Low-Tech-Speeder Bike: das Hoverbike (Bild: Kickstarter/© Michael C. Poole)
Low-Tech-Speeder Bike: das Hoverbike
(Bild: Kickstarter/© Michael C. Poole)

Bei manchen Projekten ist es sehr schade, dass schon abzusehen ist, dass sie nicht bei Kickstarter gefundet werden. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Schlechte Präsentation, unrealistische Ziele, unbefriedigende Refunds. In wie weit das Hoverbike-Projekt diese Tonleiter spielt muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich befürchte allerdings, dass es nicht erfolgreich beendet wird.

Worum geht’s?

Wenn mich jemand fragt, was das coolste Teil aus den Star Wars-Filmen (den echten drei) war, würde ich vermutlich antworten: Das Speederbike. Ein Laserschwert ist ja eine feine Sache, aber auch sehr gefährlich im Umgang und im Alltagsgebrauch nur eingeschränkt nutzbar. Mit dem Speeder Bike kommt man überall schnell hin, es kann fliegen, sieht cool aus, klingt geil und hat auch Laser. Außerdem passt es noch in die Garage. Versucht mal einen X-Wing irgendwo unterzustellen. Also meine persönliche erste Wahl.

Beim Hoverbike, das man nun bei Kickstarter unterstützen kann, musste ich gleich an das Speeder Bike denken. Die Optik ist doch sehr ähnlich und das ist auch durchaus beabsichtig. Statt Antigravitations-Schnickschnack und Düsenantrieb hat das Hoverbike allerdings hinten zwei und vorne einen Propeller, die nach unten gerichtet sind. Die hinteren können dann vermutlich in der Neigung verstellt werden um für den Antrieb zu sorgen. Auf den Laser wird man vermutlich auch verzichten müssen.

Momentan existiert ein 1/9 Prototyp. Ob der wirklich funktioniert lässt sich allerdings nicht so genau sagen. Viel Krach macht er schon (was die Katze des Hauses aber nicht zu stören scheint). Ob das Teil wirklich von selber abhebt ist allerdings nicht zu erkennen, da der gute Erfinder das Teil permanent fest hält. Könnte also genau so gut sein, dass er es einfach nur hoch hebt. Und da kommen wir auch schon zu den Gründen, warum ich vermute, dass das Projekt via Kickstarter kein Erfolg wird.

Zu aller erst und einer der Hauptgründe: Man kann nicht für ein Hoverbike pledgen sondern unterstützt mit seinem Geld nur die Entwicklung eines 1:1 Prototypen. Dazu kommt noch, dass man als Gegenwert für sein Geld dann nur Aufkleber, T-Shirt und als höchstes der Gefühle seinen Namen auf dem Prototypen bekommt. Das ist nicht sehr motivierend.

Ein weiterer Grund, warum das nichts wird dürfte das fehlende Vertrauen in die Funktionsfähigkeit sein. Wenn der Erfinder seinen 1/9-Prototypen schon nicht so weit entwickelt hat, dass er ihn frei fliegen lassen kann sollte man bezweifeln, dass er jetzt schon so weit ist, dass bei einem 1:1-Model hin zu bekommen. Hier hätte er den kleinen Prototypen zumindest soweit entwickeln sollen, dass man eine Idee davon bekommt, ob die Sache auch funktionieren kann. Drei Motoren an etwas Blecht zu Schrauben ist ja nicht die große Ingenieurskunst. Die Elektronik, die für die Ausbalancierung sorgt ist das A und O der Geschichte und die hätte er in seinem Video demonstrieren sollen.  Wenn man sich seine Videos auf seiner Projekthomepage so anschaut ist er aber wirklich noch nicht sehr weit.

Bis wir mit einem Speeder Bike durch die Luft sausen können werden wohl noch ein paar Jahre ins Land streichen. Ob das Kickstartprojekt von Michael C. Poole uns diesen Traum etwas näher bringt wage ich zu bezweifeln. Aber es gibt mir das wohlige Gefühl, das irgendwo auf der Welt Leute daran arbeiten, meine Kindheitsträume zu verwirklichen, zumal m Hoverboard aus Zurück in die Zukunft 2 ja auch schon gearbeitet wird.

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