Der neue Cradle für die Omate Truesmart (Bild: © Omate)
(Bild: © Omate)

Jaja, ich weiß, ich werde selber nicht müde darauf hinzuweisen, dass man bei Kickstarterprojekten Geduld zeigen muss. Wenn man ein komplexes elektronisches Produkt auf die Beine stellen will gibt es doch unzählige Fallstricke, die einen ins straucheln bringen können.

Aber irgendwie ist es doch rein subjektiv wahrgenommen etwas anderes, wenn man als Außenstehender sich das Schauspiel mit wohligem Grausen zu Gemüte führen kann oder wenn man selber wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum darauf wartet, endlich die Geschenke auspacken zu dürfen nur um dann zu erfahren, dass die Familien dann doch erst mal noch zuerst in die Kirche gehen möchte um danach noch Tante Herta zu besuchen, da man dann ja noch so schön eine Runde um den See gehen kann.

Bei der Omate Truesmart Smartwatch geht es mir momentan genauso. Mal wieder wurde der Versand verschoben. Immerhin können sich die USA-Backer über eine erfolge FCC-Freigabe freuen. Die europäischen Backer der 1GB/8GB-Version schauen aber mal wieder in die Röhre. Da die PCBs (nennen wir sie der Einfachheit halber mal Platinen) wohl den Qualitätsansprüchen von Omate nicht genügt haben werden die wohl alle noch mal neu gemacht. Dadurch verzögert sich der Spaß natürlich mal wieder aufs Neue, zumal während des chinesischen Neujahresfest dort wohl auch nicht viel zu erwarten ist. Zumindest wissen wir jetzt, wo Omate die ganzen PCB-Schlüsselbundanhänger her bekommt, die die 1/8-Backer als Trost dafür bekommen, dass die 1/4-Backer auf Grund von Produktionsproblemen auf 1/8 upgegradet werden.

Meine Uhr sollte im Dezember geliefert werden. Jetzt haben wir Ende Januar. Objektiv betrachtet ist das bis jetzt nur ein Monat Verzug. Mit etwas Glück kann ich die Uhr im Februar in Händen halten. Zwei Monate Verzug? Das ist nicht viel. Warum regt sich dann doch ein bisschen Unbehagen? Das könnte mehrere Gründe haben, die sicherlich alle letztendlich eher psychologischer Natur sein dürften.

Als erstes muss man sagen, dass es wohl diverse Backer gibt, die schon seit Oktober auf ihre Smartwatch warten. Viele von ihnen haben die Uhr nachträglich auf 1 GB internen Speicher upgegradet. Bei denen ist die Laune natürlich mittlerweile schon erheblich schlecht. Wenn man sich da das Omate-Forum so durchliest muss man aufpassen, dass man sich von der schlechten Laune nicht anstecken lässt. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das Forum an sich ist ein weiterer Punkt auf der „Problem“-Liste. Leider lässt sich dort nämlich so gut wie nie ein offizieller Omate-Mitarbeiter blicken. Es gibt ein paar wackere Moderatoren, die aber soweit ich das überblicken kann nichts mit der Firma zu tun haben. Das gibt einem natürlich das Gefühl, dass Omate sich um seine Kunden nicht kümmert. Ob das einer objektiven Betrachtung stand hält kann ich allerdings nicht beurteilen. Fakt scheint jedoch zu sein, dass Omate nicht genügend Manpower zur Verfügung hat, um eine ausreichend informative Kommunikation mit den Backern zu betreiben.

Es ist schon des Öfteren vorgekommen, dass Änderungen an den Spezifikationen zuerst über die Gerüchteküche des Forums die Runde gemacht haben. Schönes Beispiel ist hier die eingebaute Kamera, die wohl statt 5 MP nur 3 MP haben soll. Gut, wer sich mit digitalen Kameras etwas auskennt weiß, dass mehr Pixel nicht unbedingt bessere Bilder bedeuten, aber trotzdem schüren solche „Enthüllungen“ doch die Angst, dass die Uhr, die man später geliefert bekommt auf einmal genau das Killer-Feature, weswegen man die Uhr gekauft hat, nicht mehr besitzt.

Wenn zur Auslieferung noch irgendwelche Softwarefeatures fehlen kann man ja immerhin hoffen, dass die noch nachgeliefert werden. Bei fehlenden Hardware-Eigenschaften wird dies jedoch nicht möglich sein. Schönes Beispiel hier ist mal wieder die Wasserfestigkeit der Leikr-Sportswatch, die auf Grund von Produktionsproblemen einfach weggelassen wurde.

Andererseits sollte man froh sein, dass Omate so viel Augenmerk auf Qualität legt. Die hätten ja auch einfach die PCB verbauen lassen können. Omate hätte sich keine Mühe mit den Lautsprechern geben müssen, die nachträglich wegen zu schlechtem Sound nochmal überarbeitet worden sind. Da gibt es bestimmt noch weitere Beispiele. Und wie oben schon erwähnt: Ist die Uhr erst beim Kunden lässt sich an der Hartware nicht mehr drehen. So gesehen sollte man der erneuten Verzögerung doch eher positiv gegenüber stehen… auch wenn es schwer fällt.

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