Alles bunt - Scribbles nächster Versuch (Bild: tilt.com/© Scribble)
Alles bunt – Scribbles nächster Versuch (Bild: tilt.com/© Scribble)

Oha, jetzt ist Scribble wieder zu bestellen. Allerdings diesmal nicht über Kickstarter sondern über tilt.com. Die sind uns ja schon beim OM/ONE Bluetoothlautsprecher begegnet.

Kurz zur Erinnerung: Scribble ist ein Stift, mit dem man a) die Farbe eines Objektes scannen und b) über 16 Millionen unterschiedliche Farben malen kann. Zuerst wurde versucht, den Scribble über eine Kickstarterkampagne an den Mann zu bringen. Was nach ein, zwei verstrichenen angekündigten Terminen dann auch wirklich stattgefunden hat. Da jedoch der Vorstellungsfilm des Stiftes zu wenig handfeste Informationen über selbigen zeigte wurde die Kampagne auf betreiben von Kickstarter wohl wieder gestoppt.

Nun ist, zwei Tage nach dem eigentlich angekündigten Relaunch der Stift wieder zu backen. Allerdings wurde wie oben erwähnt nicht Kickstarter als Vertriebsplattform gewählt. Die Gründe würden mich jetzt durchaus interessieren und könnten durchaus für die Beurteilung des Projektes relevant sein. Wenn man positiv denkt reden wir uns ein, dass tilt.com weniger Geld vom Kuchen abhaben will. Genau so gut möglich (und ich halte es für wahrscheinlicher) ist, dass Kickstarter mit dem geupdateten Filmmaterial immer noch nicht zufrieden war.

In diesem Fall hätte man sich dann für einen Anbieter entschieden, der weniger strenge Regel für Projekte aufstellt und somit hätte sich dann das Risiko für die Kunden erhöht. Genau beurteilen kann ich das jetzt allerdings nicht, da ich die Regularien der beiden Dienste nicht kenne.

Schaut man sich das neue Video an besteht durchaus Grund zur Skepsis. Wenn mit dem Stift eine Farbe gescannt und an das Ipad gesendet wird, sind eindeutig Schnitt zu sehen. Schaut einfach mal auf die Hand, die den Stift hält. Mit jedem Farbwechsel springt sie leicht im Bild. Wenn selbst das noch nicht funktioniert und gefaked werden muss sind doch eindeutig Zweifel anzumelden, ob Scribble in der Entwicklung weit genug ist an den Markt zu gehen.

Man sieht den Stift jetzt zwar in Aktion, bei der ersten Einstellung kommt es mir aber so vor, als ob der Strich nachträglich reinretuschiert wurde. Kann natürlich auch täuschen. Da man aber nicht ohne Schnitt sehen kann, wie man mit dem Stift die Farbe wechselt fehlt letztendlich der Beweis, dass in dem gefilmten Stift überhaupt irgendwelche Technik steckt.

Der Stift ist mittlerweile so dick geworden, dass man da auch problemlos einen Copic-Marker drinnen unterbringen könnte. Noch mehr Zweifel also.

Immerhin wird klar, dass der Stift nicht auf Knopfdruck sofort die Farbe wechseln kann. Im Video wird kurz ein kleiner Topf gezeigt, der wohl mit irgendwelchen Mittel die restliche Farbe aus dem Stift zieht. Ob die Farbe jetzt nur ausgemalt wird oder ob im Topf Lösungsmittel zum Einsatz kommen bleibt unklar.

Gesalzen sind übrigens auch die Preise für Nachfüll-Tinte. Für eine Cartridge mit allen Farben werden wohl 55 $ aufgerufen. Pro Farbe kann man etwa 5 bis 7 Kilometer malen. Klingt jetzt zwar viel, besonders, wenn man bedenkt, dass ein normaler Kugelschreiber wohl nur bis zu 2 Km schreiben soll. Ob das in Realität auch erreicht wird muss sich zeigen. Autohersteller legen den Benzinverbrauch ja auch ganz gerne zu ihren gunsten aus und Handy-Akkus halten auf dem Papier ja auch immer etwas länger.

Unter dem Strich wirft die neue Kampagne also weitere Fragen und bei mir auch durchaus Zweifel an der Glaubwürdigkeit auf. War ich bei der ersten Vorstellung im Netz noch im kompletten „Must have“-Modus und ist die Ampel bei der Kickstarterkampagne auf gelb umgesprungen steht sie mittlerweile auf rot. Wenn der Stift irgendwann wirklich mal erhältlich sein sollte und erste Unterstützer ihn wohlwollend getestet haben könnte ich vielleicht mich noch mal umstimmen lassen. Bis dahin lautet jedoch meine Empfehlung: Besser nicht.

Nachtrag 31.08.2014:

Bin anscheinend nicht der Einzige, dem die Schnitte aufgefallen sind. Die Website drop-kicker.com hat sich das auch mal genauer angeschaut. Durchaus mal einen Blick wert

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