Jetzt auch mit Pulssensor - die neuen Pebble 2 und Pebble Time 2 (Bild: kickstarter/ © pebble)
Jetzt auch mit Pulssensor – die neuen Pebble 2 und Pebble Time 2 (Bild: kickstarter/ © pebble)

Pebble läutet die dritte Runde seiner Smartwatch ein. Klar, dass ich da auch meinen Senf zu geben muss. Lohnen sich Pebble 2, Pebble Time2 und Pebble Core?

Wie üblich startet Pebble in guter, alter Tradition den initialen Abverkauf der neuesten Generation via Kickstarter. Funding-Rekorde und umfangreiche Presse sind garantiert. Das Fundingziel von 1 Mio. Dollar wurde wie zu erwarten mal wieder nach einer Stunde geknackt.

Leider  verschweigt verschont uns Pebble aber auch diesmal weitestgehend mit technischen Daten, so dass ein richtiger 1:1-Vergleich schwer fällt. So müssen wir uns die Daten dann im Netz zusammen suchen und hoffen, dass diese auch der Wahrheit entsprechen. Die Seite pocket-lint.com hat das ganz gut zusammengefasst.

Arbeiten wir uns einfach mal durch die drei Modelle durch und fangen mit der Pebble 2 an.

Pebble 2

Ich bin dann mal bunt - Pebble 2 (Bild: kickstarter/ © pebble)
Ich bin dann mal bunt – Pebble 2 (Bild: kickstarter/ © pebble)

Die Pebble 2 ist die „Low-Cost“-Version. Sie ist wie die Ur-Pebble mit einem Schwarz/Weiß-Display ausgestattet und macht vom Design einen sehr billigen sportlichen Eindruck. Man möchte wohl zum einen die ganzen Fitness-Tracker-Träger ansprechen und zum anderen sich bei dem Preis quasi als Einstiegsdroge in das Smartwatch-Genre positionieren. Sie ist mit einem Pulssensor versehen und sollte so im Punkte Funktion mit den meisten Trackern mithalten können. Natürlich kann man den Funktionsumfang hier auch durch die diversen Apps aufbrezeln.

Diverse Bonbon-Farben stehen zur Auswahl. Mit bis zu 7 Tagen Akkulaufzeit sollte sie sich gegen die meisten Smartwatch-Konkurrenten durchsetzen können. Mehr schafft nur die Time Steel und wohl die Time 2.

Pebble Time 2

Hallo Display - Size does matter (Bild: kickstarter/ © pebble)
Hallo Display – Size does matter (Bild: kickstarter/ © pebble)

Die Time 2 ist der Nachfolger der Time Steel. Pebble hat sich diesmal also eine Plastikgehäuseversion gespart. Sehr gut. Die beiden größten Unterschiede zur Time Steel dürften das größere Display und der Pulssensor sein.

Das Display ist von 1,25“ auf 1,5“ gewachsen und löst nun statt mit 144 x 168 Pixeln mit 200 x 228 auf. Der dicke schwarze Trauerrand ist erheblich kleiner geworden. Hoffen wir mal, dass da die ganzen bestehenden Apps damit klarkommen werden.

Das Gehäuse ist in der Länge wohl etwas geschrumpft. Pocket-lint schreibt von 40.5 x 37.5mm gegenüber 47 x 37.5mm bei der alten Generation. Die Höhe hat dafür 3 mm zugenommen. Dazu kommen dann vermutlich noch ein bis zwei mm für den Pulssensor, so er denn wie üblich etwas nach unten absteht.

Anscheinend wird wohl auch ein etwas schnellerer Prozessor verbaut. Über die Speicher-Ausstattung habe ich nichts herausfinden können. Gerade da wäre ein deutliches Plus wünschenswert gewesen. Aber dazu später vielleicht mehr.

GPS und WiFi sucht man immer noch vergebens.

Die Time 2 ist also im Großen und Ganzen eher eine leichte Weiterentwicklung. Nicht unbedingt ein großer Wurf.

 

Pebble Core

Der Würfel ist gefallen - Pebble Core (Bild: kickstarter/ © pebble)
Der Würfel ist gefallen – Pebble Core (Bild: kickstarter/ © pebble)

Hier haben wir es mit so einer iPod Shuffle auf Speed zu tun. Der kleine Würfel kann eine Sim-Card aufnehmen und dann Spotify abspielen. Um Musik lokal abzulegen hat er 4 GB Speicher an Bord- GPS ist endlich auch an Bord.

An sich nette Features (die weiteren lest am besten in der Kampagne nach), nur frage ich mich, warum ich dafür ein extra Gerät mitnehmen muss. Warum kann das nicht direkt in der Uhr eingebaut sein oder als Smartstrap realisiert werden? So habe ich nur noch ein weiteres Gerät, das ich a) aufladen, b) administrieren und c) nicht verlegen darf.

Kritik

Wer generell noch keine Smartwatch hat und etwas mit langer Laufzeit sucht ist bei Pebble sicherlich immer noch am besten aufgehoben. Die Hardware ist gut. Pebble weiß, wie man so große Kampagnen handhabt. Es kommen regelmäßige Updates. So gesehen kann man da nichts gegen sagen.

Wer schon eine Pebble der 2. Generation besitzt sollte sich die Anschaffung jedoch zweimal überlegen. Das große Display der Time 2 ist tatsächlich sehr sexy. Ob man wirklich einen Pulssensor braucht erschließt sich mir nicht. Halte ich persönlich eher für überflüssig. Muss aber auch jeder für sich entscheiden.

Es gibt bei der neuen Pebble-Runde jedoch ein paar Dinge, die mir nicht schmecken.

Smartstrap

Das Smartstrap-Konzept, bei dem Funktionen über das Armband nachgerüstet werden können, kann man jetzt wohl erst mal zu Grabe tragen. Das liegt nicht daran, dass die neue Time 2 das vielleicht nicht beherrschen würde. Genauere Aussagen dazu gibt es noch nicht. Das Problem liegt eher darin, dass mit neuen Abmessungen die angekündigten Straps, die alles schon bezahlt wurden aber noch nicht beim Kunden gelangt sind, sehr Wahrscheinlich nicht mehr passen werden. Leute, die also ein entsprechendes Smartstrap-Projekt gebackt haben und nun gerne auf die Time 2 wechseln wollen müssen also überlegen, ob sie die 50 bis 80 $, die sie für die Straps ausgegeben haben, in die Tonne kloppen wollen oder sich den Wechsel sparen.

Damit einher geht, dass das Risiko für Startups solche smarten Armbänder zu starten und dann, wenn sie ausgeliefert werden festzustellen, dass die an die aktuelle Uhrengeneration nicht mehr passen, viel zu groß ist. Ok, die armen Kickstarterbacker werden ihr Geld schon abgedrückt haben. Aber ein Folgegeschäft wird sich daraus nicht ergeben. Ich persönlich würde das nicht riskieren.

Gleiches gilt dann natürlich auch für die Backer. Wenn ich ein Armband unterstütze möchte ich das auch nutzen. Wenn ich es sofort bekommen würde wäre das kein Problem. Leider brauchen Kickstarterkampagnen aber ja immer so ihre Zeit. Ärgern ist da vorprogrammiert.

Sollten die alten Smart-Straßs wieder erwaten doch passen muss man bedenken, dass der Pulssensor dann nicht funktionieren wird. Der bräuchte ja eine Öffnung zur Haut, die in den Traps nicht vorgesehen ist.

Liebe Pebble-Leute: Baut endlich selber Smartstraps oder ändernd nicht die Gehäusedimensionen. Sonst könnt Ihr Euch das an sich tolle Konzept sparen.

 (Bild: kickstarter/ © pebble)
(Bild: kickstarter/ © pebble)

Timeline

Mal etwas generelles. Die Timeline sieht zwar chic aus, ist aber so meines Erachten nicht wirklich sinnvoll. Ich möchte die nächsten ein bis zwei Termine gleich auf dem Display sehen. Warum geht das bitte schön nicht mit normalen Watchfaces? Ok, man kann Canvas oder Glance nutzen, aber die verlieren fast jedes Mal, wenn eine Mitteilung kommt, ihre Grafiken, da der Speicher der Uhr nicht groß genug ist. Danach sieht es denn gruselig aus. Wirklich stabil sind die Apps auch nicht.

Ich möchte nicht erst auf einen Knopf drücken müssen, um den nächsten Termin zu sehen. Knöpfe drücken ist doof, kostet Zeit und wenn man eh schon die zweite Hand nutzen muss kann man auch gleich das Smartphone anschalten.

Und warum zeigt die Timeline eigentlich nur die Termine der nächsten 2 Tage an? Ist mein nächster Termin erst in drei Tage, wird der mir vorenthalten.

Apps

Ok, es gibt viele Apps für die Pebble. Nur irgendwie brauche ich die alle nicht wirklich. Bin mir jetzt nicht sicher, aber gefühlt sind in den letzten Montane nicht wirklich neue Apps hinzugekommen, die man wirklich brauchen würde. Aber das ist jetzt eher ein persönliches Gefühl.

Fazit

Unter dem Strich hat Pebble wieder solide Uhren auf die Beine gestellt. Wer noch keine hat und sich für das Thema interessiert, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Man sollte sich aber vorher im Klaren sein, dass generell Smartwatches von der Funktion her noch recht eingeschränkt sind. Da ist auch die Pebble nicht von ausgenommen. Mit der Pebble 2 kann man immerhin einen Versuch für recht wenig Geld starten.

Tl;dr;

Die neuen Pebble-Uhren sind konsequente Weiterentwicklungen. Jetzt zwar mit Pulsmesser, leider immer noch ohne WiFi und GPS. Durch Änderung der Abmessungen sind bisher erworbene Smartstraps leider vermutlich nicht kompatibel. Schade, dass der Pebble Core-Würfel eine Stand-alone-Lösung ist und nicht in di

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