(Bild: © Geonaute)
(Bild: © Geonaute)

360 Grad-Videos haben die Menschen ja schon seit Erfindung selbiger fasziniert. Da sich nun nicht jeder eine imax-Kinokuppel zuhause im Wohnzimmer installieren kann war die Verbreitung solcher Videos primär Vergnügungsparks vorbehalten. Mit dem enormen Erfolgszug der Action-Cams in den letzten Jahren dürfte demnächst aber das Bedürfnis, selber 360 Gradvideos zu erstellen und ansehen zu können enorm zunehmen.

Zunehmen tun deshalb wohl auch die Produktankündigungen und Kickstarterprojekte, die sich diesem Thema annehmen. Neben der Bublcam hatte ich ja auch schon mal die Geonaute erwähnt. Gerade für den Aufbau eine VR-Trainers wäre eine 360 Grad-Kamera ein schöner Schritt nach vorne. War es um die Geonaute in den letzten Monaten/Jahren eher ruhig gibt es jetzt endlich mal wieder ein paar News. Wie momentan nicht anders zu erwarten kommen die Lebenszeichen von der CES. Die Entwicklung der Geonaute 360 scheint mittlerweile ein gutes Stück weiter, so dass man sich traut, die Kamera zum Preorder anzubieten. Mit knapp 400 Euro ist es zwar kein billiger Spaß, aber dafür bekommt man schon etwas geboten. Da die Kamera von einer französischen Firma hergestellt wird sind zumindest keine zusätzlichen Kosten wie Zoll und Steuern zu erwarten.

Geonaute 360 Kamera (Bild: © Geonaute)
Geonaute 360 Kamera
(Bild: © Geonaute)

Die Kamera soll eine 2K-Videoauflösung bei 25 fps schaffen. Das ist nicht wenig. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass bei 360 Grad erheblich mehr Fläche verbraucht wird als bei normalen Filmen. 2 Stunden Akkulaufzeit, Wasserschutz nach IPX7 sowie die Möglichkeit Ant+-Equipment zu koppeln runden das Bild ab.

Die Abmessungen sind 8 cm x 7,2cm x 7,2 cm allerdings deutlich größer als die einer GoPro. Das sieht gerade auf einem Helm montiert ein bisschen so aus, als ob die Polizei über die Piste fahren würde. Schön sind die Bilder, die DC Rainmaker dazu auf der CES geschossen hat. Sieht schon etwas bekloppt aus. Mal gespannt, was der so berichtet, wenn er ein Exemplar in die Hände bekommt. Die Bilder lassen übrigens auch drauf schließen, dass sich Geonatute auch schon Gedanken über die Ansteuerung mit der Oculus Rift macht. Sehr schön.

Eine umfangreiche Ausstattung an Mounts und Zubehör kann gleich mitgeordert werden.

Interessant dürfte sein, wie sich die 360-Grad-Filmerei in den nächsten Monaten so weiter entwickelt. Ein paar Baustellen sind auf jeden Fall zu erwarten. Das größte Problem dürfte die Positionierung der Kamera sein. Eine seitliche Helmmontage ist suboptimal, da man dann auf der einen Seite nur den Helm betrachten kann. Generell dürfte die Helmmontage problematisch sein. Wenn man sich die Blickrichtung frei aussuchen kann ist es schon recht verwirrend, wenn der Kameramann auf einmal den Kopf dreht.

Der Schnitt der Videos könnte bei dem Format (2048x1024p) auch problematisch sein. Wobei ich bei allen 360 Grad-Videos, die ich bis jetzt am Rechner gesehen habe es am besten fand, wenn es gar keine Schnitte oder wenn doch nur sehr selten welche gab.

Die Wiedergabe der Videos ist die nächste Baustelle. Momentan gibt es, soweit ich weiß, leider keinen Standard für 360 Grad-Videos. Jeder Hersteller solcher Kameras scheint sein eigenes Süppchen zu kochen. Daraus resultiert, dass man die Videos nicht so einfach teilen kann wie normale Videos. Youtube sollte sich mal Gedanken machen, wie die so etwas einbinden können. Solange das nicht der Fall ist muss man sich mit den selbst zusammengeschusterten einzelnen Lösungen der jeweiligen Hersteller herumschlagen. Die Schwierigkeiten beim Anzeigen sind vorprogrammiert. Oft wird noch auf Flash oder Shockwave gesetzt. Hat man dies nicht zur Verfügung schaut man in die Röhre. Auf Tablets ist man dann genötigt, die Apps der Hersteller zu installieren. Wer installiert sich bitte schön eine App, nur um mal ein Video anzuschauen? Vermutlich nicht viele.

Schaut euch mal folgendes Beispiel an. Wenn ihr etwas seht ist alles fein, wenn nicht versteht ihr, was ich meine.

Auch das Zusammenspiel mit VF-Brillen wie die Oculus Rift muss jeder Hersteller gesondert ausbaldowern.

Hoffen wir also, dass 360 Grad-Videos immer mehr Fahrt aufnehmen und die großen Videostreamingportale den Trend möglichst früh erkennen und unterstützen.

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