Der Ring - tolle Features, blöder Name (Bild: kickstarter/© Logbar inc.)
Der Ring – tolle Features, blöder Name
(Bild: kickstarter/© Logbar inc.)

Zwei Ringe hatten wir ja schon hier im Blog. Die Ring Clock, die lediglich die Uhrzeit anzeigt und der Smarty Ring, der mittels Display gleich als kompletter Companion auftritt. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt der „Ring“. Eins vorweg: der „Ring“ an sich ist ein ziemlich blöder Name für ein Produkt, auch wenn es sich dabei wirklich um einen Ring handelt. Wünsche viel Erfolg bei der Suche nach dem Produkt im Netz.

Aber zurück zum Thema. Der Ring ist vom Konzept her zwar auch ein Wearable, versteht sich aber weniger als Instrument zum Konsum von Informationen sondern eher als Eingabegerät. Zwar kann der Ring auch Nachrichten von einem gekoppelten Smartphone empfangen, beschränkt sich aber nur auf vibrieren oder dem Aufleuchten einer LED.

Die große Macht des Ringes entsteht durch einen eingebauten Bewegungssensor gekoppelt mit einer App, die die Bewegungen des Ringes in Kommandos für das Smartphone umsetzt. Von der Möglichkeit, mit einem entsprechenden Alphabet in der Luft zu schreiben bis hin zu so netten Sachen wie die Fernbedienung eines angeschlossenen Smart-TVs ist so einiges geplant. Gut, mein alter Grundig Röhrenfernseher wird sich damit vermutlich nicht steuern lassen. Aber dafür funktioniert der bestimmt auch noch in 20 Jahren. Welche Geräte alle mit dem Ring gesteuert werden können ist etwas nebulös formuliert. Infrarot und WiFi sind hilfreich. Mittels Hubs sollen auch nicht kompatible Geräte steuerbar sein. Wirklich ausführlich wird der Punkt jedoch nicht besprochen. Ich vermute mal, dass die Entwicklung dort noch nicht so weit ist, dass man konkrete Beispiele nennen kann.

Via Smartphone kann man selber Gesten festlegen. In wie weit man frei bei der Belegung ist wird sich zeigen.

Auf die auch angedachte Bezahlfunktion gehe ich mal nicht ein. Ich vermute, dass die in Deutschland wohl eher nicht zu brauchen sein wird.

Damit man nun nicht beim normalen Gestikulieren ausversehen das Licht im Kühlschrank einschaltet muss vor dem Absetzen einer Geste zuerst ein Touch-Sensor berührt werden. Damit das ergonomisch hinhaut sollte der Ring übrigens am Zeigefinger getragen werden. Das ist ausserdem wohl auch notwendig, damit das Tracking richtig funktioniert. Der Zeigefinger ist hat der beweglichste Finger und wohl deshalb am besten vom Menschen zu steuern.

Der Ring verspricht ein extrem genaues Tracking (Bild: kickstarter/© Logbar inc.)
Der Ring verspricht ein extrem genaues Tracking (Bild: kickstarter/© Logbar inc.)

Der Ring verbindet sich mittels Bluetooth Low Energy 4.0 mit dem Smartphone. Das setzt allerdings voraus, das man entweder ein Android-Phone mit mindestens Version 4.4 oder IOS-Gerät mit IOS 7 besitzt. Windows Phone ist geplant, aber noch nicht umgesetzt.

Geladen wird der Ring übrigens kabellos auf einer Ladestation. Sehr schön, da man so nicht mit nem Kabel an dem kleinen Ring rumfummeln muss. Eine Akkuladung soll für etwa 1000 Gesten ausreichen. Also nichts für Autoren langer Romane. Um im Auto die Ziel-Adresse in die Navi-App zu schreiben sollte es aber reichen. Wenn man mit dem Ring den Fernseher steuert würde mich mal interessieren, wie oft man da den Kanal switchen kann. Bei dem Programm heut zu tage könnte da der Akku auch recht schnell leer sein.

Tausend Gesten mit einer Akkuladung... ob das reicht? (Bild: kickstarter/© Logbar inc.)
Tausend Gesten mit einer Akkuladung… ob das reicht? (Bild: kickstarter/© Logbar inc.)

Ein Schnäppchen ist der Ring nicht unbedingt. 145 $ plus Nebenkosten wird für den Early Bird verlangt. Ein paar sind noch zu haben. Sportlich ist wie üblich das Timing. Auslieferung soll ab Juli beginnen. Der Prototyp sieht zwar schon sehr final aus, aber die Umsetzung in ein Serienprodukt in nur 5 Monaten zu stemmen halte ich für etwas zu ambitioniert. Man sollte sich also auf Verzögerungen einstellen.

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