Die Pocket Done von AirDroids (Bild: kickstarter/© AirDroids)
Die Pocket Done von AirDroids (Bild: kickstarter/© AirDroids)

Heute mal ein Kickstarter-Projekt, bei dem ich erst etwas nachsinnieren musste, warum ich das brauchen könnte. Die Pocket Drone von AirDroids. Dronen für den Privatgebrauch sind ja nun keine Seltenheit mehr. Man bekommt sie mittlerweile in jedem gut sortierten Spielwarenfachhandel, Elektronikkaufhaus oder Hardware-Teile-Höker. Von kleinen nur fliegenden Dingern bis zum Komplettpaket mit Kamera, iPad-Steuerung und erheblich Nutzlast ist der Markt damit schon gut gefüllt. Wenn selbst die Post mit Dronen schon rumspielt kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Dronen mittlerweile mainstreamigster Mainstream sind.

Die Pockekt Drone orientiert sich eher an dem Bereich Komplettpaket. Eine Kamera ist zwar mit einem etwas höherem Pledge verbunden aber auf jeden Fall vorgesehen. Das erstaunliche bei Ihr ist aber ehr die kompakte Abmessung gepaart mit ein paar netten Features, die mich dann letztendlich doch zu einer Idee gebracht haben, was ich damit anfangen könnte.

Generell muss man sich ja erst einmal fragen, was man mit so einer Drone will. Einfach nur etwas rumfliegen und ein paar Videos schießen ist glaube ich keine Langzeitmotivation. Gut, man könnte vielleicht die Nachbarschaft abfliegen und überall mal in die Wohnzimmer schauen, aber irgendwie reizt mich das jetzt auch nicht sonderlich, von der moralischen Verwerflichkeit mal ganz abgesehen.

Viel spannender finde ich da die Verwendung für mein Low-cost VR-Homtrainer-Projekt. Ich habe mich ja immer schon gefragt, wie man am besten Videos für den VR-Trainer aufnimmt. Die meisten wirklich guten Videos werden per Auto aufgenommen. Kamera aufs Dach und los. Das Ergebnis sind meist sehr ruhige Kameraaufnahmen. Die Nachteile dabei sind zum einen das Tempo, mit dem man mit dem Auto die Aufnahmen macht (schneller als wenn man mit dem Rad unterwegs ist) und zum anderen kommt doch des Öfteren der Schatten des Autos mit auf das Video. Das stört die Immersion.

Montiert man die Kamera am Rad hat man meist Probleme mit den Rad-Bewegungen. Die Videos verwackeln und schwanken wie bei Windstärke 12. Mit der Pocket Drone kann man es machen wie bei der Tour de France. Verfolgungs-Helikopter ist das Stichwort. Die Pocket Drone soll nämlich mit einem „Follow Me“-Modus ausgestattet werden. Dafür benötig man ein Smartphone mit GPS, das mit der Drone gekoppelt wird. Diese hängt sich dann an den Smartphoneträger dran wie bei einer guten alten Kino-Verfolgungsjagt. Ich kann jetzt natürlich nicht genau sagen, wie hoch sie dabei fliegt und wie genau dabei das Zielobjekt verfolgt wird, aber die Vorstellung daran ist schon sehr cool.

Das Ding ist zusammengeklappt wirklich klein. (Bild: kickstarter/© AirDroids)
Das Ding ist zusammengeklappt wirklich klein. (Bild: kickstarter/© AirDroids)

Airdoids haben allerdings schon darauf hingewiesen, dass dieser Modus erst mal nur etwas für Strecken mit wenigen Hindernissen ist. Für einen Cross Run durch den Wald würde ich die Pocket Drone also noch nicht einsetzen. An einer Verbesserung des Modus wird gearbeitet. In wie weit das nun eine spätere Version der Drone zu Gute kommt oder per Firmware der aktuellen Drone nachgereicht werden kann wird leider aus der Kickstarterbeschreibung nicht so ganz klar.

Man sollte allerdings darauf achten, dass man bei der Videoaufnahme keine weiße Radhose trägt. Anderenfalls geht man Gefahr ein, dass die Betrachter des Videos während des ganzen Films unter den aneinander reibenden Pobacken  Anstoß nehmen könnten.

Die Pocket Drone soll eine Nutzlast von gut 250 Gramm tragen können. Das wäre genug um eine Geonaute 360 Grad Kamera als Nutzlast mitzunehmen. Und schon hätten wir das nächste Problem gelöst, nämlich die Montage einer 360 Grad Kamera ohne dass man den Kameramann zum Teil mit auf das Bild bekommt.

Einzig die Akkuleistung könnte die Aufnahme eines Fahrradfilms etwas anstrengend machen. Nach spätestens 20 Minuten muss der Flieger wieder an die Steckdose. Ein eingebauter Low-Power-Alarm weist aber zumindest darauf hin. Jetzt aber bitte nicht falsch verstehen. Wenn das kleine Ding es wirklich auf 20 Minuten Flugzeit bringen sollte ist das echt beachtlich. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Akku nicht fest verbaut ist sondern schnell getauscht werden kann. Wenn dem so ist könnte man damit leben. Die kurzen Zwischenstopps könnte man leicht rausschneiden.

Der Rest der Features der Pocket Drone liest sich gut, unterscheidet sich aber letztendlich auch nicht gigantisch von den bereits existierenden Fliegern. Schön klein ist sie. Das könnte man noch ein zweites Mal erwähnen. Zusammengeklappt passt sie locker in eine kleine Tasche, d.h. man kann die Anreise zum Streckenstart auch ohne Auto erledigen.

Wie schön ist es, dass die Pocket Drone bei der Kickstarter-Kampagne nur für den amerikanischen Markt angeboten wird. Die Hersteller sind sich der Probleme bewusst, die eine internationale Auslieferung mit sich ziehen würde, zumal der Funkbetrieb mit dem ganzen Frequenzenwirrwarr es noch um einiges komplexer macht. Eine Versuchung weniger, denn den Spieltrieb spricht die Pocket Drone in mir auf jeden Fall an.

You might also enjoy: