Smartwatch in schön - die Motorola Moto 360 mit Android Gear (Bild: © Motorola Mobility LLC)
Smartwatch in schön – die Motorola Moto 360 mit Android Gear (Bild: © Motorola Mobility LLC)

Na, da hat Google wieder einen rausgehauen. Es wurde ja schon länger gemunkelt, dass Google neben der Glass auch so langsam mal die anderen Wearables in Augenschein nehmen will. Dies ist jetzt mit Android Wear passiert. Und da eine reine Oberfläche ohne Hardware nicht viel her gibt kommt die Ankündigung gleich mit zwei Smartwatches daher.

Wobei wirklich interessant, chic und innovativ davon eigentlich nur die Moto 360 von Motorola ist. Die hat im Gegensatz zu sämtlichen anderen existierenden und geplanten Vertretern des Genres kein viereckiges sondern ein rundes Display, wie bei einer klassischen Uhr. Damit dürfte zumindest das Style-Problem von Smartwatches als gelöst angesehen werden, denn Motorola hat hier ein wirklich schönes Stück Technik angekündigt. Die LG-Uhr, soweit im Halbdunkel zu erkennen scheint eher einer der schon leicht abgelutschten Quadrat-Vertreter zu sein.

Aber wie es mit Ankündigungen so ist gibt es aus meiner Sicht momentan mehr Fragen als Antworten. Hier mal eine kleine Auswahl:

  • Wie lange hält der Akku?
    Viel passt in das schlanke Gehäuse der Moto360 nicht rein.
  • Ist das Display allways-on oder mit welcher Methode wird es eingeschaltet?
    Ich möchte nicht zum Ablesen der Zeit einen Knopf drücken, über das Display wischen oder „ok watch, what ist he time?“ sagen müssen. Die Zeitanzeige ohne die zweite Hand zur Hilfe nehmen zu müssen ist für mich persönlich mit das wichtigste Merkmal, mit der eine Uhr ausgestattet sein muss.
  • Ist das System mit normalen Android-Apps kompatibel?
    Gerade für Sportapps wäre das von Bedeutung. Bis jeder Anbieter extra Apps für Android Wear auf den Markt schmeißt könnte es noch dauern und dann fragt sich, ob diese dann den gleichen Umfang hätten wie die normale Android App.
  • Wie verhält sich die Uhr ohne gekoppeltes Smartphone?
    Das Video sieht ja sehr schön aus, aber es werden nur Situationen gezeigt, bei denen die Uhr auf irgendeine Art und Weise mit dem Internet kommuniziert. Wenn die Verbindung zu einem Smartphone die Grundvoraussetzung für die Nutzung der Uhr ist glaube ich nicht, dass das wirklich praktikabel ist. Das alte Problem der Companion-Watches…

Das User Interface (UI) ist sehr schön gelungen. Auch die Idee, dass die Uhr anhand aller Umgebungsinformationen, die sie sammeln kann einem dann gerade die passenden Informationen anzeigt ist eine interessante Sache.

Im Cafe mit seiner Uhr sprechen? Ich weiß nicht...(Bild: © Motorola Mobility LLC)
Im Cafe mit seiner Uhr sprechen? Ich weiß nicht…(Bild: © Motorola Mobility LLC)

Da kann man dann aber auch nur hoffen, dass diese „intelligenten“ Funktionen auch wirklich intelligent sind. Es ist ja schön, dass wenn ich an einem Kino vorbei gehe das Programm angezeigt bekomme. Nur wenn ich mit Kino absolut nichts am Hut habe sollte die Uhr das irgendwann auch merken. Da könnte es sich dann endlich mal auszahlen, dass Google so ziemlich alles über einen weiß. Setzt natürlich voraus, dass die Daten auch entsprechend verknüpft werden.

Das könnte dann aber auch ein Nachteil sein. Wer Abends heimlich Pornos geschmackvolle Erotik googelt sollte sich  dann nicht wundern, wenn er zufällig gerade an einem Beate Uhse-Shop vorbei schlendert und dann aktuelle Tagesangebote des Ladens auf die Uhr bekommt. Hoffen wir also, dass genau dann nicht die Schwiegereltern nach der Uhrzeit fragen.

Mich würde auch interessieren, in wie weit das System auf bereits bestehende Smartwatches gespielt werden kann. Warte ja immer noch auf meine Omate. Wobei man da sich vermutlich so einiges an Flexibilität nehmen dür

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