Schöne Idee mit vielen Fragezeichen - ink Case Plus (Bild: kickstarter/©OAXIS INC.)
Schöne Idee mit vielen Fragezeichen – ink Case Plus (Bild: kickstarter/©OAXIS INC.)

Erinnert sich noch jemand an das Jota Phone? Das zeichnet sich ja dadurch aus, dass es neben dem normalen Display noch ein e-Ink-Display auf der Rückseite besitzt. Die Vorteile von e-Ink liegen auf der Hand. Es verbraucht erheblich weniger Strom als ein normales Display und eignet sich somit auch zur permanenten Anzeige von Informationen. Leider sind die Dinger nicht sehr schnell und momentan in brauchbarer Qualität nur als Schwarz/Weiß/Graustufen-Display erhältlich, weshalb ein rein mit e-Ink betriebenes Smartphone vermutlich nicht sehr viel Zuspruch bekommen würde.

Und wenn ich nun e-Ink haben möchte, aber auf mein Samsung, Motorola, HTC nicht verzichten will? Schwierig.

Ein Blick auf das InkCase Plus bei Kickstarter kann da vielleicht weiter helfen. Die Firma OAXIS INC. ist auf die Idee gekommen, einfach einen Second Screen zum nachrüsten herstellen zu wollen. Dieser wird in ein Case eingeklippt und kann je nach Wunsch nach innen oder nach außen zeigen. Auch stand-alone ist machbar. So hat man dann einen kleinen E-Bookreader immer griffbereit.

Das Display ist allways on und verbindet sich via Bluetooth mit dem Smartphone. Neben der schon erwähnten E-Book-Read-Funktion wird man noch Bilder auf das Display rüber schieben können. Eine Sport-App ist geplant, Kontrolle der abgespielten Musik sowie die üblichen Notifications sollen auch dabei sein. Ein SDK soll es Entwicklern einfach machen, den Funktionsumfang zu erweitern.

Das InkCase Plus wiegt 45 Gramm und ist gerade mal 5mm hoch. In Kombination mit einer Hülle um ein Smartphone herum schätze ich allerdings, dass das komplette Konstrukt dann doch eher etwas für die Handtasche sein wird. Für die Hosentasche dürfte das knapp werden.

Der eingebaute 500mAh-Akku soll für etwa 7 Tage standby oder 19 Stunden aktive Nutzung reichen.

Mit momentan 89$ plus Nebenkosten hält der Preis sich auch einigermaßen in Grenzen. Aber es wäre ja langweilig, wenn Olli, der alte Mecker-Heini nicht etwas zum nörgeln finden würde. Im Oktober will OAXIS die Teile ausliefern. Das ist sehr sportlich. Zwar scheinen die ähnliches schon zu verkaufen, wenn man mal auf ihre Website blickt, aber die Abwesenheit recht wichtiger Informationen stimmen mich nicht unbedingt optimistisch, ob das auch wirklich etwas wird.

Macht auch am Rad eine gute Figur (Bild: kickstarter/©OAXIS INC.)
Macht auch am Rad eine gute Figur (Bild: kickstarter/©OAXIS INC.)

Die größte Frage, die ich mir stelle ist, ob das Fit Case, das notwendig ist um das InkCase Plus am Smartphone zu befestigen denn auch wirklich für mein Smartphonemodell zu haben sein wird. Es wird lediglich dazu aufgerufen, auf der Facebook-Seite der Firma nen Kommentar abzugeben, welches Modell man bräuchte. Ich kaufe also ein Gerät und wenn ich Pech habe, werde ich nicht in der Lage sein, dies in der Funktion zu nutzen, für die es hauptsächlich gedacht ist. Ohne Case kann man das Teil zwar dann noch als E-Book-Reader nutzen, aber für den Preis bekommt man da erheblich bessere und größere Reader.

Und da wären wir auch schon beim nächsten Thema. Warum wird in der Kampagne nirgendwo etwas von der Auflösung und den Abmessungen des Displays geschrieben. Ein Hinweis auf die verwendete e-Ink-Generation wäre auch nicht verkehrt. Auf diesbezügliche Fragen in den Kommentaren wurde bis jetzt noch nicht eingegangen. Generell könnte die Kommunikation dort besser laufen. Aktuell nur 3 Antworten bei 122 Kommentaren ist doch etwas mager.

So schön die Idee mit dem e-Ink-Case doch ist, bei der Aktion ist wieder mal ein bisschen Skepsis angeraten.

Update 30.07.2014:

Manchmal lohnt es, etwas später noch mal nachzuschauen. Mittlerweile sind nämlich wie durch Wunder ein paar Spezifikationen aufgetaucht. Gut, wohl nicht durch ein Wunder sondern eher von den InkCase-Leuten nachgetragen, aber Hauptsache, sie sind da.

Das Display des InkCase hat eine Diagonale von 3,5″ bei einer Auflösung von 360×600 Pixeln. Eim Vergleich zu einem normalen Ebook-Reader sind 3,5″ natürlich eher ein Witz. Aber zumindest die Auflösung ist mit 200 dpi nicht verkehrt. Das InkCase kommuniziert mit Bluetooth 2.1., hat 32 Mb Speicher an Bord und wiegt ca 45g. Allerdings dürfte da dann noch das Gewicht der Hülle oben drauf kommen.

Die 32 MB Speicher scheinen mir etwas knapp bemessen zu sein. In Verbindung mit einem Smartphone sollte das kein Problem sein, da die Inhalte vom Smartphone auf das Display gesendet werden. Will man das Display jedoch als Stand-Alone-Ebook-Reader nutzen wird es eng. Da muss man sich vorab schon genau überlegen, was man unterwegs lesen will.

 

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