Hifi für die Handtasche - der Pono Music Player (Bild: Kickstarter/ © the PonoMusic Team)
Hifi für die Handtasche – der Pono Music Player (Bild: Kickstarter/ © the PonoMusic Team)

Hach, es ist doch schön, wenn sich Vermutungen bestätigen. Erinnert Ihr euch noch an den PonoPlayer? Dieser, von Neil Young mitinitiierter Musik-Player sollte ja die audiophilen Wunschträume ins transportable 21 Jahrhundert tragen. Und dass damit ein Nerv getroffen wurde kann man daran sehen, dass das Teil mit über 6.000.000 $ mit zu den erfolgreichsten Kickstarter-Kampagnen überhaupt wurde.

Ich hatte ja damals schon so meine bedenken. Es mag zwar durchaus sein, dass hier viel Wert auf die Bauteile und die Konstruktion gelegt wurde. Erste Tests zeigen jedoch, dass sich das Ding nicht wirklich von einem iPhone oder ähnlichen Playern unterscheidet.

David Pogue hat sich das Teil genauer angeschaut und einen Vergleichtstest durchgeführt. 15 Leute konnten hierfür blind zwischen einem Pono Music und einem iPhone hin und her schalten. Drei Songs standen zur Auswahl, jeweils in der für das entsprechende Gerät besten Auflösung. Gehört wurde mit normalen Apple-In-Ears und mit Sony MDR-7506 Kopfhörern.

Ergebnis: Die meisten Leute bevorzugten entweder das iPhone oder wollten sich nicht festlegen. Da kann man mal wieder sehen, dass man mit tollen Werbeversprechen nun mal die aktuellen physikalischen Begebenheiten nicht wirklich ändern kann. Und ich gehe jede Wette ein, dass das Ergebnis im Vergleich zu Sonys neuen Walkmen NW-ZX2, für den mal eben gut 1200 Euro aufgerufen werden, auch nicht anders ausfallen wird.

Das alte Problem. Alle Leute glauben, dass wenn sie viel Geld ins Abspielmedium investieren gleich einen bombastischen Sound bekommen. Ist leider nicht so. Die Qualität der Technik ist mittlerweile so hoch, dass der Normalsterbliche keinen Unterschied hören wird. Und wenn er doch einen Unterschied hört, dürfte es eindeutig Geschmackssache sein, welches Gerät er besser findet.

Das Geld ist erheblich besser dort investiert, wo der Klang in Schallwellen umgewandelt wird. Lieber ein paar Euro mehr für einen guten Kopfhörer oder Boxen ausgeben als 2000 Euro für einen Meter Lautsprecherkabel oder einen MP3-Player, von dem Wunder behauptet werden.

Und selbst mit tollen Speakern hat man heutzutage leider keine Garantie mehr, ein gutes Klangerlebnis zu haben, Stichwort Loudness War. Wenn mittlerweile eine Nummer von Taylor Swift eine höhere Gesamtlautstärke und Kompression aufweist als ein Song von Metallica in den 90ern kann man einfach nicht erwarten, einen klanglichen Hochgenuss auf die Ohren zu bekommen. Und damit meine ich jetzt nicht das Musik-Genre sondern die Differenzierung der einzelnen Musikinstrumente innerhalb eines Stücks.

Und wer jetzt jammer, dass auf Grund des Audioswitches das Ergebnis verfälscht ist sollte mal einen Blick auf hifiaktive.at werfen. Und selbst wenn es eine negative Auswirkung auf den Klang haben sollte sind doch beide Player gleichermaßen betroffen. Wasser auf die Mühlen aller Klang-Kritiker.

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