Der richtige Takt am Handgelenk - Soundbrenner Pulse(© 2015 Soundbrenner Ltd.)
Der richtige Takt am Handgelenk – Soundbrenner Pulse(© 2015 Soundbrenner Ltd.)

Meine aktive Bandzeit ist zwar schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich natürlich immer noch an die einen oder anderen Problemchen, die eine Band bei Liveauftritten (und zuweilen auch im Proberaum) so haben kann. Ein großes davon ist oft der Umstand, dass man sich bei kleinen Gigs nur suboptimal hören kann, da die meisten Mischer in kleinen Locations zwar meinen, super toll zu sein, mit den ganzen Reglern dann doch aber sehr schnell überfordert sind. Sound mischen und gleichzeitig Bier verkaufen geht dann doch nicht.

Als Freund gerade etwas komplexerer Musik sind wir damals irgendwann dazu übergegangen, einen kompletten Klick-Track zu programmieren und dann allen über In-Ear-Monitoring in den Gehörgang zu schicken. War bei manchen Nummern gar nicht anders möglich. Der Aufwand, sowohl in der Programmierung als auch in der Anschaffung des entsprechenden Equipments ist natürlich nicht für jede Combo zu stemmen. Musiker sind in der Regel ja eher klamm. Schade eigentlich, denn viele kleine Bands, die ich schon gehört habe, bestachen zwar durch interessantes Songwriting, haben das dann jedoch durch untightes Zusammenspiel wieder komplett in die Tonne gekloppt.

Eine sehr clevere Idee, dieses Problem ansatzweise günstig zu lösen und dabei noch die Ohren frei zu halten, gibt es jetzt mit dem Soundbrenner Pulse bei indiegogo. In-Ear ist ja auch nicht jedermann Sache.

Der Soundbrenner ist unter dem Strich ein Vibrationsklick am Handgelenk. Einfache Idee. Da fragt man sich, warum es dafür noch keine Smartwatch-App gibt, die das auch kann. Oder gibt es die schon? Egal, wir irgendwann kommen. Jedoch können wir wohl davon ausgehen, dass das Virbrations-Modul des Soundbrenners vermutlich erheblich stärker sein wird als in den üblichen Smartwatches und Smartphones. Außerdem zeichnet sich der Soundbrenner durch eine einfache Bedienung aus. Die „Uhr“ besteht hauptsächlich aus einem großen Button/Pad, mit dem man den gewünschten Beat eintappen kann. Steht der Beat kann das Tempo mittels drehen reguliert werden.

Der große Clou ist die Möglichkeit, bis zu 10 Musiker, die auch mit einem Soundbrenner ausgestattet sind, mit dem gleichen Beat zu versorgen. Und genau hier wird es spannend.

Zur Verteilung des Signals wird einfach ein Smartphone als Hub genutzt. Endlich ist sichergestellt, dass alle Musiker auch zusammen spielen und nicht jeder für sich selbst. Wobei es natürlich genug Kandidaten gibt, die es wohl auch mit Klick nicht auf die Reihe bekommen werden, im Takt zu bleiben. Aber das ist dann eher persönliches Schicksal.

Der Akku des Soundbrenners soll 4 bis 5 Stunden halten. Ausreichend genug auch für längere Probesessions und Gigs. In einer Stunde ist das Teil wieder geladen. Gehen wir mal davon aus, dass man ab und zu auch mal eine kleine Pause einlegt, in dem man das Teil an die Ladestation hängen kann, sollte die Akkulaufzeit also kein Thema sein.

Die Hub-App soll zusätzlich noch ein paar nette Features zum Trainieren und üben bereitstellen. Worüber ich so auf Anhieb keine Informationen zu gefunden habe ist, in wie weit sich via App auch komplexere Songstrukturen, z.B. mit unterschiedlichen Taktungen oder verschiedenen Tempi, realisieren lassen. Wäre gerade für die ProgRock-Fraktion sehr wichtig. Werde ich noch mal nachfragen.

Update: Kaum gefragt und schon ist die Antwort von Florian Simmendinger, dem CEO von Soundbrenner da: “Ja natürlich bietet unsere App alles was man von einem professionellen Metronom gewohnt ist. D.h. du kannst unterschiedliche Taktungen einstellen, Tempowechsel vorprogrammieren, Setlists erstellen und dir sogar komplett eigene Rhythmen zusammenstellen.” Das klingt doch sehr vielversprechend.

Mit 99$ liegt der Soundbrenner in einem vernünftig zu finanzierenden Rahmen. Allemal besser investiertes Geld als das 10 Paar leuchtende Drumsticks oder nem Tigerfell-Imitat-Gitarrengurt (wenn ich nur wüsste, wo meiner abgeblieben ist).

Da die Initiatoren aus Berlin kommen kann sich der deutsche Unterstützer glaube ich auf eine einfache Kommunikation im Problemfall freuen. Die schnelle Antwort auf meine Frage macht da schon mal einen sehr gute Eindruck.

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