Smart im Doppelpack - MADICE Smart-Watch und Smart-Cam (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)
Smart im Doppelpack – MADICE Smart-Watch und Smart-Cam (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)

Während Omate immer noch damit kämpft, die Truesmart Smartwatch an die Kunden auszuliefern und zurzeit eher damit auffällt, wenig bis gar nicht mit den selbigen zu kommunizieren (ich warte immer noch) kommen jetzt so langsam die ersten richtigen Alternativen zur Truesmart an den Start.

Die Truesmart tut sich ja dadurch hervor, dass sie mit einer eigenen Sim-Card ausgestattet und somit nicht nur ein dummer Companion sondern ein komplett ausgestattetes Smartphone auf Android-Basis ist. Da gibt es natürlich auch noch andere, die das für sich in Anspruch nehmen, die Neptune Pine zum Beispiel. Aber rumlaufen sieht man damit noch keinen. Außerdem ist die schon wieder so groß, dass ich mich damit nicht auf die Straße trauen würde.

Sicher, es gibt ja noch die Omate-Clone von Pearl, die man im Gegensatz zur Omate auch wirklich kaufen kann, aber die sehen nun mal auch nicht wirklich gut aus. Das alte Problem mit dem Design.

Auf indiegogo ist jetzt die MADICE-Smartwatch und die MADICE Smartcamera an den Start gegangen, die mit ihren Daten locker an der Omate vorbei zieht. Das sogenannte MADICE Smart Pair besteht aus einer Smartwatch und einer davon separiert erhältlichen 13 MP-Kamera, die via WiFi mit der Smartwatch (und vermutlich beliebigen anderen Andoid-Geräten) gekoppelt wird.

Auf dem Papier Monitor sehen die Daten von Uhr und Kamera wirklich gut aus.

Eon Hoch auf denrechten Winkel. Da hatte wohl jemand eine Vorliebe für klare Linien. (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)
Eon Hoch auf denrechten Winkel. Da hatte wohl jemand eine Vorliebe für klare Linien. (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)

Die Uhr glänzt durch ein 1.63“ LCD-Display mit 320×320 Pixel und zieht damit mit der Galaxy Gear gleich. Die Omate kommt da nur auf 1,54“ bei 240×240 Pixel. Neben 1 GB Ram werden 32 bis 64 GB Speicher verbaut. Die Omate kommt nur auf 4 bis 8 GB. Dafür muss man auf einen SD-Card-Slot bei der MADICE verzichten. Wobei man den bei der Omate ja auch nur bedingt nutzen kann, da nach Einbau einer SD-Card die Garantie bezüglich Wasserdichtigkeit erlischt.

Der ARM Cortex-A7 MTK6582 Quad-Core Prozessor der MADICE läuft mit 1,3 GHz. Und auch hier muss sich die Omate, die mit ihrem 1 bzw. 1,2 GHz Dual-Core ARM Cortex-A7 MTK6572 geschlagen geben.

Ansonsten beherbergt die MADICE die üblichen Sensoren, Bluetooth, GPS usw. Die Akkugröße ist mit 600 Ahm identisch mit der Omate. Auch ein Saphir-Glas ist angedacht. Im Gegensatz zur Omate ist in der Uhr selber keine Kamera verbaut. Diese kann man extra erwerben. Der Vorteil ist, dass man beim Fotografieren recht frei in der Wahl des Aufnahmestandorts ist und nicht wie bei der Omate immer den Handrücken mitfotografiert. Man kann sich hier gerne ein bisschen an Sonys GX10 und QX100 Smartphone-Objektive erinnert fühlen… nur in viel kleiner. Als externes Gerät steht mehr Platz für die Kamera zur Verfügung als wenn man die mit in die Uhr baut. Hoffen wir mal, dass mehr Platz auch gleichzusetzen mit besserer Bildqualität ist. Aktuelle Smartphone-Kameras können ja durchaus schon passable Bilder liefern.

Das Kamera-Modul (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)
Das Kamera-Modul (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)

Die 13 MP der Kamera lassen da durchaus hoffen. Ja, ich weiß, Megapixel ist nicht alles, aber besser als die 3 MP der Omate wird sie alle mal sein. Videos in 1080p sollen auch kein Problem sein. Das Kameramodul ist übrigens laut Feature-Liste mit der gleichen Technik wie die Uhr ausgestattet. Sie hat ihren eigenen Quad-Core-Prozessor, Speicher, Akku, Wifi und GPS.

Einziges Risiko sehe ich darin, dass man das Teil verlegt. Ausserdem muss man so immer zwei Geräte lasen.

Das MADICE Smart Pair besteht somit aus zwei sehr potenten Einheiten. Das schönste daran ist, dass die Entwickler sich endlich mal um ein ansprechendes Design Gedanken gemacht haben. Es wird jetzt sicherlich Leute geben, denen die MADICE zu eckig ist. Aber immerhin wurde hier eine echte Gestaltung gewählt. Sehr reduziert aber konsequent. Nicht ein aus wahllos zusammengewürfelten Ecken und Kanten bestehenden Plastikklotz.

Klare Linien, schwarzes Metall-Gehäuse (Titan ist angedacht) und einen optisch abgesetzten Hardwareknopf in orange erinnern mich fast wieder ein bisschen an Dieter Rams. Wobei der vermutlich die ganz spitzen 90 Grad-Winkel noch gebrochen hätte.

Man muss sich mit dem Teil auf der Straße also nicht schämen. Erst recht nicht, wenn man mal nach der Zeit gefragt wird. Muss man bei vielen Smartwatches dann erst mal einen Knopf drücken oder darauf hoffen, dass die Display-On-Geste zum einschalten der Uhr auch funktioniert, soll die MADICE die Zeit immer anzeigen. Ja, so langsam scheint sich rumgesprochen zu haben, dass eine Uhr gefälligst immer die Zeit anzeigen muss. Wie MADICE das umsetzt wird nicht genauer beschrieben. Vermutlich nutzen sie ein reflexibles Display und schalten im Standby nur die Hintergrundbeleuchtung ab.

Die MADICE Smartwatch (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)
Die MADICE Smartwatch (Bild: indiegogo/ © MADICE, INC)

Will man die Uhr normal nutzen muss man allerdings dann doch wieder einen Knopf drücken. Das ist dann aber glaube ich ok.

Die MADICE ist also ein starkes Stück und kann die Omate in ziemlich allen belangen hinter sich lassen. In wie weit sich diese Spezifikationen dann im finalen Produkt wieder finden lassen bleibt natürlich abzuwarten. Etwas Zeit hat Omate auf jeden Fall noch, sich auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen. Die erste Charge an MADICE-Smartwatches soll Dezember 2014 ausgeliefert werden. Und wie viel Verzögerung dann noch mit eingeplant werden muss ,steht wie üblich bei Crowdfundingprojekten in den Sternen. Auch hier kann Omate wieder als Beispiel herhalten. So haben manche Backer, die ihre Truesmart im November 2013 erhalten sollten, immer noch keine Post bekommen. Meine sollte im Dezember kommen und ich warte auch noch. Über 6 bis 7 Monate Verzug sollte man sich also nicht wundern.

Geduld ist halt auch eine Tugend.

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