Ein Foto sagt nicht länger die Wahrheit. Es schlägt nur eine Möglichkeit vor. Was die Photokina schon 2000 vorhergesehen hatte wird immer mehr Realität. Gut, mit Photoshop wird schon seit Jahren die Realität verbogen. Da braucht man sich nur mal Arbeitsproben von Bildbearbeitungsagenturen ala Imagerefinery anschauen (werft dort mal einen Blick in work->making-of rein). Alles harte Arbeit, an der sich gestandene Bildbearbeiter tagelang sie Finger wund klicken. Aber genau dieser Umstand fängt immer mehr an aufzuweichen. Die Contentaware-Fill-Funktion von Photoshop mag hier zum Beispiel genannt werden, die aus dem Bildinhalt für ausgewählte Flächen neuen Inhalt selbst berechnet. Nicht immer perfekt, erspart dem armen Gestallter aber doch eine Menge Stempelarbeit.

Dass man das noch mehr auf die Spitze treiben kann zeigt jetzt die Software 3-Sweep, die auf der Messe Siggraph Asia 2013 Ende November vorgestellt werden soll. Mit nur drei Strichen ist die Software in der Lage, Objekte aus einem Bild herauszuextruieren. Einfach dem Tool zeigen, wo die Achsen des Objekts verlaufen, den Rest macht das Tool. Es erfasst anhand der Textur die Abmessungen, berechnet daraus ein 3D-Objekt und errechnet die Textturbereiche, die nicht im Bild enthalten sind. Außerdem berechnet das Programm ähnlich wie Photoshop die fehlenden Informationen für den Hintergrund. Das 3D-Objekt kann dann beliebig gedreht, verschoben und skaliert werden. Man kann auch mehrere Objekte oder Objektteile zu neuen verschmelzen.

So ganz perfekt ist das Ganze natürlich noch nicht. Das letzte Quäntchen Handarbeit wird hier noch notwendig sein. Probleme bekommt das Tool außerdem bei Objekten, deren Durchschnitt sich ändert. Als Beispiel sein hier eine Zahnpastatube genannt, die am einen Ende Rund und am anderen Ende flach ist. Auch perspektivische Verzerrungen und oder weiche Objektkanten bringen den Algorithmus an seine Grenzen.

Trotzdem ist das Ganze schon sehr beeindruckend. Wer sich schon mal selber dran versucht hat, ein Bild auf die Art und Weise zu verändern, die man im Video sehen kann weiß, dass einem da eine Menge Arbeit abgenommen wird. Mal sehen, wann wir das Tool denn irgendwann mal in der Praxis einsetzen können.

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