Nicht Smart-Watch sondern Smart Ring - der Smarty Ring (Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)
Nicht Smart-Watch sondern Smart Ring – der Smarty Ring
(Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)

Mist, mal wieder ein nettes Indiegogo-Projekt verschlafen. Und dann noch eins, das sehr gut zu einem anderen Projekt passt, dass ich hier mal betrachtet habe. Erinnert Ihr euch noch an die Ring Clock, die vor ein paar Monaten bei Idiegogo an den Start gegangen ist? Dort geht die Entwicklung langsam voran. Anhand des Prototypen kann man schön sehen, wie komplex es ist, so viel Technik in einen kleinen Ring unterzubringen.

Die Ring Clock kann lediglich die Zeit anzeigen. Da liegt es nahe mit den meisten Smartwatches gleich zu ziehen und neben einer Zeitanzeige auch noch die üblichen Notifications mit einzubeziehen. Diesen Schritt geht jetzt der Smarty Ring. Wer die Idiegogo-Kampagne (wie ich) verpasst hat muss ich jetzt jedoch nicht grämen. Auf der Homepage von Smarty Ring gibt es noch bis zum 30 Januar 2014 die Möglichkeit selbigen zu einen „vergünstigten“ Kurs zu ordern. Ob sich das lohnt schauen wir uns jetzt mal an.

Kumpel am Finger

Die Funktionsliste liest sich schon mal sehr ambitioniert. Hinweise auf einkommende Anrufe, Emails, SMS, Facebook, Twiter Hangout und Skype sollen möglich sein. Wenn ich es richtig überflogen habe wird der Hinweis über ein kleines LED-Display angezeigt.  Neben dem Display wird der Ring wohl auch akustisch auf sich aufmerksam machen können. Jedenfalls wird von einem Beep gesprochen, der ertönt, wenn sich das gekoppelte Smartphone mehr als 30 Meter entfernt. Eine schöne Sicherheitsfunktion. Ich befürchte allerdings, dass wenn sich das Smartphone erst mal 30 Meter entfernt hat es schwierig sein dürfte, einen potentiellen Dieb noch ausmachen zu können. Eine Hilfe gegen liegen lassen ist es aber alle mal. Nur sollte man es nicht im Bus oder in der U-Bahn vergessen. Da ist der Zug dann abgefahren. Vibrationsalarm scheint es leider nicht zu geben. Gerade an einem so unauffälligen Gegenstand wäre das schön diskret.

Genau wie die Ring Clock soll der Smarty Ring auch die Zeit anzeigen können. Muss man bei der Ring Clock jedoch etwas umständlich die Zeit anhand einer an der Zahl aufleuchtenden LED ablesen wird einem beim Smarty Ring die Zeit leicht ablesbar auf dem LED-Display angezeigt. Sieht zwar nicht so stylisch aus, sollte aber schneller zu entziffern sein. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Uhr auch als Stoppuhr und Count Down-Timer eingesetzt werden kann. Wie die Zeitanzeige angeschaltet wird ist der Beschreibung leider nicht zu entnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Display allways on ist. Dafür ist nicht genügend Platz für ausreichend Akkukapazität vorhanden.

Bedienelemente am Ring (Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)
Bedienelemente am Ring
(Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)

Der Ring soll auch zur Fernsteuerung mit dem gekoppelten Smartphone genutzt werden können. Anrufe annehmen, Kamera auslösen, Musik steuern… soll alles machbar sein. Die Renderings zweigen drei Buttons, die zur Steuerung benutzt werden können. Es kandelt sich aber nur um Erhebungen, also eher um berührungssensitive Bereiche. Es wäre interessant zu wissen, wie dieser vor ungewollter Nutzung geschützt wird. Das ein Ring immer an der gleichen Position am Finger bleibt ist eher unwahrscheinlich. Ringe sind rund und können sich somit drehen. Wenn dann der Screen an die anderen Finger gerät muss sichergestellt werden, dass diese zum Beispiel nicht zufälliger Weise einen Anruf auslösen. Diese Sicherung darf aber nicht dazu führen, dass man z.B. die Uhrzeit nur durch Einsatz der zweiten Hand anzeigen lassen kann. Das wäre unpraktisch. Hatte ich mich ja auch schon des Öfteren drüber ausgelassen. Man darf gespannt sein, ob und wie diese Usability-Gratwanderung gemeistert wird.

Ringspeicher

Der Akku des Rings soll „garantiert“ 24 Stunden halten. Wenn man mal die üblichen Marketingübertreibungen abzieht stehen die Chancen ganz brauchbar, dass man einen Tag damit über die Runden kommt. Wobei zu den 24 Stunden nichts über die Nutzung gesagt wird. Letztendlich ist es ja davon abhängig, wie oft man das Display am Tag anwirft. Wenn der Ring nur 24 Stunden ungenutzt schafft wäre das nicht so schön.

Damit der Ring mit einem 22mAh Akku auf so eine Laufzeit kommt wird auf Bluetooth 4.0 gesetzt. Dies setzt dann auch ein Smartphone voraus, das damit klar kommt. Ältere Androiden schauen in die Röhre.

Geladen wird der Ring wireless über eine Ladestation. Selbige hat Platz für zwei Ringe und zusätzlich noch für ein Smartphone, vorausgesetzt, dass man eins besitzt, dass kabelloses Laden erlaubt.

Der Akku ist wie bei der Ring Clock fest verbaut und nicht ohne weiteres austauschbar. Hierfür muss der Ring eingeschickt werden. Immerhin verspricht Smarty Ring, dass der erste Akkutausch von den Versandkosten abgesehen gratis sein soll… vorausgesetzt, dass die Firma lange genug existiert und die sich in drei Jahren auch noch an das Versprechen erinnern können. Das übliche Risiko bei Start Up’s.

Die Ladestation für den Ring (Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)
Die Ladestation für den Ring
(Bild: indiegogo/ © Smarty Ring)

Drum prüfe, wer sich ewig binde

Der Ring selber besteht aus rostfreiem Chirurgen-Stahl, ist 13mm breit und 4mm dick. Es stehen diverse Durchmesser zur Verfügung.  Bei der Bestellung kann man sich zwischen einer grünen und einer blauen LED-Anzeige entscheiden. Außerdem können bis zu 15 Zeichen eingraviert werden. Wer seine Ehe von vornherein nicht auf ewig anlegen sollte kann damit die Ringe auch als Eheringe nutzen. Bis zu einer goldenen Hochzeit werden die jedoch bestimmt nicht durchhalten. Kauft man zwei gibt es sogar einen Rabatt. Dann kostet aktuell der Ring dann nicht mehr 175 $ sondern nur noch 150 $.

Die Konfiguration erfolgt wie nicht anders zu erwarten über eine Smartphone-App.

Renderman

Die Renderings des Ringes sehen ganz cool aus. Sollte Bedienungskonzept, Laufzeit und Optik im späteren Produkt wirklich so umgesetzt werden können wäre der Smarty Ring eine schöner Erweiterung der Companion Wearables am Markt. Viel mehr können die meisten Smartwatches ohne eigene Sim auch nicht, zumal man bei denen ja oft die kompletten Nachrichten auch nicht angezeigt bekommt. Wenn eh das Smartphone rausholen muss reicht ein Symbol, das am Ring aufleuchtet vermutlich aus. Die eigentliche Frage ist jedoch, ob die ganzen Features auch wirklich in dem kleinen Ring untergebracht werden können. Das ist schon ein sehr ambitioniertes Ziel. Es wohler wäre mir bei der Geschichte, wenn es schon Prototypen zu sehen gäbe. Die aktuellen Renderings sehen schön aus, sind jedoch nicht wirklich verbindlich.

Wer den Ring ordert braucht also durchaus etwas Mut und Gott-Vertrauen. Gelassenheit kann auch nicht schaden. Ich prognostiziere mal, dass der anvisierte Liefertermin, der Momentan bei April 2014 liegt wie bei den meisten Start Ups nicht eingehalten wird.

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