vr-ergometer

Nachdem wir festgestellt haben, wie günstig man sein Smartphone zu einer vollwertigen 3D-Virtual-Reality-Brille aufrüsten kann ist es an der Zeit, mal einen Schritt weiter zu denken. Außerdem bewegen wir uns damit wieder ein bisschen mehr in Richtung Sport. Der kam auf Grund des Gadgetfeuerwerks der letzten Tage etwas zu kurz.

Stand der Dinge

Überlege ich doch mal, was ich zuhause so rumstehen habe. Als stolzer Besitzer eines Daum 8008 TRS habe ich schon ein gutes Ergometer, welches sich relativ Problemlos an den Rechner anschließen lässt. Die notwendige Software dafür gibt es mit Ergoplanet auch. Ein Rechner steht natürlich auch bereit, denn ohne Rechner keine Software. Der nächste Puzzlestein ist das Smartphone, in meinem Fall ein Samsung Galaxy Note 2. Vermutlich könnt Ihr euch schon denken, worauf ich hinaus will. Kommt jetzt noch eine Dive-VR-Brille dazu hat man eigentlich schon fast alles zusammen, um beim Radtraining zuhause sich wie auf der Landstraße zu fühlen.

Vom PC zum Smartphone

Kommen wir zum „eigentlich“. Die erste Frage, die es zu lösen gilt ist, wie man nun den Monitoroutput auf das Smartphone bekommt. Hier gibt es glücklicher Weise keine so große Hürde. Der erste Gedanke ist natürlich, das Smartphone irgendwie an den Rechner anzuschließen, so wie man es bei einem Monitor gewöhnt ist. Das ist aber eine Sackgasse. Mal davon abgesehen, dass die wenigsten Smartphones über einen Monitoreingang verfügen (wenn es überhaupt welche gibt), dürfte das dicke Monitorkabel sich doch sehr nachteilig auf den Komfort der Geschichte auswirken. Das Zauberwort heißt in diesem Fall Remote Desktop. Wir installieren auf unserem Android und dem PC einfach eine Remote Desktop App, wie z.B. Teamviewer. Damit können wir mit guter Performance das Videosignal vom Rechner auf das Smartphone streamen. Für Egoshooter wird das vermutlich etwas zu langsam sein, für das Abspielen eines Roadmovies unseres Ergometers sollte es aber reichen. Problem gelöst. Für Problem Nummer habe ich bis jetzt leider noch keine Lösung gefunden. Der gestreamte Bildinhalt besteht aus einem Bild. Die Darstellung über eine VR-Brille benötig aber zwei Bilder. Leider auch wenn man nur mit 2D-Inhalten arbeiten will. Das Bild müsste also gedoppelt werden. Nun beherrscht das Galaxy Note 2 einen Multiview-Modus, bei dem man zwei Apps nebeneinander laufen lassen kann. Leider schein Teamviewer aber nicht Multiview-tauglich zu sein und wenn man das doch hin bekommt ist fraglich, ob man zwei Instanzen davon laufen und auf den gleichen Rechner zugreifen lassen kann. Man bräuchte also eine App, die den Bildschirminhalt des Smartphones doppelt. Mal sehen, wann ein gewitzter Entwickler das hin bekommt. Laut Kickstarter-Faq von vrAse soll das angeblich relativ einfach zu bewerkstelligen sein. Bis ende der Fundig-Phase wollen die mehr dazu sagen. Mal sehen, ob das stimmt.

Ein Schritt weiter

Wenn das Problem gelöst ist können wir also schon mal feine Bergpanoramen betrachten, während auf dem Ergometer schwitzen. Schweißband und Ventilator sollte man natürlich nicht vergessen. Aber lasst uns das Ganze noch etwas weiter spinnen. Immer nur gerade aus gucken ist ja etwas eintönig. Das Leben spielt sich ja eher neben der Straße als auf dem Asphalt ab, zumindest wenn man nicht gerade ein Rennen fährt oder auf den Verkehr achten muss. Bin auf dem Ergometer bis jetzt aber noch nicht angefahren worden. Die Lagesensoren des Smartphones sollten es doch möglich machen, den Blickwinkel in einem 360 Gradvideo zu steuern. Kameras dafür sind ja schon angekündigt, die Geonaute mal als Beispiel genommen. Damit könnte man die Strecken aufnehmen. Jetzt bräuchte man nur noch eine App, die die Kopfbewegung auf die Steuerung des Videos überträgt sowie eine Erweiterung der Ergoplanetsoftware zum Abspielen der 360 Gradvideos gemäß des Tempos des Ergometers.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass man da aber kein 3D hat. Mir egal :-). Theoretisch sollten mit einer Oculus Rift und einem Tacx VR-Trainer auch jetzt schon 3D-Fahrten durch die virtuellen Taxc-Strecken möglich sein. Bin mir jetzt nicht ganz im Klaren, in wie weit da Treiber auf dem PC das zurechtbiegen können.  Ich persönlich ziehe aber die reale Abbildung via Video einer künstlich geschaffenen Landschaft vor. So gut heutzutage die Grafik bei manchen Spielen zwar schon ist, im Biketrainer-Bereich langt es für meinen Geschmack noch lange nicht, um ein Video zu ersetzen.

Interessante Projekte wie PaperdudeVR, bei dem das gute alte Paperboy mit einer Oculus Rift, einer KickR-Rolle und einer Kinect nachgebaut wurden zeigen, dass ich nicht der einzige bin, der vom virtuellen Radeln träumt.

Bildhinweis: VR-Brille vrAse -> © vrAse

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