Keyboard mit e-Ink-Tasten - Jaasta eInk-Tastatur (Bild: © jaasta)
Keyboard mit e-Ink-Tasten – Jaasta eInk-Tastatur (Bild: © jaasta)

Manchmal ist es schade, wenn man ein tolles Produkt vermutlich nicht kaufen können wird. Ein aktuelles Beispiel ist die e-Ink-Tastatur von Jaasta.

Die Idee, eine Tastatur an den Markt zu bringen, bei der jede Taste aus einem kleinen Display besteht, ist nicht neu. Schon 2007 ist die russische Designschmiede Art. Lebedev auf die Idee gekommen, statt normaler Druckerfarbe OLED’s zur Beschriftung einzusetzen. Die Idee ist klar. Man kann so auf Knopfdruck das Tastaturlayout ändern. Sonderzeichen, Photoshop-Funktionen, Umlaut, andere Sprachen… kein Problem. Ok, Art. Lebedev hat etwas länger gebraucht, um das Teil dann auch wirklich zum Verlauf anbieten zu können und beim vierstelligen Preis hat es dann den einen oder anderen die Sprache verschlagen. Aber immerhin haben sie die Idee umgesetzt, auch wenn das Ergebnis sagen wir mal etwas klobig geworden ist.

Die Jaasta Tastatur schlägt genau in die gleiche Richtung. Allerdings wird hier nicht mit OLED sondern nur mit e-Ink gearbeitet. Zwar kann man sich durch die Technik von farbigen Tasten verabschieden, dürfte aber durchaus ein paar Vorteile dadurch genießen. Geringerer Stromverbrauch, vermutlich kleiner Einbaumaße und niedrigere Kosten sollten dadurch realisierbar werden. So peilt Jaasta dann auch einen Preis von 299 $ an.

Mäßig gut gephotoshoped. Auch hier scheint es noch keinen Prototypen zu geben. (Bild: © jaasta)
Mäßig gut gephotoshoped. Auch hier scheint es noch keinen Prototypen zu geben. (Bild: © jaasta)

Soweit, so gut. Ein variables Konzept, schönes Produktdesign und für die Menge Features ein günstiger Preis. Wo ist der Haken?

Ja, da scheint es wohl wirklich einen zu geben. Wenn man sich die Diskussion hier bei reddit anschaut wird es deutlich. Dort behauptet nämlich jemand, dass hinter Jaasta die gleiche Person stecken soll, die sich mit Scribble, dem Stift der Millionen Farben malen können soll, keine Freunde gemacht hat.

Mehrere Crowdfunding-Versuche waren damals von den Plattformen abgeschossen wurden, da die oder der Macher nicht in der Lage waren, ansatzweise darzulegen, dass sie mehr als nur ein paar nette Renderings aufweisen konnten. In wie weit dann Geld über deren eigene Plattform versickert ist kann man natürlich nur spekulieren.

Im reddit-Thread wird von einem Studenten aus Nigeria gesprochen. Wer da jetzt wohl nicht sofort das Stichwort „Nigeria-Connection“ im Kopf hat…

Ich kann letztendlich nicht beurteilen, ob an den Vorwürfen etwas Wahres dran ist. Trotzdem sollten die Alarmglocken laut genug schrillen, so dass man sich vorher über das Risikopotential der Geschichte im Klaren sein sollte, wenn das Teil irgendwann zu ordern sein sollte oder mal wieder eine Crowdfundig-Kampagne lanciert wird.

Ganz davon abgesehen stelle ich mir auch ein bisschen die Frage, ob die geringen Abmaße der Tastatur so umsetzbar sind. Scheint mir bei der Technik dann doch etwas flach zu sein. Schade eigentlich, denn der Haben-Wollen-Faktor wäre bei mir sehr groß.

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