Smartwatch mit eingebautem Projektor - Ritot (Bild: © Ritot)
Smartwatch mit eingebautem Projektor – Ritot (Bild: © Ritot)

Manchmal muss man auch ein bisschen Spott ertragen können, auch wenn man an und für sich eine interessante Idee auf den Markt bringen will. Aber da muss Ritot jetzt einfach mal durch und da die Ihr Funding-Ziel schon gut um das siebenfache durchschlagen haben hält sich mein schlechtes Gewissen auch eher in Grenzen.

Die Bracelt-Version kommt mit Leder-Optik daher (Bild: © Ritot)
Die Bracelt-Version kommt mit Leder-Optik daher (Bild: © Ritot)

Fangen wird doch einfach mal beim Namen an. Hört sich nicht wirklich griffig an. Eher wie ein Alcopop-Getränk. Oder nach Tod, wobei das eher deutschen Kunden auffallen würden. Da liegt dann die phonetische Verwandtschaft zu „riot“ einem englisch sprechenden Kunden eher in den Ohren. Hoffen wir mal, dass es zu keinem Aufstand selbiger kommen wird, wenn die Ritot mit dem schon zu erwartenden Verzug kämpfen wird, denn „riot“ heiß Aufstand auf Englisch.

Versuchen wir uns der Uhr, oder dem Armreif aber trotzdem erst einmal etwas zu nähern. Die Grundidee ist durchaus clever. Smartwatches dürften vielen Leuten zu klobig sein. Das lässt sich generell eher schwerlich vermeiden, da eine Smartwatch ja Informationen anzeigen soll und dies ohne großes Display meist nicht sehr nutzerfreundlich ist. Wobei die Nutzerfreundlichkeit bei den aktuellen Smartwatches generell noch so ein Problem ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Wer es sportlicher mag kommt aber auch auf seine Kosten... (Bild: © Ritot)
Wer es sportlicher mag kommt aber auch auf seine Kosten… (Bild: © Ritot)

Wer es smart und kleiner haben möchte greift zu einem Fitnesstracker. Die haben oft entweder gar keine Anzeige oder auch nur Kompromisse, die nicht sonderlich gut ablesbar sein. Davon abgesehen kann man mit den Dingern bezüglich Sport schon so einiges machen, in Kombination mit dem Smartphone laufen die Dinger aber in der Regel in die falsche Richtung, das sie nicht Infos des Smartphones anzeigen sondern die Smartphones die Daten der Fitnesstracker.

Und jetzt kommt Ritot ins Spiel. Die wollen nämlich ein Gerät nicht mit einem Display sondern mit einem kleinen Projektor ausstatten. Dieser projiziert die gewünschten Daten dann auf den Handrücken des Nutzers. Die Smartwatch soll dadurch sehr schlank gehalten werden können und erinnert eher an einen Armreif oder den besagten Fitnesstrackern.

Damit das dann auch den Wünschen der Kunden entsprechend chic oder sportlich aussieht gibt es zwei Versionen, die es dann in unterschiedlichen Farben zu erwerben gilt. Die Bracelet-Version hat eine leicht Leder nachempfundene Oberfläche während die Sport-Version glatt daher kommt. Die Renderings sehen nicht schlecht aus.

Jetzt würde normaler Weise der Part kommen, wo ich mich ausgiebig mit den ganzen technischen Details beschäftige. Die sind jedoch eher Mangelware.

Ja, da fällt die halbherzige Photoshoparbeit doch fast gar nicht mehr auf (Bild: © Ritot)
Ja, da fällt die halbherzige Photoshoparbeit doch fast gar nicht mehr auf (Bild: © Ritot)

Der Projektor soll per Knopf oder Bewegungserkennung angeschaltet werden. Hoffen wir mal, dass das mit der Bewegungserkennung dann auch so gut funktioniert, dass die Uhr nicht zu oft, aber auch nicht zu selten anspringt. Nach 10 Sekunden geht der Projektor dann wieder aus.

Außerdem soll es noch eine Ladestation geben, an der man das Teil dann auch konfigurieren können soll. Warum man das nicht am Smartphone macht? Gute Frage. Sieht gerendert vielleicht nicht so stylisch aus. Der Rest versinkt im gleißenden Licht schöner Stock-Images denen teils handwerklich solide, teils mit eher mäßigem Geschick die Ritot reingephotoshop wurde. Das einzige Bild, das ansatzweise nach Prototyp aussieht dürfte wohl auch ein Renderbild sein. Gut, die beiden 3D-Drucke des Armbandes sollte man auch nicht vergessen, aber das sollte auch ein Anfänger in Sachen 3D-Druck in ein paar Tagen hin bekommen. Und dass die Ritot-Jungs ihr 3D-Programm beherrschen zeigen sie an den vielen Produktbildern.

Eine Dockingstation darf auch nicht fehlen. Erinnert irgendwie an eine Küchenwaage. (Bild: © Ritot)
Eine Dockingstation darf auch nicht fehlen. Erinnert irgendwie an eine Küchenwaage. (Bild: © Ritot)

Fassen wir also noch mal zusammen. Die Ritot ist ein Armand mit eingebautem Projektor. Es gibt aber momentan weder technische Daten wie Prozessor, Speicher, Auflösung, usw. usf. und noch nicht mal echtes Bildmaterial dass einen vermuten lässt, dass der Hersteller überhaupt schon mal den Lötkolben in die Hand genommen hat.

Trotzdem haben schon fast 2500 Leute mindestens 120 $ in die Hand genommen um sich so ein Teil zu sichern. Das spricht doch dafür, dass die Idee auf jeden Fall funktioniert. Ob es das Produkt auch tun wird muss sich zeigen. Februar 2015 werden wir sehen, wer den Spott verdient.

Wobei man sich vorher gut überlegen sollte, ob man die Projektion von einkommenden Nachrichten auf dem Handrücken gut findet. Sollte es zu private sein könnte der Spott dann doch recht schnell einen selbst treffen.

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