Smartwatch in schön - The Span Watch (Bild: ©Box Clever )
Smartwatch in schön – The Span Watch (Bild: ©Box Clever )

Leute, ich gebe es zu. Ich habe mich verliebt. Nein, es geht hier nicht um Beziehungskisten. Eine Uhr ist das Ziel der Begierde. Der Hauptkritikpunkt, den ich bis jetzt beim Thema Smartwatch hatte war ja immer das Design. Die meisten Dinger sehen aus wie aus dem Kaugummi-Automaten. Hand aufs Herz, die Pebble Steel ist zwar schon ein tüchtiger Schritt nach vorne, kann aber höchstens mit Casio-Uhren aus den 80er konkurrieren.

Mein bis jetzt an erster Stelle stehender Favorit, die Motorola Moto 360, sieht zwar sehr chic aus, allerdings bin ich mir da bezüglich des Zeitanzeige-Konzeptes nicht ganz im Klaren. Es hat sich ja schon herausgestellt, dass die Android Wear-Uhren letztendlich nur schön aufbereitete Bilder anzeigen. Ohne gekoppeltes Smartphone läuft da nicht viel. Und selbst, wenn das Teil ohne Companion noch die Zeit anzeigen kann ist immer noch die Frage offen, wie man das Teil dafür anschalten muss.

Der ganze Kram mit Gestenerkennung, Bewegungssteuerung, Knopfdrücken und so weiter, nur damit das stromfressende Display eingeschaltet wird, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Da ist die Pebble natürlich im Vorteil. Aber warum soll jetzt auf einmal der gute alte Zeiger out sein? Eine Jahrhundert alte Zeitanzeigemethode kann ja nicht auf einmal schlecht sein. Eher im Gegenteil.

Span – A modern timepiece from Box Clever on Vimeo.

Ja, es gibt Smartwatches mit Zeiger, die Cookoo zum Beispiel. Nur kommen wir hier wieder zum Anfang des Artikels. Die sehen alle wie aus dem Kaugummiautomaten aus. Um das jetzt mal abzukürzen, vom Design-Studio Box Clever ist jetzt ein Smartwatch-Konzept vorgestellt worden, dass für meinen Geschmack wirklich der goldene Wurf ist. Die Span Watch zeigt, wie man es machen sollte.

Oben Stunden, unten Minuten und in der Mitte das OLED-Display (Bild: ©Box Clever )
Oben Stunden, unten Minuten und in der Mitte das OLED-Display (Bild: ©Box Clever )

Es handelt sich um eine Zeiger-Uhr, in der sich Mittig über das Ziffernblatt ein OLED-Band spannt. Es wird kein normales Zeigersystem verwendet. Die Zeiger laufen nicht 360 Grad im Kreis, wie man es von normalen Zeiger-Uhren gewohnt ist. Stunde und Minute laufen nicht um die gleiche Achse. Vielmehr nimmt die Stunde die obere Hälfte der Uhr ein, die Minuten die untere Hälfte. Ist der Zeiger am Ende des Blattes angekommen springt er wieder auf 0 zurück. Sehr schönes Konzept.  Kommt ja je nach Uhrzeiger-Gestaltung doch schon mal vor, dass man etwas genauer hinschauen muss, um das bei normalen Uhren zu unterscheiden.

Die Gestaltung der Uhr erinnert mich ein bisschen an die Uhrenklassiker von Braun. So würde vermutlich auch Dieter Rams eine Smartwatch gestalten. Wäre für ansich schon ein Must-Have, auch ohne Smartwatch-Funktionalität.

Die Steuerung der Uhr übernimmt ein um den  Rand angebrachter Jog-Dial. Der erinnert zwar ein bisschen an einen Autoreifen, dürfte aber sicherstellen, dass man dort nicht abrutscht.

Uhrwerk und Smartwatchfunktionen sind getrennt. Die Zeiger werden mit einem Quarzwerk gesteuert. Nicht so genau wie die Cesium 133 Atom-Uhr aber erheblich praktikabler. So bleibt vermutlich auch bei leerem Smartwatch-Block die Zeitanzeigefunktion stets gegeben. Geladen wird der Smartwatch-Teil per Micro-USB. Ich schätze, dass das Quarzwerk mit einer üblichen Batterie betrieben wird. Genau weiß ich das allerdings nicht.

Der Jog-Dial spannt sich wie ein Reifen einmal komplett um die Uhr (Bild: © Box Clever)
Der Jog-Dial spannt sich wie ein Reifen einmal komplett um die Uhr (Bild: © Box Clever)

Die Smartwatchfunktionen werden sich vermutlich an den Companion-Funktionen anderer Uhren orientieren. Sollte aber wohl reichen. Auf so einem Design-Stück muss man nicht Flappy Birds spielen. Man muss sich halt entscheiden, ob man ein Feature-Monster a la Omate Truesmart mit allen seinen Vor- und Nachteilen rumschleppen möchte oder ob man einfach nur eine schöne Armband-Uhr tragen will, die etwas mehr kann.

Wobei die Span Watch einen definitiven und einen vermutlichen Nachteil haben wird. Der definitive Nachteil ist, dass es sich momentan nur um ein Konzept handelt. Es ist zwar ein Konzept, das laut Box Clever schon so weit ist, dass man es produzieren könnte, allerdings sind Gespräche zur Realisierung noch nicht so weit, dass man schon einen Marktstart prognostizieren würde.

Der vermutliche Nachteil wird wohl der zu erwartende Preis werden. Das Kleinod macht mir eher einen vierstelligen Eindruck. Aber ich lasse mich da gerne positiv überraschen denn einen genauen Preis weiß man noch nicht.

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