Wunderwerk Fahrradhelm - Featuremonster LIVALL (Bild: indiegogo/ © LIVALL Riding)
Wunderwerk Fahrradhelm – Featuremonster LIVALL (Bild: indiegogo/ © LIVALL Riding)

Ich muss gestehen, dass mich die ganzen Crowdfundinggeschichten gerade etwas nerven. Wenn selbst recht vielversprechende Kampagnen wie der IMMERSIS Projektor kurz nach Funding nur durch Updates über finanziellen Probleme glänzt, bringt es nur noch bedingt Spaß über sowas zu schreiben. Wohl auch ein Grund für die spärlichen Updates letzte Zeit. Ok, kann auch daran liegen, dass wir uns erst mal durch drei Staffeln Modern Family arbeiten mussten. Dabei schreibt es sich halt nicht so gut wie beim Promi-Dinner. Man muss halt aufpassen, was passiert.

Nichts desto trotz lassen wir uns mal nicht entmutigen und schauen uns heute mal den LIVALL Smart Helmet an. Leider auch nur mal wieder ne Crowdfundinggeschichte. Aber man will die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Der LIVALL ist ein Fahrradhelm, der noch ein paar Gimmicks mit eingebaut hat. Klar, sonst würde man ihn ja auch nicht smart nennen. Am auffälligsten dürfte die Lichtshow sein, die das Teil bieten kann. Über dem Helm verteilte LED-Streifen sollen für gute Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen sorgen. Außerdem ist noch eine Lichtleiste an der Hinterseite des Helms angebracht. Diese kann zusätzlich noch die Funktion eines Blinkers übernehmen.

Gesteuert wird dies wie auch die anderen Funktionen des Helms über eine kleine Steuereinheit, die man sich an den Lenker klemmen kann.

Neben der Beleuchtung sind in dem Helm noch ein Mikrofon, ein Bluetoothlautsprecher und ein Bewegungssensor verbaut. Mikrofon und Lautsprecher sind von der Verwendung her klar. Während der Fahrt telefonieren oder Musik hören ist angesagt. Und da der Lautsprecher über und nicht auf dem Ohr sitzt kann man wohl auch davon ausgehen, dass man dadurch nicht zum Verkehrsrisiko wird. Musik ist ja generell nicht verboten, man muss nur dafür sorgen, dass man vom Verkehr um sich herum noch alles mitbekommt.

Interessant dürfte hier auch noch die Walkie Talkie-Funktion sein, mit der man sich mit Fahrern in der Nähe unterhalten kann, die den gleichen Helm nutzen. Endlich mal miteinander plauschen, ohne nebeneinander fahren zu müssen. Könnte mir gefallen.

Der Bewegungssensor ist für ein ganz besonderes Sicherheitsfeature gedacht. Legt man sich auf die Nase tätigt der Helm nämlich selbstständig einen Notruf. Außerdem fängt er dann rot an zu leuchten. Fehlalarme werden durch eine 1-mintütige Wartezeit unterbrochen, in der man den Alarm mit einem Wisch auf dem Smartphone abblasen kann. Wer des Öfteren außerhalb der Zivilisation auf Landstraßen unterwegs ist dürfte das Mehr an Sicherheit zu schätzen wissen. Kann man nur hoffen, dass beim Sturz nicht das Smartphone draufgegangen oder außerhalb der Reichweite gelandet ist. Denn ohne Smartphone sind die ganzen tollen Features des Helms nicht funktionabel. Da die Mitnahme eines Smartphones auf dem Rad jedoch bei weitem nicht so stört wie beim Laufen sehe ich darin keinen Nachteil. Eher im Gegenteil.

Notruf bei Unfall dank Bewegunssensor ´(Bild: indiegogo/ © LIVALL Riding)
Notruf bei Unfall dank Bewegunssensor ´(Bild: indiegogo/ © LIVALL Riding)

Damit man während der Fahrt nun nicht auf dem Touchscreen rumwischen muss liegt dem Helm noch eine kleine Steuereinheit bei. Diese wird via Bluetooth mit Smartphone und Helm gekoppelt und ermöglicht es, die App, die die Funktionen des Helms steuert, zu bedienen. Das soll sogar so weit gehen, dass sich von der App aus die Kamera des Smartphones auslösen lassen können soll. In wie weit das gute Aufnahmen geben wird sei jedoch ein bisschen dahingestellt, denn wenn man auf dem Display etwas sehen will wird die Kamera vermutlich eher auf den Boden zeigen müssen.

Damit man das Smartphone auch am Lenker befestigen kann bietet der Hersteller auch gleich noch einen Vorbau mit Halterung und integrierter Powerbank an. Hier würde ich jedoch wohl eher auf eine fremde Lösung setzen. Zum einen ist der Vorbau nicht an jedem Rad zu montieren und zum anderen muss das Rad dann zum Aufladen mit in die Wohnung genommen werden. Da gibt es elegantere Methoden. Einfach und billiger ist die Befestigung auch möglich.

Das LIVALL-Helmsystem bietet also eine große Menge an Features. Bei 100$ plus Nebenkosten für Helm, Schalter und einem Trittfrequenzsensor ist das sogar ein recht günstiger Spaß. Die größten Fragen werden freilich nicht beantwortet. Entspricht der Helm den üblichen Sicherheitsstandards und ist der Spaß auch so umsetzbar. Wie gut ist die App programmiert? Und da waren sie wieder… die üblichen Probleme mit Crowdfunding-Kampagnen.

 

 

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