Mein Freund, der Projektor - Immersis (Bild: kickstarter/©Catopsys)
Mein Freund, der Projektor – Immersis (Bild: kickstarter/©Catopsys)

Virtual Reality ist ne feine Sache. Nur wird sicherlich nicht jeder Gefallen daran finden, sich ein halbes Kilo Plastik und Technik auf den Kopf zu setzen. Zum einen ist das natürlich nicht so bequem. Tastaturen und dergleichen sind z.B. mit einer Oculus Rift auch nicht so einfach zu bedienen. Oder versucht mal die Chipstüte mit einer angeschnallten Brille zu finden. Und zu guter Letzt ist das Spiel mit einer VR-Brille auf auch ein eher singuläres Vergnügen. Mit den Freunden auf dem Sofa findet dann vielleicht doch noch etwas mehr soziale Interkation statt.

Wer darauf nicht verzichten möchte mag sich vielleicht mal den Immersis-Projektor anschauen, den man seit kurzem bei Kickstarter unterstützen kann. Man mag sich fragen, was an einem Projektor denn so innovativ sein soll. Die Antwort ist quasi zweigeteilt. Der Projektor soll einen Abstrahlwinkel von 180 Grad haben. Damit würde dann auch der periphere Sehbereich soweit ausgefüllt werden, wie es zum Beispiel eine Oculus Rift mit ihren 110 Grad nicht hinbekommen würde. Und wenn ich den Kopf drehe? Da dreht die Rift ja mit. Dafür bräuchte man dann zwei Immersis. Die Möglichkeit einer 360 Grad Projektion ist nämlich auch angedacht.

Soweit, so gut. Aber wer wohnt schon in einem ausgedienten Planetarium? Die meisten Räume dürften ja eher eckig sein. Es soll sogar Menschen geben, die auch noch Möbel besitzen. Hier kommt das zweite große Feature von Immersis zum Einsatz. Man kann dem Projektor ein 3D-Modell des Raumes zur Verfügung stellen und anhand dessen wird die Projektion so verzerrt, dass eine optimale Darstellung erreicht werden soll. Das geschieht entweder über ein Tool von Catopsys oder über ein beliebiges 3D-Tool über die gängigen 3D-Formate. Eine automatische Vermessung des Raumes ist als Strechtgoal angedacht.

Wenn mir uns die Demo-Videos so anschauen scheint das auch schon sehr gut zu klappen. Ok, eine Zimmerpflanze würde ich trotzdem noch aus dem Sichtfeld räumen. Ab zumindest kann man sehen, dass Catopsys eine Vorstellung davon haben, was sie da basteln. Könnte auch daran liegen, dass sie wohl schon so einiges an Erfahrung in Bezug auf Cyber-Caves gesammelt haben.

Kommen wir jetzt zu dem beliebtesten Teil eines Crowdfunding-Artikels: Die Bedenken

Auch hier gibt es noch ein paar Fragezeichen. Die Lichtstärke von 3000 Lumen ist für die Beleuchtung eines ganzen Raumes jetzt nicht so üppig dimensioniert. Man wird also vermutlich verdunkeln müssen. Gleiches dürfte für die aktuelle Auflösung (Full HD) gelten. Auf einem Monitor mag das ja ok sein, auf viele Quadratmeter gestreckt wird es wohl eher ein Pixelfest. Die angedachten 4K sind wie gesagt nur angedacht. Man formuliert dort etwas schwammig. Ist wohl als Strechtgoal geplant und aktuell noch nicht final durchkalkuliert.

Immerhin soll es möglich sein, einen Bereich quasi auszublenden und an der Stelle dann sein TV hinzustellen. So hätte man dann in der Mitte durch den Fernseher einen hellen und gut aufgelösten Bereich und das drum herum ist dann quasi ein Philips Ambilight Extrem.

Ein bisschen frage ich mich auch, wie groß der Projektor werden wird. So auf den ersten Blick sieht er ja relativ klein aus. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn das finale Produkt recht beeindruckende Maße bekommt. 3000 Lumen wollen belüftet werden und eine 180 Grad-Optik braucht auch etwas Platz.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt kann für aktuell 1150 $ plus Nebenkosten sein virtuelles Glück versuchen. Ausgeliefert werden soll im Oktober 2015. Sportlich, sportlich.

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