Endlich GPS an der Pebble Time - Pal Strap Smartstrap-Armband (Bild: kickstarter/ © palstrap.com)
Endlich GPS an der Pebble Time – Pal Strap Smartstrap-Armband (Bild: kickstarter/ © palstrap.com)

Wer von Euch meinen Blog etwas länger verfolgt wird wissen, dass ich als Besitzer einer Pebble Time Steel gerade das Thema Smartstrap sehr verfolge. Das Smartstrap-Konzept bietet ja eigentlich die Möglichkeit, die Fähigkeiten der Pebble Smart Watch erheblich zu erweitern. Einziges Problem: So richtig in Gang ist der Markt hier noch nicht gekommen. Vermutlich lohnt es sich nicht für größere Anbieter hier tätig zu werden, da der Absatzmarkt dann wohl doch zu gering ist. Es gibt zwar eine Menge Pebble-Besitzer, aber nicht jeder wird sich ein entsprechendes Armband kaufen wollen. So ist denn bis jetzt die Auswahl der möglichen Smartstrap-Armbänder auch sehr übersichtlich geblieben. Und die Menge der Smartstraps, die bis jetzt wirklich die Handgelenke echter Pebble-Nutzer erreicht hat: 0. Echt schade, dass Pebble sich auf diesem Gebiet nur auf kleine Startups verlässt und nicht selber Smartstraps anbietet. Da verschenkt man Umsatzmöglichkeiten und Potential.

Nichtsdestotrotz geben wir die Hoffnung nicht auf und werfen mal einen Blick auf Pal Strap, das GPS-Armband.

Die Funktion, die ich bei meiner Pebble bis jetzt am meisten vermisst habe ist tatsächlich ein GPS-Empfänger. Jedes Mal wenn ich zum Laufen gehe heißt es erst mal Uhr wechseln. Das geht natürlich gleich mit der Frage einher, ob meine Laufuhr auch noch genug Saft hat und ob ich da mal wieder den Hotfix aktualisieren muss. Es ist halt ein weiteres Gerät, das man auf dem Zettel haben muss. Oh, wie schön wäre es, sich nur mit einer Uhr rumschlagen zu müssen. Habe ja tatsächlich schon daran gedacht, von der Pebble auf eine Fenix 3 umzusteigen. Wenn nur der Preis nicht wäre.

Aber mit einem GPS-Armband könnte das leidige Wechselproblem bald der Vergangenheit angehören.

Technisch gesehen ist Pal Strap glaube ich gar nicht so aufwendig. GPS-Chips in kleiner Größe sind ja heutzutage kein Zauberwerk mehr. Da muss dann noch ein Gehäuse drum rum designt und etwas Software programmiert werden. Fertig. Eigentlich wundert es mich schon, dass da noch keiner sein Glück versucht hat.

Der schwierigste Teil dürfte die Software sein. Es bringt ja nichts, einen Chip unter die Uhr zu klemmen. Die Daten wollen ja auch richtig erfasst und an die entsprechenden Apps weiter verteilt werden. Jeder nutzt ja ein anderes Sportportal und was die Welt nun eindeutig nicht braucht ist eine Lösung, die sich nur mit einem weiteren, proprietären Portal verstehen würde.

Hier will Pal Strap zumindest eine brauchbare API liefern, die eine Anbindung an alle Portale ermöglichen soll. Wer diese Anbindung umsetzt haben sie jedoch noch nicht verraten. Wenn die nicht zumindest die größten Portale wie Strava, Runkeeper und dergl. gleich von Start aus unterstützen, könnte die Geschichte zum Rohrkrepierer werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bei Strava jemand hinsetzt und eine Anbindung für geschätzt 1000 bis 2000 Leute schreiben wird, von denen dann wohl auch nur 10 % Strava nutzen werden. Und auf einen Hobby-Programmierer warten? Weiß nicht.

Generell ist die Softwareseite noch etwas schwach belichtet. Welche Datenfelder können während eines Laufs angezeigt werden? Sind diese Felder konfigurierbar? Welche weiteren Möglichkeiten bietet die App auf der Uhr? Gute Fragen.

Bunt ist das Dasein... (Bild: kickstarter/ © palstrap.com)
Bunt ist das Dasein… (Bild: kickstarter/ © palstrap.com)

Auf der Hardwareseite wird man schon etwas schlauer. Zusammen mit einer Pebble bringt die Kombi etwa 65 Gramm auf die Waage. Ein guter Wert. Zum Vergleich: Eine Fenix 3 von Garmin wiegt mit Gummi-Armband etwa 82g. Gegen Wasser will man nach IPx7 zertifizieren. Sollte immerhin für Schweiß und Regen ausreichen. Der geneigte Triathlet sollte sie aber wohl besser erst nach dem ersten Wechsel anlegen.

An einem AGPS-Support wird noch gearbeitet. Für einen cold fix benötigt der GPS-Empfänger zurzeit 40 Sekunden, ein location based hot fix benötig etwa 10 Sekunden.

Ganz cool ist noch der Umstand, dass das Pal Strap einen 250 mAh Akku eingebaut hat. Mit diesem kann man unterwegs seine Pebble dann einmal komplett aufladen. So kommt man dann insgesamt auf etwa 14 Tage Laufzeit. Wer im Urlaub sein Ladekabel vergessen sollte könnte also damit fast komplett über die Runden kommen. Starke Nutzung des GPS sollte man sich dann natürlich sparen.

Wie gut die Pebble im Smartstrap hält wird sich noch zeigen müssen. Soweit ich das dem Video entnehmen konnte wird sie in das Aufnahmegehäuse eingeklippt. Ich hoffe mal, dass das stabil genug sein wird. Wäre blöde, wenn man nach einem Cross-Lauf nur noch das Armband ohne Uhr am Handgelenk vorfindet.

(Bild: kickstarter/ © palstrap.com)
(Bild: kickstarter/ © palstrap.com)

Mit 79 $ plus Nebenkosten ist Pal Strap kein Schnäppchen. Die Early Birds sind natürlich schnell weg gewesen. Wenn sie die Software aber brauchbar umgesetzt bekommen dürfte man damit aber durchaus einen finanziellen Vorteil haben, wenn man schon eine Pebble besitzt und mit der Anschaffung einer Sportuhr liebäugelt. Man sollte sich dann allerdings im Klaren sein, dass man im Gegensatz zu den meisten Sportuhren keinen Puls aufzeichnen kann. Aber der wird meines Erachtens eh überbewertet.

Trotz der noch vielen offenen Fragen freue ich mich darüber, dass endlich mal wieder eine weitere Möglichkeit an den Markt geht, die Funktion der Pebble zu erweitern. Drücken wir einfach mal die Daumen.

 

Update: Folgende Datenfelder wurden von Pal Strap mir genannt:

  • pace
  • speed
  • distance
  • elevation
  • lapse time x average
  • instantaneous
  • last lap average

Diese können auf 4 Screens a 3 Datenfelder angeordnet werden.

Tl;dr

Das Pal Strap ist ein Smartstrap für die Pebble Time und Time Steel, dass der Uhr GPS-Fun ktionalität spendiert. Ob die Softwareimplementation auch allen Anforderungen gerecht wird ist leider noch nicht abzuschätzen.

 

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