Die drei Ausprägungen der Apple Watch: sportlich, normal und edel (Bild: © Apple)
Die drei Ausprägungen der Apple Watch: sportlich, normal und edel (Bild: © Apple)

Wenn Apple einen raushaut, dann aber richtig. Der Jubel und Applaus, als Tim Cook den Steve Jobs Gedenk-Satz „One more thing“ zum Besten gegeben hat war ja gestern eindeutig. Und ich glaube, dass Apple mit der Apple Watch mal wieder gezeigt hat, dass die dann doch das Thema Design und Usability ein bisschen besser verstanden haben als die Konkurrenz.

Die aktuellen Andoid Wear-Uhren sehen da doch recht alt aus. Gut, ein rundes Display bietet die Apple Watch nicht. Allerdings hat es Apple geschafft, der Apple Watch ein sehr formschönes Gehäuse zu geben, dass trotz seine Abmessungen nicht zu sehr wie ein Fremdkörper am Handgelenk. Ganz zu schweigen davon, dass man mit einem cleveren Mechanismus schnell die Armbänder tauschen kann und es die Uhr in zwei Größen geben wird.

Das Apple einen Schritt weiter gedacht hat zeigt erst recht die Krone, die kurzerhand vom antiken Aufziehmechanismus zu einem modernen und kontextsensitiven Navigationsinstrument umfunktioniert wurde.

Soviel Eier hatte bis jetzt noch kein am Markt erhältliches oder zumindest glaubwürdig angekündigtes Smartwatch-Produkt. Irgendwie haben sich die anderen Hersteller ja doch sehr auf den Touchscreen versteift. Bei der geringen Größe natürlich eindeutig problematisch. Ein paar Uhren haben dann noch den einen oder anderen Knopf, der dann aber letztendlich auch nicht zur Bedienungsinnovation geführt hat.

Und wo wir gerade beim durchbrechen von alten Denkmodellen sind. Der Homescreen der Apple Watch hat mich echt überrascht. Wer würde schon auf die Idee kommen, dass man Apps quasi einfach auf den Screen schmeißen kann, ohne die nach einem geometrischen Raster anzuordnen. Auf dem ersten Blick würde ich sagen… viel zu unübersichtlich. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das sehr gut funktionieren kann. Insofern war die Präsentation gestern sehr überzeugen. Die alten Füchse von Apple wissen halt, wie etwas zu präsentieren ist.

Über technische Daten braucht man glaube ich noch nicht zu sprechen. Da ist noch so einiges eher vage. Die Uhr kommt ja erst Anfang nächsten Jahres auf den Markt.

Die Gehäusegestaltung an sich erinnert mich ganz rudimentär ein bisschen an die Omate Truesmart, nur dass diese vom Gesamteindruck eher Bezirksliga ist, die Apple Watch jedoch eindeutig Champion League.

Der gute Laurant Le Pen von Omate kann einem da richtig Leid tun (wird es aber vermutlich nicht vielen). Zieht er doch gerade mit seine Omate X, einer abgespeckten Truesmart-Variante durch die Lande und versucht allen zu erzählen, wie toll das Teil sein soll.. mit einem User Interface, dass mich eher an das Siemens SL65 der meinen erinnert.

(Bild: © Apple)
(Bild: © Apple)

Aber zurück zur Apple Watch. So angefixt ich von dem Teil bin gibt es trotzdem auch hier ein paar Punkte, die zum Nachdenken anregen sollten. Das größte Fragezeichen dürfte die Akkulaufzeit sein. Wenn ich es richtig gesehen habe schaltet sie die Uhr mit einer Geste an. Allways-on ist also vermutlich nicht geplant. Ich bin mal gespannt, wie lange die Uhr denn tatsächlich durchhalten wird. Immerhin ist das Aufladen Apple-typisch simpel gelöst. Da muss man nicht mit irgendwelchen Klapp-, Hebel- oder Stecker-Mechanismen rumfummeln.

Der zweite Nachteil (zumindest für mich) ist der Umstand, dass man natürlich ein iPhone braucht um die Apple Watch richtig nutzen zu können. Was die Watch ohne iPhone in Reichweite noch für Funktionen hat muss sich auch erst noch mal zeigen. Wenn ich also eine Apple Watch haben möchte müsste ich das Telefonsystem wechseln. Das wird mir dann leider doch zu teuer.

Wo wir gerade beim Geld sind. Die 349 $, die Apple für die Uhr aufruft sind im Vergleich zur Konkurrenz zwar mehr, aber ich glaube, dass der Preis durchaus gerechtfertigt ist. Wenn man mal in die Schaukästen der Uhrenläden in der Stadt schaut ist das übrigens ein Preis, der eher im unteren Mittelfeld angesiedelt ist. Warum sollte ein hochwertig gefertigtes Stück Technik viel billiger sein als ein ebenso hochwertig gefertigtes Stück Technik, dass nur die Uhrzeit anzeigen kann. Schaut mal auf die Preisschilder von Citizen, Seiko, Junghans und wie sie sonst noch so heißen.

Blöd nur, wenn man dann noch 600 bis 800 Euro für das notwendige Telefon hinblättern muss. Bleibt nur zu hoffen, dass das Android-Lager irgendwann gleichziehen kann. Aber vielleicht sind bis dahin dann ja auch die Akkus leistungsfähiger.

 

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