Smartwatch mit weiblicher Zielgruppe - Omate Lutetia (Bild: © Omate)
Smartwatch mit weiblicher Zielgruppe – Omate Lutetia (Bild: © Omate)

Die Zeiten der Smartwatch 2.0, wie Omate sie letztes Jahr ausgerufen hat, sind wohl endgültig vorbei. Die zweite Vorstellung von Omate nach der Truesmart ist genau wie die Omate X wieder eine reine Companion-Watch. Nix eigene Sim Card. Nix Android.

Die Omate Lutetia unterscheidet sich jedoch erheblich von der Omate X. Zumindest äußerlich. Die Lutetia hat als Zielguppe nicht den üblichen, risikobereiten Early-Adaptor-Nerd sondern Frauen. So ist das Design eindeutig feminin gestaltet. Neben dem etwas barock anmutenden Armband sticht hier primär das runde Display in die Augen. Ja, ein rundes Display, genau wie bei der Moto 360.

Wobei so ganz wie bei der 360 ist das Display dann doch nicht. Es ist ein ganzes Stück kleiner. Clever Zug, da am Handgelenk der durchschnittlichen Frau eine Moto 360 sich eher wie ein Gullideckel ausnimmt. Die Lutetia setzt auf ein transflexibles LCD-Display. Das lässt auf eine ansatzweise brauchbare Akkulaufzeit hoffen, da hier zuweilen auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichtet werden kann. So wirbt Omate dann auch damit, dass das Display allways-on genutzt werden kann.

Ob allways-on die angepeilten 5 Tage Laufzeit erreicht werden können wage ich jedoch zu bezweifeln. Aber immerhin: Selbst wenn sie damit einen Tag durchhalten sollte wäre das schon mal ein guter Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit. Die treuen Leser dieses Blog dürften ja schon mitbekommen haben, dass ich absolut kein Fan von Aktivierung des Displays via Knopf oder Gesten bin.

Laut Engadget wird in der Lutetia das gleiche Display wie in der kürzlich vorgestellten Alcatel Wave verbaut. Die Y-Chromosom-Träger, die also das Display interessant finden, denen das Design aber nicht so ganz passt, können sich die Wave also etwas genauer anschauen.

Als Betriebssystem kommt die Lutetia genau wie die X mit dem Nucleus RTOS daher. Das ist vermutlich gut für Akkulaufzeit und Systemunterstützung. Ob die optische Anmutung einem zusagt dürfte jedoch stark von den persönlichen Geschmäckern abhängen. Mir persönlich sieht das nicht stylisch genug aus. Kann mit dem Userinterface von Android Wear oder der Apple-Watch nicht ansatzweise mithalten.

So auf dem Blatt Papier mach die Omate Lutetia einen ganz netten Eindruck. Ich habe jedoch an zwei Stellen ein bisschen meine Zweifel, ob man da zuschlagen sollte, obwohl der Preis von 169 $ durchaus attraktiv ist.

Zum einen würde ich mal die These in den Raum stellen, dass die meisten Frauen intelligenter als ihre männlichen Mitmenschen sind und nicht bereit sein werden, sich dem technischen Diktat einer Smartwatch zu unterwerfen. Ständig Akku laden, Smartphone dabei haben, sich mit den Apps und dergleichen beschäftigen… Weiß nicht.

Außerdem sehen Frauen einen Zeitmesser glaube ich eher als modisches Accessoire. Da wird nicht jeden Tag die gleiche Zwiebel getragen. Wenn überhaupt eine angelegt wird muss sie auch ansatzweise zum Outfit passen. Das würde für die Lutetia bedeuten, dass sie vermutlich mehrere Tage in der Woche eher zuhause in der Schublade ihr Dasein fristen dürfte. Und wenn sie doch mal die Ehre bekommt, zu den Klamotten zu passen, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass der Akku dann leer ist. Und schwups… wieder ab in die Schublade.

Ein weiteres Problem, dass ich mit der Lutetia habe ist der Umstand, dass sich Omate bis jetzt nicht durch herausragenden Kundenservice ausgezeichnet hat. Wenn man sich mal die Post bei XDA-Developer oder in den Kommentaren bei Kickstarter anschaut liegt die Vermutung nahe, dass man bei einem Defekt der Uhr mit der Anmeldung von Garantie-Ansprüchen sehr viel Glück braucht. Ist unter dem Strich ja dann doch nur China-Ware.

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