Omate Truesmart,  © Omate Truesmart/Kickstarter.
Omate Truesmart
© Omate Truesmart/Kickstarter.

Im Smartwatchbereich ist das „whole package“ ja eher noch Mangelware. Aus diesem Grund will ich heute noch ein paar Worte zum aktuellen Feature-Meister der Uhren-Kategorie los werden, zumal man immerhin noch drei Tage (wie nicht anders zu erwarten) via Kickstarter mit von der Partie sein kann. Die Omate Truesmart.

Kurze Erwähnung fand das gute Stück ja schon im Artikel „Wer hat an der Uhr gedreht“. Das wollen wir jetzt mal etwas präzisieren. Wobei wir hier uns erst mal etwas in Feature-itis ergehen werden. Es ist echt erstaunlich, was die Jungs alles in das kleine Teil reingequetscht bekommen.

Aber zuerst die schnöden Daten mit ein paar Anmerkungen:

  • Display: 1.54’’ TFT  (240 x 240 px)
    Nicht so hoch auflösend wie die Gear und nicht so stromsparend wie Pebble, Sonostar oder Toq. Vermutlich der größte (einzige?) Schwachpunkt. Wobei 240 px schon ein schönes, relativ pixelstufenarmes Bild erlauben sollten. Aber der Energieverbrauch wird sich bemerkbar machen.
  • Prozessor: Dual Core Cortex A7 – 1.3GHz
    Dürfte mehr Power als mein altes Galaxy S haben. Das sollte für alle Anwendungen ausreichen.
  • Ultrasensitiver Touchscreen
    Die Demovideos, die bei Kickstarter gezeigt werden lassen hoffen, dass man auch auf so einem kleinen Display durchaus brauchbar noch tippen kann. Erstaunlich. Einen Roman würde ich da trotzdem nicht drauf schreiben wollen. Für ein kurzes Statusupdate bei Whats up sollte es aber reichen.
  • Akku: 600 mAh
    Das ist tatsächlich erheblich mehr als die Konkurrenz verbaut. Aber vermutlich auch notwendig, wenn man sich Display und Prozessorpower so anschaut. Alleinstellungsmerkmal: Der Akku ist austauschbar.
  • Sim-Card
    Eine Stärke der Uhr. Brauchen andere Smartwatches immer eine Verbindung zu einem Smartphone kommt die Truesmart ohne aus. Dank der Möglichkeit, eine Simcard einzulegen kann man mit der Uhr auch telefonieren. Also eher ein Telefon am Handgelenk.
  • Betriebssystem: Android 4.2.2
    Und noch eine Stärke. Mit einem normalen Android inkl. Zugriff auf den Playstore hat man eine sehr große Bandbreite an Apps, die man installieren kann. Welche Apps dann aber auch wirklich mit der geringen Auflösung klar kommen muss sich noch zeigen. Als Launcher ist speziell für die Uhr angepasst und garantiert so eine gute Bedienung. Die Videos sehen schon mal sehr fluffig aus.
  • Kamera: 5 MP
    Eine Kamera in der Smartwatch ist ja eher die Seltenheit. Die Gear wurde wegen einer 1,9 MP Kamera gefeiert. Gerade mal eine bessere Frontkamera. Mit 5 Megapixeln verlässt die Kamera der Omate diese Region und kann als richtige Kamera bezeichnet werden. Wunder wird man zwar nicht erwarten, ein Demovideo lässt aber vermuten, dass die Kamera sich zumindest mit günstigen Actioncams problemlos messen kann. Zumindest die 10 Sekunden Aufnahmezeit der Gear wirken (nicht nur) gegenüber der Omate ziemlich albern.
  • Gehäuse: Metal, Saphierglas, IP67
    Sind viele Smartwatches eher Plastikbomber wird die Truesmart komplett aus Metall gefertigt. Hierdurch wollen die Entwickler u.a. erreichen, dass die Uhr nach IP67 Wasserdicht ist. Das sollte fürs Schwimmen und Schnorcheln reichen. Tiefer sollte man aber nicht tauchen. Wenn die das hinbekommen wären sie so mancher Sportuhr durchaus einen Schritt voraus. Die Leikr zum Beispiel hat den Wasserschutz nicht wie geplant soweit erreichen können. Wenn dann der GPS-Fix nicht Jahre dauert und man direkt Runtastic, Runkeeper, Endemodo oder so laufen lassen kann dürften so manche Sportuhren demnächste im Schrank liegen bleiben.
“A day at the pool or at the beach – IP67 Water-resistant & dustproof, Omate TrueSmart goes wherevver you go, even to places you wouldn’t have thought of bringing your smartphone!”, © Omate Truesmart/Kickstarter.

