Real-Life-Video von Ergoplanet via Trinus VR auf das Smartphone gestramt (Bild: miy.de/© Oliver Thiele)
Real-Life-Video von Ergoplanet via Trinus VR auf das Smartphone gestramt (Bild: miy.de/© Oliver Thiele)

Es ist schon etwas länger her, dass ich mich mit meinem kleinen Side-Projekt „Low-Cost-VR-Trainer“ beschäftigt habe. Mittlerweile steht der Trainer nicht mehr im Schlafzimmer und kann dank eines neuen Kabels via Notebook am großen TV betrieben werden. Das macht die Geschichte natürlich wieder attraktiver und da kann man ja mal einen Blick riskieren und schauen, was man nach gut 2 Jahren am bestehenden Setup optimieren kann.

Wir erinnern uns: Der Daum-Ergometer wird mittels der Software Ergoplanet betrieben, die das Watt-gesteuerte Abfahren von Real-Life-Videos ermöglicht. Software und RLVs beim Daum sind umsonst (was nicht heißt, dass sich die Macher von Software und Videos nicht über einen Obulus freuen würden).

Um die Kosten gering zu halten habe ich nicht auf eine Oculus Rift gesetzt, da diese doch recht hohe Anforderungen an Portemonnaie und Rechner stellt. Das „Low-Cost“ soll ja im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund setze ich auf einen Smartphone-VR-Halter von Durovis. Der Desktop des Rechners wird dann mittels Teamviewer-App auf das Smartphone gebracht. Die damalige Lösung via Splashtop war jedoch zum einen nicht sehr performant und setzte zum anderen voraus, dass man selber die Videos auf side-by-side-Betrieb umrenderte. Sehr unkomfortabel und die Anzeigen wie Watt und Tempo musste man ausblenden, wenn man sich nicht die Augen verbiegen wollte.

Hier ist denn auch der größte Sprung passiert. Mittlerweile setze ich die Software Trinus VR ein. Diese besteht aus zwei Teilen. Zum einen gibt es einen PC-Server, der das aktuelle Fenster des Desktops abgreift. Zum anderen gibt es eine Client-App für das Smartphone, die den Stream des Servers entgegen nimmt und anzeigt.

Der große Vorteil von Trinus VR ist, dass es den Desktop alleine als Pseudo-3D anzeigen und im für VR-Brillen nötigen Side-by-side-Betrieb umwandeln kann. Das erspart komplett die eigene Umarbeitung der Videos. Sehr komfortabel. Dabei ist der Streaming-Betrieb via Wlan sogar recht performant. Ein paar Ruckler sind allerdings immer noch zu verzeichnen. Dazu sollte ich allerdings sagen, dass ich die Geschichte auf einem 2010er 13“Macbook Pro mit Windows 7 eingesetzt habe. Da gibt es sicherlich heutzutage schnellere Systeme. Aber für mich reicht es.

Wer mit einem Kabel leben kann und ein Smartphone hat, dass USB- Tethering beherrscht, kann den Stream via USB-Kabel übertragen. Das holt noch ein bisschen mehr Performance aus der Kombi. Mit meinem One Plus One ging es problemlos.

Trinus VR kann noch so einiges mehr. Für mein Projekt reicht das bis jetzt beschriebene jedoch erst mal vollkommen aus.

Zweite Optimierungsmöglichkeit dürfte der Einsatz einer anderen VR-Brille sein. Die Durovis Dive war der erste Vertreter der Zunft. Da ist in den letzten zwei Jahren viel passiert. Die Optiken der Dive sind ja alles andere als Nutzerfreundlich. Ständig muss man die neu einstellen oder sie fallen aus der Halterung heraus. Das geht mittlerweile besser. Eine Galaxy VR wäre natürlich fein. Mit meinem One Plus One bin ich da jedoch raus aus dem Spiel.

Der 2. Prototyp der Cmoar (link) sieht schon sehr vielversprechend aus.
Der 2. Prototyp der Cmoar (link) sieht schon sehr vielversprechend aus. (Bild: kickstarter/© cmoar LTD)

Aktuell warte ich darauf, das das polnische Startup Cmoar endlich mit seiner Brille an Land kommt. Da hatte ich im Februar 2015 ja einen Early Bird eingesackt. Allerdings liegt man nun schon, wie bei Crowdfunding-Projekten üblich, deutlich hinter dem Zeitplan zurück. Juni 2015 war ursprünglich geplant. Aktuell würde ich eher mit Mai/Juni 2016 rechnen.

Immerhin haben die Cmoar-Macher die Zeit gut genutzt. Mit dem ursprünglichen Gerät hat das finale Produkt nicht mehr viel gemein. Zumindest die Optik hat sehr stark gewonnen. Bezüglich Funktion und Technik kann ich natürlich keine Aussage machen, bin auf Grund der recht regelmäßigen und ausführlichen Updates aber froher Stimmung, dass das Teil durchaus seinen Mann stehen können wird.

Mal schauen, wie sich der VR-Trainer dann fahren wird. Bis dahin werde ich mir mal Gedanken bezüglich der Ventilation machen. Ist ja doch ein recht schweißtreibendes Geschäft, im Wohnzimmer auf Berggipfel zu radeln.

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