Heute steht ich mal gerade - UpRight soll dabei helfen (Bild: indiegogo/© UpRight)
Heute steht ich mal gerade – UpRight soll dabei helfen (Bild: indiegogo/© UpRight)

Vor dem Rechner sitzt man krumm. Auf dem Sofa lümmelt man sich herum… wenn man dort nicht liegen sollte. Und wenn man sich mal die Menschheit so anschaut kann man auf den Gedanken kommen, dass wir uns teilweise fast wieder Richtung Affe zurückentwickeln. Krumme Rücken weit und Breit. Als ob wir alle Quasi Modo spielen würden. Gründe dafür gibt es genug. Zum einen fehlt vielen Leuten die notwendige Menge an Bewegung um die entsprechenden Muskel stark zu halten. Zum anderen verleitet die Nutzung von Computern, Smartphones & Co. dadurch dass man eher nach unten gerichtet auf ein Display starrt und dazu eher den Rücken zu biegen als den Kopf nach unten auszurichten.

Zwar ist Lümmeln auf dem Bürostuhl zuweilen nicht verkehrt aber wenn die krumme Haltung zur Regel wird kann das langfristig auf den Rücken gehen. Rückenschmerzen sind nicht Spaßig. Außerdem darf man auch nicht außer Acht lassen, dass die Körpersprache erheblich durch den Buckel leidet. Wer gerade steht strahlt viel mehr Selbstsicherheit aus als der Duckmäuser bei dem man denkt, dass ihm jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Upright – Perfect posture in just a few weeks. from Oded Cohen on Vimeo.

Und was hat dieses Thema jetzt in einem Gadgetblog zu suchen? Richtig geraten. Natürlich gibt es jetzt ein Crowdfundig-Projekt, mit dem man seine Rückenrundung in den Griff bekommen soll. UpRight nennt sich der Spaß und besteht aus einem kleinen Gerät, dass man sich hinten im Bereich der unteren Wirbelsäule auf den Rücken klebt.

Ja, es wird nur geklebt. Die Produktbilder sehen auf dem ersten Blick eher nach einem Implantat aus. Das wollen wir natürlich nicht.

Im UpRight sitzen ein paar Sensoren die die richtige Haltung des Trägers ermitteln. Weicht man von einer guten Haltung ab beginnt das Gerät zu vibrieren und erinnert einen daran, sich wieder aufzurichten.

Da eine gerade Haltung ja durchaus etwas mit Muskeln zutun hat und bei vielen diese erst noch besser ausgebildet werden müssen ist aber auch klar, dass man UpRight nicht gleich den ganzen Tag tragen sollte. Man fängt mit überschaubaren 15 Minuten am Tag an. Das wird dann immer mehr gesteigert bis man 3 Stunden schafft. Das sollte man in etwa einem Monat erreicht haben und dann von sich aus gerader sitzen und stehen. Klingt ja ganz entspannt.

Wie nicht anders zu erwarten kann UpRight per Bluetooth 4.0 an ein Smartphone gekoppelt werden. Das ist notwendig, um die Körperdaten des Nutzers dem Gerät zu übermitteln. Jeder hat ja eine andere Statur, die wohl für das korrekte Arbeiten von UpRight durchaus von Interesse sein dürfte. Außerdem darf die übliche App mit Statistiken, Analysen und täglichen Zielen nicht fehlen. Man will ja auch motiviert werden.

Wie lange das wohl hält - das Klebepad für den Upright (Bild: indiegogo/© UpRight)
Wie lange das wohl hält – das Klebepad für den Upright (Bild: indiegogo/© UpRight)

Bis hier hin klingt der ganze Spaß ja recht plausibel und ist mit 79$ plus Nebenkosten vielleicht auch noch im Haushaltsbudget unterzubringen. Gibt es da jetzt offensichtliche Haken, die mir ins Auge gesprungen sind? Gute Frage. Das größte Problem habe ich mit der „Montage“ des UpRights, wobei ich jetzt auch keine Idee habe, wie man es anders lösen könnte. Der UpRight wird aufgeklebt. Es gibt eine kleine Trägerfläche, die auf den Rücken geklebt wird. An dieser kann man den Upright dann aufsetzen. Die Kleberfläche soll zwei Tage halten. Bin mal gespannt, wie dass mit dem täglichen Besuch der Nasszelle harmoniert.

Wie viele Stickers enthalten sind und wie man diese nach bekommt habe ich der Projektbeschreibung so auf Anhieb nicht entnehmen können. Da die direkt auf die Haut geklebt werden bin ich mir nicht sicher, ob man die so einfach nach bekommt. Doppelseitiges Klebeband könnte schmerzhaft sein. Muss man sich noch mal genauer anschauen, wie man dafür Nachschub besorgt. Wäre ja blöde, wenn man das Ding nicht mehr befestigt bekommt.

Davon mal abgesehen klingt der Spaß aber ganz Plausibel. Wer Probleme mit dem Rücken hat kann das ja mal ausprobieren.

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