Mal ein paar Worte zum Prototypen der GameVace Mark IV VR-Brille. Es gab ja so einige Blogs und Newsseiten, die das Teil schon als großen Verfolger oder Alternative zur Oculus Rift auserkoren haben. Zumindest die Nennung des aktuellen Platzhirschens im Consumer-VR-Brillen-Markt kann sich doch irgendwie keiner verkneifen.

Es gibt ein paar Gründe, warum meines Erachtens dieser Vergleich hinkt. Ja, die GameFace sieht ähnlich aus, wie die Rift. Als vermeintlicher Vorteil gegenüber der Rift wird schnell ins Feld geführt, dass die GameFace ohne Kabel auskommt. Nur womit wurde dies erkauft? Ganz einfach: die Brille ist eigentlich gar keine Brille sondern ein komplettes Android Device.

Die technischen Detail hören sich auf den ersten Blick eigentlich ganz gut an. Neben einem Arm Cortex soll nVidias tegra 4 GPU verbaut werden. Außerdem soll die GameFace ein Full-HD-Display erhalten. Ich vermute, dass beide Augen sich dieses teilen werden und somit 960×1080 Pixel pro Auge zur Verfügung stehen. Das wäre momentan vergleichbar mit den aktuellen Oculus Rift-Prototypen und besser als bei der aktuell erhältlichen Dev-Version.

Verbindung zur Außenwelt wird via Bluetooth und Wi-fi hergestellt. Komplettiert wird die Technik mit GPS sowie Sensoren zur Lageerkennung wie Accelometer, Gyroscope und Magnetometer. Die Sensoren sollen in der Lage sein, eine sehr geringe Latenz bei der Lageerfassung zu ermöglichen. Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand Oculus bei der Crystal Cove treibt kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass die eingebauten Sensoren der GameFace ausreichen werden, um ansatzweise in die Bereicht der Rift, wie sie später beim Kunden landen wird, nahe zu kommen.

Wie groß der Field of view ist habe ich leider so auf Anhieb nicht herausbekommen.

Wenn man sich die Daten so anschaut stelle ich mir akut die Frage, warum man da nicht gleich ein aktuelles Oberklasse-Smartphone nimmt und in eine Durovis Dive oder vrAse rein stopft. Wirklich viel billiger wird die GameFace sicherlich nicht werden und der Einsatzzweck ist doch sehr eingeschränkt. Ein Augmented Reality-Device, wie es auch ganz gerne im Netz genannt wird, ist sie auf jeden Fall nicht, da auf Grund einer fehlenden Kamera die Umwelt nicht mit in das Geschehen einbezogen werden kann. Im Großen und Ganzen ist es also eigentlich nur eine Daddelkiste. Die Kabelfreiheit erkauft sich das GameFace letztendlich nur dadurch, dass man auf eine im Vergleich zum PC erheblich schlechtere Software-Ausstattung zurückgreifen muss. Zwar wirbt GameFace damit, schon diverse Entwickler zu umgarnen und ein SDK bereitzustellen aber mal ganz ehrlich: Wer kann mir ein paar Android-Games nennen, die in der Lage sind, es im Punkte Grafik, Atmosphäre und Gameplay mit aktuellen PC und Konsolentiteln aufzunehmen?

Schönes Beispiel ist das Hands-On-Video oben von Machinima. Selbst wenn wir die Ruckelorgie vielleich mal den Entwicklungsstadium zuschreiben fühlt man sich bei der Grafik wohl doch eher zum Anfang des Jahrtausends zurück versetzt. Wenn überhaupt…

Unter dem Strich sehe ich keine große Zukunft für das Gerät. Die Zielgruppe ist einfach zu klein, da hier am ehesten noch der übernerdige Gelegenheitsgamer angesprochen wird. Gibt es den überhaupt und warum sollte der nicht zu den erheblich billigeren Smartphone-Brillenhaltern wie die Dive greifen? Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

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