Stylische Drone mit Folgemodus - Lily (Bild: © lily.camera)
Stylische Drone mit Folgemodus – Lily (Bild: © lily.camera)

Ja, kaum will man einen Artikel über ein neues Gadget schreiben schon bekommt man Anfragen, was man davon hält. In diesem Fall von meinem Bruder. Da mache ich es mir doch mal einfach und schreibe hier die Antwort:

Moin, Stefan. Die Lily Drone, die gerade im Netz die Runde macht sieht ja schon mal ganz chic aus. Sie ist allerdings nicht die erste Drone, die mit umfangreichen automatischen Verfolgungsmodi aufwarten kann. Ein paar, wie zum Beispiel die Pocket Drone hatte ich auch schon im Blog erwähnt.

Aber von den Dronen, die ich mir bis jetzt genauer angeschaut habe schein die Lily bis jetzt mit am durchdachtesten zu sein. Bin jetzt allerdings kein Dronen-Profi und reime mir mein Zeug nur selber zusammen. Die Gestaltung des Teils weiß schon mal zu gefallen und macht einen recht robusten Eindruck. Auch die Präsentation im Vorstellungsvideo zeigt, dass die Jungs und Mädels von Lily gute Ideen haben.

So soll es unterschiedliche Fly-By-Szenarios geben. Folgen, vorweg fliegen, dran vorbei, umrunden. Realisiert wird dies über eine Tracking Device, dass die aufzunehmende Person bei sich tragen muss. Wenn die Drone das alles kann dürften da so einige gute Aufnahmen bei rauskommen.

Das Tracking-Device der Lily (Bild: © lily.camera)
Das Tracking-Device der Lily (Bild: © lily.camera)

Die Funktionsweise scheint sehr simpel. In die Luft werfen und los geht’s. Und wenn das Teil dann doch mal ins Wasser fällt ist es auch kein Drama. Die Drone ist nämlich nach IP67 Wasser geschützt., was soviel bedeutet, dass sie gegen zeitweiliges Untertauschen abgesichert sein sollte. Hoffen wir mal, dass der Schutz auch bei Sturz aus größerer Höhe ausreichen sollte.

Die Flughöhe bewegt sich zwischen 1,75 und 15 Meter. Also eher im niedrigen Bereich. Mit einem Tempo von maximal 40 km/h sollte Lily auch für flottere Verfolgungsflüge auf dem Rad geeignet sein.

Die Flugdauer wird mit etwa 20 Minuten angegeben. 2 Stunden braucht das Laden der Akkus. Ein Akkutausch ist auf Grund der Wasserdichtigkeit nicht möglich. Für Aufnahmen für mein Virtual Home-Trainer-Projekt leider zu knapp.

Die eingebaute Kamera schafft 1080p 60 fps , 720p 120 fps oder Einzelbilder mit 12 MP Auflösung. Es wird nicht mit einem mechanischen Gimbal zur Bildstabilisierung gearbeitet. Stattdessen kommt eine elektronische Variante zum Einsatz. Ob das reicht werden letztendlich nur Videos aus dem Gerät selber zeigen können.

Ist man risikofreudig legt man jetzt 500 $ auf den Tisch und bekommt dann mit etwas Glück irgendwann mal eine sehr coole Drone. Der Preis gilt noch bis zum 15 Juni. Wer lieber warten möchte, bis das Ding auch wirklich existent ist und in Masse produziert wird muss dann 1000 $ auf den Tisch legen. In beiden Fällen sollte man die üblichen Zusatzkosten wie Steuer, Zoll und Versand nicht vergessen. Da kommt noch so einiges zusammen.

Und jetzt kommen wir zu den üblichen Bedenken:

Die Videos lassen schon mal vermuten, dass die Technik der Drone schon recht weit entwickelt ist. Die Frage ist nur, ob die Flugvideos auch wirklich von der Drone stammen oder von professionellen Systemen.

Die Kamera der Drone ist ein großes Fragezeichen. Systeme, an die man eine GoPro andocken kann, dürften da besser kalkulierbar sein. Erst recht die Art der Bildstabilisation muss noch beweisen, dass damit so gute Videos zu schießen sind, wie die Promofilme es einem vor machen.

Der nächste Punkt ist die fehlende Kollisionserkennung. Nach aktuellem Stand der Dinge wird Lily laut FAQ nicht damit ausgerüstet sein. Damit schließt sich der Einsatz in dicht bebautem Gebiet oder im Wald vermutlich schon aus. Ob die gewünschten Einsatz-Szenarios dann noch umsetzbar sind muss jeder selbst entscheiden. Im reinen Folgemodus kann man ja noch hoffen, dass der Track genau genug ist., um den dicken Dingen auszuweichen. Wie eine Kollision mit zum Beispiel einem Straßenschild ausgehen wird könnte auch spannend werden.

Der nächste Punkt ist eigentlich auf alle Start-Ups zu übertragen. Wird es Lily gelingen, den, so wie es aussieht schon sehr gut gebauten Prototypen auch in ein Serien-Produkt umzusetzen, dass den Ansprüchen genügen wird? Einen Prototypen mit viel Liebe zu Detail per Hand zu bauen ist das eine. Dass dann in einen Produktionsprozess umzusetzen ist das andere. Da sind schon manche dran gescheitert.

Mal wieder haben wir also eine sehr coole Produktidee, die auch schon eine Menge Leben eingehaucht bekommen hat. Ob der Anspruch, den die Promovideos erwecken gehalten werden kann muss sich noch zeigen.

Shipping soll im Februar 2016 sein. In wie weit das Datum realistisch ist fällt mir mit den erhältlichen Informationen schwer zu beurteilen. Aber denkt immer daran: Lieber ein paar Monate mehr warten also ein unfertiges Produkt in den Händen halten.

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