Der Finder in der Baumansicht
Der Finder in der Baumansicht

Heute mal etwas zum Thema Arbeitserleichterung am Arbeitsplatz.

Wer viel im Dateiensystem unterwegs ist wird es sicherlich festgestellt haben. Der Finder vom Mac ist nicht das Gelbe vom Ei. Eingefleischte Macuser werden jetzt sicherlich aufspringen und Zeter und Mordio schreien aber ich glaube, es gibt gute Gründe, warum man mit dem Finder einfach nur eine Menge Zeit verschwendet und man sich besser mal nach einem alternativen Dateimanager umschauen sollte.

Der Finder hat bekannter Weise drei Anzeigemöglichkeiten für Dateien und Verzeichnisstrukturen. Alle drei haben jedoch schwächen.

Die Symbolansicht – Retro für OS9 Fans

Schauen wir uns zuerst die Symbolansicht an. Man klickt sich über Symbole durch seinen Datenbaum, bis man in das Verzeichnis angekommen ist, in dem die Datei liegt, die man sucht. Will man diese in ein anderes Verzeichnis kopieren muss man erst umständlich via Zurückpfeil den Baum hoch gehen, bis man das Symbol zu dem Verzeichnis findet, wo man hin will. Weiß man nicht so ganz genau wo man hin will geht muss man sich so per trial & error durch die Verzeichnisse klicken. Klick, klick, klick. Mal ganz davon abgesehen, dass man in der Ansicht eh schlechte Karten hat, die richtige Daten zu finden, wenn in einem Verzeichnis mal mehr als 10 Dateien liegen. Ich denke mal, dass die Ansicht eh eher etwas für diejenigen sein dürfte, die noch mit OS9 gearbeitet haben.

Den Baum vor lauter Blättern…

Als weitere Ansicht haben wir die Baumansicht. Schon besser. Man kommt ohne all zu viele Mausmeter durch die Verzeichnisse und kann diese schnell auf und zu klappen. Problematisch wird es aber auch hier, wenn man viele Dateien in einem Verzeichnis hat. Da in der Baumansicht auch die Dateien eingeblendet werden leidet die Übersicht bei großen Verzeichnissen stark. Beispiel: man hat 26 Verzeichnisse mit 200 Dateien. Will man nun aus Verzeichnis Z die Datei 199 Kopieren und in Verzeichnis A kopieren muss man nicht 26 Zeilen hochscrollen sondern 225 Zeilen. Auf einen Arbeitstag verteilt kommen da eine Menge Mausmeter zusammen.

Gespaltene Spalten

Die dritte Ansicht ist die Spaltenansicht. Der Einäugige unter den Blinden. Durch di Spaltenansicht hat man einen guten Überblick, auch bei Verzeichnissen mit viel Inhalt. Hier gibt es aber zwei Nachteile. Erstens kämpft man immer der Spaltenreite. Entweder sind sie so schmal, dass man die Dateinamen nicht lesen kann oder sie sind so breit, dass man nur ein oder zwei Verzeichnisebenen einsehen kann. Die Anordnung nebeneinander setzt eigentlich den Platz eins 27“ iMac voraus. Zweites Problem ist, das man, wenn man sich schnell einen Überblich über andere Verzeichnisse schaffen will, immer das aktuelle Verzeichnis verlassen muss. Auch hier kommen wieder unnötig viele Klicks und Mausmeter zusammen.

Die Coverflow-Ansicht betrachten wir mal eher als Unterart der Spaltenansicht.

Durchs Fenster betrachtet

Macintosh Explorer
Macintosh Explorer

Ja, jetzt kommt der große Aufschrei. Ich bin der Meinung, dass der Windows Dateiexplorer es am besten macht. Links den Baum nur für die Verzeichnisse, rechts nur die Dateien. Eine schnellere Methode, sich einen Überblick zu verschaffen habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Da sind auch Suche oder Manager mit alten Norton Commander-Stil kein Ersatz. Suche setzt voraus, das man weiß, wonach man sucht. Außerdem muss man dafür die Hand von der Maus nehmen. Umständlich. Der Commander, den es in ähnlicher Formu für den Mac z.B. als muCommander gibt, kämpft genau wie Spalten oder Iconansicht damit, dass man die Verzeichnisstruktur nicht schnell durchwandern kann, ohne das aktuelle Verzeichnis zu verlassen. User, die generell nur mit der Tastatur arbeiten wie z.B. Programmierer kommen mit so einer Art Manager zwar gut klar, ist aber doch eher was für Maus-Allergiker die sich viele Tastenkürzel merken möchten. Mein Kopf ist leider schon mit den Tastenkürzeln für Photoshop gut ausgefüllt.

Eigentlich bin ich etwas verwundet, dass es so wenig Finder-Ersatzprogramme gibt, die es anders als der Finder machen. Es gibt zwar eine Menge Erweiterungen wie den Totalfinder und den Pathfinder. Aber diese nehmen letztendlich nur das Finderkonzept auf und erweitern dieses mit sinnvollen und notwendigen Zusatzfunktionen wie zum sortieren anklickbare Spaltenüberschriften, Tabs, Dualview und dergleichen. Baum und Spalten wie im Win-Explorer in brauchbarer Umsetzung habe ich bis jetzt nur ein mal gefunden. Der Kandidat heißt Macintosh Explorer. Scheint einen ganz brauchbaren Eindruck zu machen. Reagiert einigermaßen flott (nicht ganz so schnell wie der Finder) und kann mit Tabs arbeiten. Der Rest an Features ist relativ unspektakulär. Aber den eigentlichen Zweck, das schnelle Aufspüren und managen von Dateien erfüllt er nach einem kurzen Test ganz gut.

Sollte der Langzeittest etwas anderes ergeben oder ich noch ein anderes Tool finden werde ich den Artikel entsprechend Updaten.

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