Kochhilfe für Nerds - der EveryCook (Bild: indiegogo/© EveryCook)
Kochhilfe für Nerds – der EveryCook (Bild: indiegogo/© EveryCook)

Und noch ein Stück „Internet der Dinge“ mehr. Wir hatten ja schon eine Wage und einen Wasserkocher hier im Block, die sich irgendwie mit moderner Technologie gepaart hatten. Jetzt kommt ein weiteres nettes Kochutensil dazu: der EveryCook.

So manch einer hier dürfte schon mal etwas vom Thermomix von Vorwerk gehört haben. Ein Mixer, der nicht nur Zucker zu Puderzucker und Korn zu Mehl mahlen sondern auch noch wiegen, kochen und dampfgaren kann. Teig kneten geht natürlich auch. Unter dem Strich also die eierlegende Wollmilchsau unter den Küchengeräten. Mit fast 1000 Euro hat das Ding natürlich seinen Preis.

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Was ich beim Thermomix bis jetzt immer ein bisschen vermisst habe war die Kombination mit Smartphone, Internet & Co. Die Bedienung ist zwar simpel und Rezepte zumindest für Geeks leicht nachzuvollziehen, aber z.B. eine Step-by-Step-Kochanleitung via iPad, Smartphone oder Display am Gerät wäre noch eine Nummer einfacher (und nerdiger).

Hier kommt jetzt der EveryCook ins Spiel, den man momentan bei indiegogo unterstützen kann. Der hat jetzt zwar noch keinen Red-Dot-Award für seltsames Design bekommen, wie der Thermomix es vorweisen kann, glänz im Gegensatz zu ihm aber durch ein paar Features, die ich beim Thermomix bis jetzt vermisst habe. Leider fehlen ihm dafür auch welche, die ich beim Thermomix sehr schätze.

Fangen wir einfach mal bei der Schneideeinheit an. Der Thermomix ist, wie der Name schon sagt, eher ein Mixer. Wirft man dort Gemüse rein und schaltet ihn an, verwandelt es sich in Null Komma Nix in kleine Schnipsel. Noch ne Sekunde länger gewartet hat man nur noch Brei. Will man aber z.B. Zucchini nicht gehäckselt sondern in Scheiben haben muss man wieder zum Messer greifen.  Für den Nerd viel zu gefährlich. Samurai-Schwerter und Motorsägen: ja. Küchenmesser? Bloß nicht.

Die Schneideeinheit des EveryCook hat mit Scheiben keine Probleme, da sein Schneidewerk anders aufgebaut ist. Sechs unterschiedliche Schneidescheiben sind enthalten. Damit können Streifen und Scheiben in  3,6 und 9 mm dicke geschnitten werden. Dafür kann er dann allerdings kein Mehl machen. Also kein ganzer Ersatz für einen Thermomix.

Nächster großer Unterschied ist die Möglichkeit des Dampfgarens. Da der Deckel des EveryCook komplett dicht schließt wird es möglich 1 bar Druck aufzubauen. Mehr kann das Teil zwar aushalten, aus Sicherheitsgründen öffnet sich aber dann ein Sicherheitsventil. Das sollte aber reichen, um den Kochprozess zu beschleunigen.

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Die Software-Umgebung des EveryCooks soll einen auf dem kompletten Weg von der Rezeptwahl zum fertigen Gericht unterstützen. Zuerst wählt man aus der Rezeptdatenbank die gewünschte Mahlzeit. Die Einkaufsliste landet auf dem Smartphone. Nach dem Einkauf sagt die App dann, welche Zutat wann in das Teil eingelegt werden soll. Der Rest wird vom EveryCook erledigt. Das klingt doch sehr entspannt und sollte auch dem Hardcore-Nerd es ermöglichen, abends mal nicht nur eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben. Tipps zum Tischdecken sind allerdings nicht enthalten.

Billiger als ein Thermomix ist das Teil allerdings nicht. Ob man das Teil wirklich braucht ist auch eine gute Frage. Selbige habe ich mir beim Thermomix auch gestellt, der ja letztendlich ein sehr ähnliches Produkt ist. Man kann sich beim Kochen auf ein Gerät reduzieren, sollte sich aber im vornherein klar sein, dass so ein Gerät nicht alle Arbeit abnimmt. Oft ist es auch leichter und schneller, parallel Nahrungsmittel auf dem normalen Herd zuzubereiten. Außerdem schränkt man sich sehr in der Wahl der Rezepte ein, wenn man sich absolut auf so ein Kochsystem verlässt. Will man das nicht muss man lernen, so ein Gerät in den normalen Arbeitsablauf beim Kochen mit einzubeziehen und dann bringen einem die schönen Smartphone-Rezeptspielereien auch nicht mehr viel.

Ich würde wohl eher zu nem Thermomix raten, wenn man die All-in-one-Lösung möchte. Der hat nämlich den Vorteil, dass er schon seit Jahren gebaut wird und somit ein sehr ausgereiftes Produkt ist. Mal nicht einer frisch zusammengetippten Software ausgeliefert zu sein hat ja auch etwas Entspanntes.

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