Chic und nicht wackelig - das Jyrobike (Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)
Chic und nicht wackelig – das Jyrobike (Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)

Aller Anfang ist schwer. Gerade das erlernen des Radfahrens geht selten ohne Schrammen und Beulen ab. Zwar können die Kleinen sich heutzutage mit Laufrädern schon ein gutes Stück auf den Balanceakt einstellen, aber die Koordination im Zusammenhang mit dem Antreten des Rades ist noch mal ein Schritt der recht unfallträchtig sein kann.

Stützräder sind da glaube ich keine gute Alternative. Zumindest wenn ich an meine Kindheit zurückdenke haben mich die Stützräder nie dazu animiert, selber Rad zu fahren. Auch mit etwas Schieflage ist man ja gut vorangekommen. Hätte da auch gleich das Dreirad weiter nutzen können.

Einen interessanten Ansatz verfolg jetzt das Jyrobike bei Kickstarter. Bei Jyrobike handelt es sich primär um ein Vorderrad, in das ein Gyroskop/Schwungrad eingebaut ist. Dieses sorgt dafür, dass das unerfahrene Kind relativ problemlos die Balance halten kann. Der Angstfaktor durch die fehlende Beherrschung des Verkehrsmittels dürfte damit erheblich sinken. Das Kind kann sich besser auf die Koordination mit dem Treten konzentrieren.

Läuft das dann ganz gut zusammen kann man die Kraft des Gyroskops schrittweise reduzieren. Das Kind übernimmt Schritt für Schritt mehr die Kontrolle über das Rad bis es ganz auf die Unterstützung verzichten kann.

Das Laufrad von innen (Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)
Das Laufrad von innen
(Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)

Das Gyroskop wird mittels Akku und Elektromotor angetrieben. Eine Akkuladung soll für etwa 3 bis 4 Stunden halten. Dass sollte auch für sehr ambitionierte Kinder reichen. Das Schwungrad dreht mit maximal 2000 Umdrehungen pro Minuten und wiegt etwa 3 Kg. Es gibt das Rad mit 12“ und mit 16“ Durchmesser. Sogar an eine Fernbedienung (natürlich nur gegen Aufpreis) zur Fernsteuerung der Einstellungen am Rad wurde gedacht. So können die Eltern während der Fahrt die Rotationsstärke des Schwungrades anpassen.

Wer schon ein Kinderfahrrad für seinen Nachwuchs hat kann das Laufrad einzeln ordern. Es wird allerdings auch in Kombination mit einem komplett aufgebauten Rad angeboten. Das geht dann natürlich eindeutig mehr ins Geld.

Für die Laufräder werden je nach Größe 129 $ bzw. 149 $ plus Nebenkosten aufgerufen. Die Kompletten Räder kosten 249 $ für 12“ und 299 $ für 16“.

Die Idee ist clever und ich kann mir vorstellen, dass das wirklich gut funktionieren könnte. Es gibt allerdings zwei Fragen, die ich mir noch stelle.

Wie lange braucht man das Rad? Wenn der Lernerfolg sich wirklich so schnell einstellt könnte es ein kurzer und teurer Spaß sein. Andererseits kann der Preis gerechtfertigt sein, wenn das Kind eher ängstlicher Natur ist und damit ohne große Unfälle das Radeln erlernt. Das Laufrad kann man danach ja auch wieder veräußern.

Wer keine Fernbedienung ordert findet alle Kontrollelemente auch direkt am Laufrad (Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)
Wer keine Fernbedienung ordert findet alle Kontrollelemente auch direkt am Laufrad
(Bild: kickstarter/©Jyrobike Inc.)

Das zweite, vermutlich größere Problem ist die Lieferzeit. Ein generelles Problem bei Kickstarterprojekten. Wer jetzt mitmacht wir mit etwas Glück sein Rad im Januar 2015 bekommen. Da kann man dann wirklich nur hoffen, dass bis dahin das eigene Kind nicht schon auf konventionelle Art das Radeln erlernt hat. Wäre recht ärgerlich, wenn man das Jyrobike nach erhalt nicht mehr brauchen würde.

Wenn man dann noch die üblichen Verzögerungen bei Kickstarterprojekten mit einplant kann es gut sein, dass man sein Kind etwas länger vom Rad fernhalten muss, damit sich die Anschaffung lohnt.

Da das Projekt so gut wie gefundet ist würde ich also lieber abwarten, bis man das Rad direkt und ohne große Wartezeit erwerben kann. So viel teurer wird das dann auch nicht werden.

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