vollkommen ausreichen sollte. Damit man jetzt sein Rad nicht jedes Mal fünf Treppen hoch ins Hinterhaus schleppen muss können die Akkus aus dem Vorbau entnommen werden. Das ist doppelt fein, weil sich so der Langstreckenfahrer, dem die 40 Stunden nicht ausreichen, nämlich eine Runde Ersatz-Akkus einstecken kann. Jetzt hoffen wir nur, dass das ganze Gebilde auch wasserdicht genug ist. IPX6 (Schutz gegen starkes Strahlwasser) ist angepeilt. Aber wie wir ja schon mittlerweile wissen: beim Thema Wasserdichtigkeit ist das, was wir wollen nicht immer das, was wir auch wirklich bekommen. Muss sich also auch erst mal zeigen.

Wie nicht anders zu erwarten sind natürlich auch diverse Apps für das SpeedForce angekündigt. Auch hier muss man dann sehen, was die Entwickler auf die Beine gestellt bekommen. Die Software reift ja meist erst am Kunden.

Der SpeedForce-Vorbau wird in zwei Versionen zu bekommen sein. Eine MTB-Version mit 90mm Länge mit +7 Grad Neigung und eine Rennrad-Version mit 110mm Länge und -7 Grad Neigung. Natürlich muss das Rad Ahead-Set geeignet sein. Der Durchmesser der Gabelrohrs muss 31,8mm betragen.

 (Bild: indiegogo/ © SpeedForce)
(Bild: indiegogo/ © SpeedForce)

Wer jetzt neugierig geworden ist und ein Rad hat, an den das Teil passt kann für aktuell 129 $ zuschlagen. Es gibt aktuell nämlich noch ein paar Early Birds. Da kommen dann noch 20 $ Versand sowie Zoll und Steuern drauf. Nach den Early Birds steigt der Preis auf 149$. Bei einem angepeilten normalen Verkaufspreis von regulär 179 $ kann man sich allerdings auch fragen, ob man nicht doch das finale Produkt abwarten sollte. Wie üblich haben Crowdfunding-Kampagnen ja auch noch diverse Risiken. Da es sich um ein recht komplexes Produkt handelt kann man sich zum Beispiel fragen, ob der Liefertermin März 2016 realistisch ist (erst recht, wenn man das chinesische Neujahrsfest im Hinterkopf hat). Die Prototypen in den Videos sehen zwar schon sehr final aus, der Schritt zu einer Massenproduktion bietet aber doch immer recht viele Fallstricke.

Ein interessantes, kleines Detail ist auch, dass als Standort des Projektes Sunnyvale in Kalifornien angegeben wird, die Macher aber komplett aus China zu kommen scheinen. Das muss jetzt natürlich nichts heißen, und auch wenn alles komplett aus China kommt und dort gefertigt wird muss das kein Nachteil sein. Immerhin dürften Ortskundige sich mit den Gepflogenheiten dort vor Ort besser auskennen. Ein bisschen mulmig wird einem dabei aber schon. Ein Glück, dass mein Look einen Vario-Vorbau hat und ich somit das SpeedForce gar nic

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