Motorolas Projekt Ara, Phonebloks weitergedacht Low-Tech-Speeder Bike: das Hoverbike (Bild: © Motorola)
Motorolas Projekt Ara, Phonebloks weitergedacht
(Bild: © Motorola)

So lange ist es ja noch gar nicht her, dass wir uns das Phonebloks-Konzept angeschaut haben. Die Idee, ein komplett modulares Smartphone herzustellen, bei dem sich die Einzelteile je nach Bedarf oder Alter austauschen lassen, war und ist ja durchaus sexy. An der Umsetzbarkeit hatte ich jedoch sehr starke Zweifel. Zu groß sind die Hürden, die ein kleines Projekt nehmen muss um sich als Industriestandard zu etablieren.

So wie es aussieht ist ein modulares Konzept aber schon von anderen an- und weiter gedacht worden. Und da man am gleichen Thema hängt wurde auch gleich Phonebloks mit ins Boot geholt. Und welche Firma wagt es, Geld in die Entwicklung eines solchen Konzeptes zu versenken? Nicht Samsung, nicht Apple, nein, es ist Motorola mit dem Projekt Ara. Und wenn man im Hinterkopf behält, das Motorola ja mittlerweile Google gehört bekommt das Thema eine ganz neue Schlagkraft. Ein paar Schritte weiter gedacht ist hier nämlich mit dem Android-Hersteller so ziemlich die einzige Firma auf diesen Zug aufgesprungen, die meines Erachtens die Marktmacht hat, so ein Konzept auch durchzudrücken. Im ursprünglichen Artikel hatte ich ja beleuchtet was passiert, wenn sich nur eine Firma an so einem Konzept versucht. Fehlt die Konkurrenz aus anderen Lagern ist einfach die Wahrscheinlichkeit zu hoch, dass die Entwicklung dieser Produktschiene schnell auf Grund innerhaus konkurrierender Projekte wieder eingedampft wird. Da reicht es aus, wenn an entsprechender Position ein neuer Manager sich profilieren will. Apple wäre vielleicht eine Ausnahme, aber hier würde dieses Konzept einfach nicht ins Produktportfolio passen. Wildes rumbasteln und konfigurieren war ja noch nie deren Domäne.

Projekt Ara zusammengebaut (Bild: © Motorola)
Projekt Ara zusammengebaut
(Bild: © Motorola)

Definiert Google das modulare Konzept als Standard ist es sehr wahrscheinlich, dass diverse Firmen auf diesen Zug aufspringen werden. Aber wie gesagt, das sind diverse Schritte im voraus gedacht.

Motorla scheint mit dem Projekt Ara übrigens aus der reinen Wolkenschloss-Phase raus zu sein. Das liegt sicherlich auch daran, dass Google schon ein paar Jahr Patente der Firma Modu besitzt, die vor ein paar Jahren etwas ähnliches versucht hat. Die sind allerdings an der Umsetzung gescheitert. Lassen wir uns mal überraschen, ob Motorola es weiter schafft. Die technischen Schwierigkeiten sind ja leider auch noch da. Man kann aber auch sehen, dass der Motorola-Ansatz nicht ganz so offen ist, wie bei Phonebloks. Vom Lego-Prinzip mit frei bestückbarer Basisplatte muss man sich wohl verabschieden. Motorolas Renderings sehen Module mit klar definierten Abmessungen vor. Das dürfte die Standardisierung vereinfachen, die Flexibilität aber einschränken. Aber es ist doch schön zu sehen, dass aus einer absolut unwahrscheinlichen Idee eine höchstwahrscheinlich unwahrscheinliche Idee geworden ist.

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