Rundumblick mit der 360cam von GIROPTIC (Bild: kickstarter/ ©GIROPTIC)
Rundumblick mit der 360cam von GIROPTIC (Bild: kickstarter/ ©GIROPTIC)

Die Kampagne der 360cam ist zwar schon etwas länger am Start aber da ich ja schon ein paar andere 360° Kameras betrachtet hatte darf sie auch nicht fehlen, zumal sie einen ganz brauchbaren Eindruck macht. Warum das Interesse an 360° Kameras? Das liegt an meinem VF-Hometrainer-Projekt. Es ist immer noch mein Traum, im Winter auf dem Hometrainer schöne Strecken zu fahren und die Aussicht genießen zu können. Liegt zwar schon seit etwas längerem auf Eis, aber trotzdem kann man das ja im Auge behalten.

Die 360cam arbeitet mit drei Fischaugen-Linsen, die jeweils 185° Sichtfeld abdecken. Hierbei wird horizontal 360° abgedeckt. Vertikal, also nach oben und unten, deckt die Kamera 300° ab. Die unteren 60° fehlen. Das sollte vermutlich aber kein Drama sein, da dort meist eh nur die haltende Hand des Kameramanns und seine Füße zu sehen sein dürften.

Die Abmessungen sind mit etwa 6,9 x 6,9cm und 180g Gewicht recht klein. Erstaunlich wenn man sich anschaut, was dort alles verbaut wird. Neben GPS sind auch noch Bewegungssensoren zur Unterstützung der Bildstabilisierung, Mikrofone, ein Micro-SD-Card-Slot, WiFi, ein Stativgewinde und der Akku verbaut. Dieser soll für etwa 1 Stunde Aufnahme halten.

Die Videos werden im Format 2048x1024px bei bis zu 30 fps aufgenommen. Bei dem komischen Format sollte man allerdings sich daran erinnern, dass die Pixel nicht alle gleichzeitig angezeigt werden. Insofern sollte man keine Full-HD-Filme erwarten.

Fotos können mit 4096×2048 Pixeln aufgenommen werden. Die Kamera schafft dann bis zu drei Aufnahmen in der Sekunde.

So ergeben sich dann drei verschiedene Aufnahme-Modi. Im ersten Modus streamt die Kamera das Bild in Echtzeit über Wifi. Der zweite Modus, bei dem die Videos auf eine eingelegte Micro-SD-Card gespeichert werden dürfte aber interessanter sein. Als dritten Modus gibt es dann den Foto-Modus, der sowohl Zeitraffer, Timer, Serienbild und HDR-Aufnahmen ermöglichen soll.

Neben ein paar Bedienelementen an der Kamera ist die Steuerung via Smartphon-App möglich. Folgende Funktionen können eingestellt werden:

  • GPS: Turn On / Off
  • Gyroscope: Turn On / Off
  • Photo mode settings: HDR / Timer / Timelapse
  • Video mode settings: 25/30 fps

Außerdem kann die App auch als Sucher für die Kamera genutzt werden. Die Kamera selber verfügt selber nämlich nur über eine Dot-Matrix als Anzeige.

Ein Hauptproblem bei 360° Videos ist die Wiedergabe der Filme. Normalen Playern fehlt da in der Regel die Möglichkeit, sich in den Videos zu bewegen. Meist kommen also eher proprietärer Abspieler zum Einsatz. Bin mir jetzt nicht mal sicher, ob es überhaupt schon einen Standard für 360° Videos gibt. Genau so sieht es auch bei der 360cam aus. Zur Wiedergabe der Videos sollen Apps für IOS und Android sowie Player für Mac und PC zur Verfügung gestellt werden.

Die Kamera im Detail (Bild: kickstarter/ ©GIROPTIC)
Die Kamera im Detail (Bild: kickstarter/ ©GIROPTIC)

Besonders Spannend in diesem Zusammenhand dürfte der angekündigte Player für die Oculus Rift sein. Mit dem großen Field of View und dem Head-Tracking ist die Rift ja geradezu prädestiniert dafür, 360° Videos abzuspielen. Es wundert mich, dass bei den anderen Kameras das nicht so in den Mittelpunkt gestellt wurde. Fehlt nur noch eine Schnittstelle für den Rift-Player, damit man den auch von der Software für das Ergometer ansprechen kann. Das wäre cool.

Als Zubehör gibt es neben einem Ethernet-Anschluss und einem Halter, mit dem sich die Kamera in einen Lampensockel schrauben lässt auch noch eine Schwimmbrille für die Optiken. Zwar soll die Kamera IPX8 zertifiziert sein, aber durch die optischen Eigenschaften des Wassers könnte das Bild leiden. Bin mal gespannt, ob GIROPTIC, die die 360cam an den Start bringen wollen, das mit der Wasserdichtigkeit hin bekommen. Wären nicht die ersten, die daran scheitern.

Der Spaß beginnt momentan bei 349$. Obwohl es sich bei GIROPTIC um eine französische Firma handelt muss man aber als EU-Bürger noch mal 70$ für Steuern drauf legen.

Die 360cam macht einen schon sehr weit fortgeschrittenen Eindruck. Der Liefertermin ist mit November 2014 wie üblich aber mal wieder recht knapp bemessen.

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