Die Smartwatch zum nachrüsten - Montblanc E-Strap (Bild: ©  Montblanc Deutschland GmbH)
Die Smartwatch zum nachrüsten – Montblanc E-Strap (Bild: © Montblanc Deutschland GmbH)

So eine Smartwatch ist ja eine ganz feine Sache. Nur wie komme ich an so ein Ding, wenn ich auf meine echte Uhr nicht verzichten möchte? Wirklich gute Smartwatches, bei denen man gegenüber einer normalen Uhr keine Nachteile in den Punkten Design, Ablesbarkeit und Akkulaufzeit hinnehmen muss gibt es leider noch nicht. Und wer zumindest eine Mittelklasse-Uhr am Handgelenk trägt wird sich schnell fragen, warum er sich für 200 bis 350 Euro einen Kompromiss antun sollte, wenn sein Zeiteisen 500 bis 700 Euro gekostet hat (was unter Uhrenliebhabern wohl eher die untere Mittelklasse sein dürfte… wenn überhaupt).

Da es in den Sternen steht, wann und ob Omega, Breitling & Co. In absehbarer Zeit ihre Uhren an das Smartphone ankoppeln werden, geistert gerade die Idee durch das Netz, statt der Uhr einfach das Armband aufzurüsten.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Armbänder sind bei den meisten Uhren leicht zu tauschen. Die Funktion der eigentlichen Uhr leidet nicht drunter und ist dann mal der Saft alle, stört es auch nicht wirklich.

Aktuell fallen mir zwei Projekte ein, die sich diesem Thema angenommen haben. Das Kairos T-Band und das TimeWalker Urban Speed e-Strap von Montblanc.

Kairos T-Band

Das smarte Armband von Kairos - T-Band (Bild: © Kairoswatches)
Das smarte Armband von Kairos – T-Band (Bild: © Kairoswatches)

Als erstes werfen wir einen schnellen Blick auf das T-Band. Die Firma Kairos ist uns durch mechanische Uhren bekannt, die über einen LED-Layer im Uhrenglas Smartwatch-Inhalte einblenden können sollen. Beim Kunden sind diese Uhren freilich noch nicht angekommen. Fotos von der Facebook-Seite lassen aber hoffen, dass es sich bei den Uhren nicht um Vaporware handeln wird. Leider lässt sich so allerdings auch kein Schluss auf die zu erwartende Verarbeitungsqualität des T-Bands ziehen. Auch ob das wohl auch in den Armbändern verwendete Kairos OS-Betriebssystem was taugt ist so leider noch nicht zu beurteilen.

Es soll drei T-Band-Versionen geben. Das T-Band ND kommt ohne Display, nur mit einem Vibrationsmotor. Das T-Band HD besitzt ein LED-Display, das jedoch nur Buchstaben und Zahlen anzeigen kann. Im T-Band OD wird ein farbiges PMOLED-Display verbaut. Die Bänder mit Display werden über einen Touchscreen bedient.

Betrieben werden alle drei Versionen mit einem 200 mAh-Akku. Etwas stutzig macht mich jedoch, dass für alle drei eine Akkulaufzeit von 2 bis 3 Tagen angegeben wird. Als ob die Display-Technologie keine Auswirkung darauf hätte…

An Funktionen wird die übliche Kost geboten. Notifikationen und das übliche Fitness-Tracking-Gedöns gehören ja mittlerweile zum Standard. Der Puls wird nicht gemessen. Das würde das Armband vermutlich dann doch etwas zu sehr aufplustern. Die Dicke des Armbandes generell wäre noch eine Betrachtung wert. Auf den Renderings sieht es noch gerade so erträglich aus. Mich würde es jedoch nicht wundern, wenn es im finalen Produkt noch ein paar Millimeter zulegen würde.

Eine indiegogo-Kampagne zur Finanzierung der Produktion ist Ende Dezember erfolgreich beendet worden. Preislich lag man zwischen 149$ und 179$.

Montblanc TimeWalker Urban Speed e-Strap

Fitnesstracker? Da darf die richtige App natürlich nicht fehlen (Bild: ©  Montblanc Deutschland GmbH)
Fitnesstracker? Da darf die richtige App natürlich nicht fehlen (Bild: © Montblanc Deutschland GmbH)

Das e-Strap von Montblanc ist genau wie das T-Band ein Armband mit Smartwatch-Funktionalität. Montblanc steckt die Technik jedoch nicht in das komplette Armband sondern nur in eine Box, die an der Stelle liegt, an der man normalerweise den Verschluss des Armbandes trägt. Das Display liegt also genau auf der Innenseite des Handgelenks und nicht wie bei Kairos auf der Seite. Der Ergonomie dürfte das bezüglich der Bedienung keinen Abbruch tun. Im Gegenteil. Die zu erwartende Armhaltung dürft um einiges angenehmer sein als bei normalen Smartwatches, die oben auf dem Handgelenk sitzen.

Problematisch könnte jedoch die Höhe des Moduls sein, wenn man den Arm z.B. bei der Arbeit am Rechner auf dem Schreibtisch ablegt. Die 9mm Höhe können sich hier durchaus bemerkbar machen.

Als Anzeige wird ein Kapazitiver 0.9” einfarbiger OLED-Touchscreen mit 128 x 36 Pixeln Auflösung verwendet. Das ist jetzt nicht viel, sollte für die eingebauten Funktionen aber vollkommen ausreichen. Dafür wird mit einer Akkulaufzeit von bis zu 5 Tagen geworben. Wäre fein, wenn Montblanc das hinbekommen würde.

Die Smartwatchfunktionen sind auch bei dem e-Strap der übliche Mix aus Benachrichtigungen und Fitnesstracker.

Was denn nun?

Und wofür soll man sich nun entscheiden? Ich würde ganz klar zum E-Strap von Montblanc tendieren, obwohl er mit angepeilten 350 Euro erheblich teurer als das Kairos T-Band ist. Warum? Zum einen gefällt mir die Optik um einiges mehr. Auch wenn das Modul an sich recht groß ist bleibt die normale Armbandoptik erhalten.

Zum anderen habe ich mehr Vertrauen in Montblanc als in Kairos. Montblanc ist als Hersteller schöner und vor allem hochwertiger Dinge ein alteingesessener Player mit langer Tradition und hohem Anspruch an die eigenen Produkte. Die Qualitätskontrolle dürfte hier um einiges besser und die Angst um den eigenen Ruft deutlich höher sein als bei Kairos.

Kairos hingegen muss erst noch beweisen, was sie können. Hätten sie ihre Uhr schon an die Kunden ausgeliefert wäre meine Zuversicht hier größer. So ist mir das Katze-im-Sack-Risiko jedoch zu groß.

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