Rasieren mit Laser? Kickstarter ist skeptisch geworden (Bild: kickstarter/ © Skarp Technologies)
Rasieren mit Laser? Kickstarter ist skeptisch geworden (Bild: kickstarter/ © Skarp Technologies)

Da hat kickstarter wohl kalte Füße bekommen. Meine Zweifel hatte ich ja schon zu Beginn der Kampagne angemeldet. Der Laser Rasierer Skarp Lazer Razor klang einfach zu gut um funktionieren zu können. Zumindest wenn man sich das doch recht ernüchternde Video des Prototypen angeschaut hat. Sonst sind die Herren kickstarter ja nicht ganz so zimperlich wenn es darum geht, dass ein Projekt schon mit Prototypen aufwarten kann. Bei einer Fundingsumme von 4 Millionen Dollar kann ich dann aber schon nachvollziehen, dass man sich ein Projekt mal genauer anschaut. Man hat ja auch einen Ruf zu verlieren.

Dieser Umstand hindert Skarp jedoch nicht daran, den Laser weiter zu reiten. Ist das eine Pferd tot, sattelt man einfach auf das nächste Pferd um. Dieses heiß aktuell indiegogo. Irgendwie fühle ich mich da an Scribble, den Stift, mit dem man Millionen Farben malen kann, erinnert. Der ist auch über mehrere Crowdfunding-Plattformen gewandert und nachträglich wieder geschlossen worden. Geendet hat das damit, dass man das Geld auf die mit Abstand unsicherste Methode eingesammelt hat, nämlich über eine selbst aufgesetzte Crowdfunding-Kampagne. Ob da noch mal was von zuhören sein wird? Würde mich wirklich interessieren.

Die Chancen stehen also durchaus hoch, dass es dem Skarp Lazer Razor ähnlich ergehen wird. Der Prototyp aus dem Video, mit dem man einzelne Haare nach mehrmaligem Anlauf erst abtrennen konnte war ja wirklich nicht sehr berauschend. Und die Aussage, dass die notwendige Präzision erst mit einem industriell hergestellten Exemplar möglich ist bedürfte sicherlich noch einer fundierten Untermauerung um nicht als Ausrede abgetan zu werden. Gibt ja sogar Stimmen die vermuten, dass die im Video zu erkennende Glasfaser vielleicht gar keine ist sondern nur ein Draht sein könnte, der die Haare einfach abbrennt. Was eint Ihr?

Ich würde hier also dazu aufrufen erst mal tief Luft zu holen, die Gier nach einem Schnäppchen herunterzuschlucken und zu warten, ob da jemals ein fertiges Produkt draus wird. Dann kann man ja immer noch einen bestellen. Und wenn die aber nie mehr in den Verkauf gehen, außerhalb der Kampagne? Dann war das Endergebnis wohl doch nicht so gut als dass es sich am Markt durchsetzen könnte.

Außerdem kann man glaube ich davon ausgehen, dass, wenn das wirklich ein ganz neuer Weg der Rasur sein sollte, die großen Firmen wie Philipps, Remmington oder Braun mit entsprechendem Budget auch auf den Zug aufspringen werden.

Geduld, kleiner Grashüpfer.

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