Der Rest liest sich wie bei einem normal Smartphone: Lagesensoren, Wlan, Bluetooth 4.0… Beeindrucken. Via Bluetooth können übrigens Stereoheadsets, Tastaturen und Mäuse angeschlossen werden.

Neben den ganzen technischen Features macht die Truesmart auch optisch etwas her. Komplett in schwarz gehalten, abgerundete Ecken, sieht nicht nur auf den Renderings gut aus.

Ganz schön mit Features vollgepackt, das kleine Ding. Sollte Omate die Truesmart wirklich so auf den Markt werfen können wäre das schon ein ganz schöner Knüller. Zwar nicht das beste Display, aber unter dem Strich doch universeller einsetzbar als alle Konzepte, die auf reine Koppelung mit einem Smartphone setzen. Hoffen wir mal, dass die Akkuleistung ausreichen wird. Die 100 Stunden, die Omate Standby angibt beziehen sich übrigens auf ausgeschaltetem Schirm. Damit man aber nicht jedes mal, wenn man die Zeit wissen will die zweite Hand zum anschalten braucht wollen sie eine Hand-Geste einsetzen, mit der sich die Uhr anschalten lässt. Vermutlich trackt dann der Lagesensor die Bewegung des Handgelenks. Genauere Informationen dazu sind allerdings nicht zu bekommen. Es ist also keine Display-Always-On-Uhr, wie z.B. die Pebbel. Wenn das mit der Geste funktioniert sollte es aber reichen. Mit ausgeschaltetem Display sieht die Uhr ja auch noch recht chic aus.

Ein weiteres, etwas kleineres Fragezeichen befindet sich noch hinter der Frage, in wie weit die Uhr mit Apps aus dem Playstore umgehen können wird. Alles wird nicht gehen, da einem da die niedrige Auflösung einen Strich durch die Rechnung macht. Mit etwas Glück ist aber alles dabei, was man persönlich braucht. Musikplayer, Running-App, Telefon und noch mehr konnte man schon in den Videos der Kickstarter-Updates bewundern. Wobei wir auch gleich bei einem Punkt angelangt sind, der einem etwas Vertrauen gibt, dass das wirklich etwas werden könnte, ohne im Nachhinein wieder mit diversen Abstrichen rechnen zu müssen. Die Entwickler sind sehr aktiv in ihrer Kommunikation mit den Kunden. Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Update bei Kickstarter erscheint. Das ist vorbildlich. Da könnten sich so manche andere Kickstarter eine Scheibe von abschneiden. Hoffen wir mal, dass das nach Ende der Kampagne auch so weiter geführt wird.

“Photos taken with a camera of actual screens running on prototype (not screen captures)”
© Omate Truesmart/Kickstarter.

Ich glaube, die Omate könnte die erste richtig interessante Smartwatch werden. Wenn das alles so funktioniert, wie es angekündigt ist könnte ich mich sogar des Öfteren mit so einer Uhr dazu hinreißen lassen, ohne mein Note 2 das Haus zu verlassen. Wenn dann auch noch Spotify oder Napster auf dem Teil laufen sollte wäre ich im 7 Smartwatch-Himmel. Man merkt es vielleicht schon. Ein bisschen habe ich mich in das Teil verliebt – und geordert habe ich auch  schon eine.

Wenn sie eigentrudelt ist gibt es ein ausführliches Review. Hoffen wir mal, das sie nicht wie die Pebbel an der Grenze hängen bleiben wird.

You might also enjoy: