Wasser aus der Luft geholt - Fontus Ryde (Bild: indiegogo/ © fontus.at )
Wasser aus der Luft geholt – Fontus Ryde (Bild: indiegogo/ © fontus.at )

Ach, schon wieder etwas aus dem Bereich Fahrradequipment. Sind dort gerade eine Menge Projekte am Start. So auch Fontus, die selbstfüllenden Wasserflaschen.

Wer wie ich am liebsten bei heißem Wetter mit dem Rennrad unterwegs ist weiß einen guten Tropfen Wasser sehr zu schätzen. Bei längeren Touren können da die üblichen zwei Flaschen auch schon mal knapp werden. Ok, so oft kommt das um Hamburg rum leider nicht vor. Trotzdem ist so ein Wassernotstand während der Tour schon blöde. Geht ja auf Leistung, ist nicht gesund und drückt den Schnitt.

Die Alternative zu Flaschen ist natürlich ein Trink-Rucksack. Die haben aber den Nachteil, dass hier der Rücken bedeckt ist und man dadurch stark ins Schwitzen kommt. Nicht jedermanns Sache. Mir persönlich ist auch die Reinigung der Trinkrucksäcke zu nervig.

Mit Fontus soll sich das jetzt alles ändern. Die geistern mit ihrem Konzept zwar schon etwas länger durch die Presse, haben jetzt aber endlich ihrer Finanzierungskampagne gestartet.

Bei Fontus handelt es sich um ein System, das Wasser aus der Umgebungsluft ziehen soll. Ob das funktioniert? Keine Ahnung. Klingt aber ansatzweise plausibel. Die Luft wird in das Gerät eingesaugt und kondensiert dann an einem Kühlkörper ab. Die Energie für den Kühlkörper liefert ein Solarpanel.

Das System ist natürlich darauf angewiesen, dass in der Luft auch Wasser vorhanden ist. Die Menge des gesammelten Wassers hängt deshalb auch stark von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Je wärmer es ist, desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen und umso leichter kann das Wasser am Kühlkörper auskondensieren. Fontus ist also eher etwas für die feuchten und heißen Landstriche. Eine Saharadurchquerung würde ich damit wohl nicht versuchen. Dort ist es zwar heiß, aber ob dort genügend Wasser in der Luft ist dürfte fragwürdig sein.

Wenn wir mal von sommerlichen 30 Grad ausgehen wird die Flasche so in guten 2 Stunden gefüllt sein. Könnte gerade so reichen.

Es sind zwei Versionen von Fontus geplant. AIRO ist eine reine Flaschenvariant, für Leute, die mit dem Ding auf Wanderschaft gehen wollen. Die Solarzellen sind hier als Matte ausgelegt, die man sich dann hinten über den Rucksack hängen kann. RYDE ist die Fahrradversion, die unter das Oberrohr geschnallt wird.

(Bild: indiegogo/ © fontus.at )
(Bild: indiegogo/ © fontus.at )

Der Preis ist nicht billig. Für RYDE muss man 165 $ auf dem Tisch legen. AIRO schlägt sogar mit 225 $ zu Buche. Aber es wird noch happiger. 70 $ Versandkosten werden aufgerufen. Auch Zoll und Steuern muss man noch hinzu rechnen.

Das ist schon ein bitterer Schluck Wasser. Aber damit  nicht genug. Zwar sind wohl schon so ein paar Prototypenrunden gelaufen, der finale Prototype ist jedoch noch nicht wirklich final. Wenn wir mal davon ausgehen, dass zumindest die grundsätzliche Technik schon mal erfolgreich getestet wurde (sicher können wir uns da nicht sein), so fehlen hier doch für die Serienproduktion noch viele Daten. Selbst mit einem finalen Prototyp ist der Weg zur Serie noch mit vielen Stolpersteinen gesät. Wenn dann der Prototype noch nicht fertig ist… Glücksspiel. Immerhin hat man den Liefertermin erst auf April 2017 gelegt. So kann man sich zumindest ein Jahr entspannt zurück lehnen, bevor man sich über die üblichen Verzögerungen ärgern muss.

Fontus ist ein faszinierendes Konzept. Ob es umsetzbar ist muss sich erst noch zeigen. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die geförderte Wassermenge stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängt. Es kann also sein, dass das System, auch wenn es wie versprochen arbeitet, in Eurer Situation gar nicht genügend Wasser produzieren kann. So gesehen wäre ich bei den aufgerufenen Summen vorsichtig. Letztendlich tut es die gute, alte Plastikflasche ja auch.

Tldr;

Fontus ist eine Wasserflasche, die ihr Wasser aus der Umgebungsluft zieht. Leider existiert noch kein finaler Prototype. Die Wasserfördermenge ist stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig.

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