Auch bei Regen trocken nach Hause kommen - Cyclist Raincoat (Bild: Kickstarter/ © senscommon)
Auch bei Regen trocken nach Hause kommen – Cyclist Raincoat (Bild: Kickstarter/ © senscommon)

Der Cyclist Raincoat motiviert mich, mal ein beliebtest Thema für Radfahrer einer „sonnigen“ Stadt wie Hamburg zu betrachten: der Regenschutz.

Letztendlich hat der wettererprobte Radler ja nur zwei Möglichkeiten, sich vor der Unbill des Wetters zu schützen: Regenjacke mit Hose oder Poncho. Nur haben leider beide Vor- und Nachteile. Die Kombination Regenjacke/Hose ist immer recht aufwendig anzulegen und nimmt viel Platz im Rucksack weg. Regenjacke alleine endet eigentlich immer in einer nassen Hose, da das Wasser von der Jacke auf die Hose runter läuft.

Der Poncho ist klein und schnell übergeworfen. Über den Lenker geworfen schützt er in der Regel auch die Beine, wenn der Regen nicht gerade horizontal fällt. Leider ist der Windwiederstand eines Ponchos vergleichbar mit dem eines Flying P-Liner unter vollem Zeug. Schlecht, wenn der Wind nicht gerade voll von Achtern kommt. Eine Augenweide ist so ein Poncho leider auch nicht.

Trocken mit Stil

Eine dritte Möglichkeit bietet sich jetzt mit dem Cyclist Raincoat. Man könnte ihn als eine Art Hybrid aus Poncho und Regenmantel bezeichnen. Zwar ist er vom Schnitt her ein Mantel, das dünne Material sorgt aber dafür, dass er so klein wie ein Poncho zusammenfaltbar ist.

Damit die Beine beim Radeln nicht nass werden kann man den Mantel mit Druckknöpfen um die Beine schlingen und hat so einen schnell zu schließenden Regenschutz. Leider werden, auch wenn der Mantel an sich recht lang ist, die Beine nur bis knapp über die Waden bedeckt. Wer damit also eine längere Runde durch den Regen macht wird danach keine kalten Wadenwickel mehr benötigen.

Immerhin ist das Styling cool. Erinnert mich ein wenig an den Mantel von Neo aus Matrix. Man sieht also nicht ganz so stark nach Gartenzwerg aus.

Schnell um die Beine geschlungen (Bild: Kickstarter/ © senscommon)
Schnell um die Beine geschlungen (Bild: Kickstarter/ © senscommon)

Braucht man’s?

Der Cyclist Raincoat hat leider ein, zwei Stellen im Konzept, die mir nicht ganz so schmecken. Zum einen würde ich mir mehr Reflektionsflächen wünschen. Er hat zwar leichte Reflektorstreifen um den Ellenbogen, ob das im Dunklen ausreicht bin ich mir jedoch nicht sicher. Zum anderen ist da der doch recht happige Preis. Der Super Early Bird für 130 € ist schon durch. Der „normale“ Early Bird mit 160€ wird aus nicht mehr lange halten. Danach muss man stolze 190 € auf den Tisch legen.

Bitte nicht falsch verstehen. Vermutlich ist bei der Herstellung eine Menge Handarbeit nötig (da sich bei den Stückzahlen höchst Wahrscheinlich eine Chinaproduktion nicht lohnen wird) und wenn wir mal vom positiven Fall ausgehen, werden hochwertige Komponenten sorgfältig verarbeitet.

Bei einem Regenschutz hat man jedoch immer das Problem, dass nach zwei, drei Jahren die Schichten, die das Wasser abweisen, irgendwann mal durchlässig werden. Und dann ist das doch viel Geld. Ist im voraus natürlich nur schwer zu beurteilen. Trotzdem wäre mir das Risiko dafür zu groß. Dann doch lieber wieder den Gartenzwerg spielen. Optik ist ja auch nicht alles.

Tl;dr

Der Cyclist Raincoat ist ein klein zusammenfaltbarer Regenmantel für Radfahren, dessen Enden man um die Beine knöpfen kann. Leider kein Schnäppchen.

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