360 Grad Videos mit der Bublcam (Bilder: © bubl )
360 Grad Videos mit der Bublcam
(Bilder: © bubl )

Die Streeview-Autos von Google sind ja auch für den Laien leicht zu erkennen. Langer Mast mit nem Ball oben drauf, der vollgestopft mit Kameras ist. Nur so sind die 360 Grad Bilder für Google Streetview hin zu bekommen. Für unzugängliche Orte hat Google ja mittlerweile Rucksack-gestützte Systeme gebaut. Wer so was auch haben will kann sich jetzt das Kickstarterprojekt Bublcam mal genauer anschauen.

Die Jungs und Mädels von Bubl Technology haben einen kleinen Ball gebaut, in dem vier Kameras mit so weitwinkliger Optik (190 Grad) sitzen, dass sie 360 Grad, rund herum, alles aufnehmen können. Und das  kann die Bublcam nicht nur als Foto sondern komplett als Video. Das ist mehr, als z.B. die Geonaut, die ich im Artikel „Willkommen in der Matrix“ erwähnt habe, kann. Bei der ist nämlich oben und unten Schluss. Außerdem scheint es bei der Geonaut auch nicht wirklich flott voran zu gehen. In den letzten Monaten hat sich dort auf der Website nichts mehr getan. Ein Grund mehr, sich die Bublcam mal genauer anzuschauen.

Die Kamera macht Bilder und Videos mit vier Kameras. Diese sehr fischaugigen Bilder werden dann im Nachhinein per App entweder zu Panoramabildern oder 360 Grad Spheren zusammengesetzt. Die erzeugten Fotos haben eine Auflösung von 14 Megapixel (3840 X 3840 px). Die vier Videos, die gleichzeitig aufgenommen werden, erreichen maximal 1080p, wenn auch nur in 15 Bildern pro Sekunde. Bei 720p sind 30 Bilder möglich.

Via Wi-Fi kann die  Kamera ihre Aufnahmen direkt auf einen PC streamen. Ist kein Wlan in der Nähe können die Daten aber auch auf einer SD-Karte abgelegt werden.

Die Kamera selber soll keine 300 Gramm wiegen. Mit einem Stativgewinde auf der Unterseite lässt sich eine Befestigung realisieren. In der Hand sollte man die Kamera ja wohl nicht halt, es sein den, man mag Großaufnahmen seiner Hände. Vielleicht etwas für selbstverliebte Handmodels.  Es gehört sicherlich noch etwas Kreativität dazu, sich eine gute Aufhängung der Kamera für die gewünschten Einsatzzwecke auszudenken.  Wenn wir mal mein Lieblingsgedankenspiel des 360 Grad Roadmovies für Hometrainern mit 3D-Brille als Beispiel nehmen, müsste die Kamera so montiert werden, dass nach Möglichkeit der Radler selber nicht zu sehr im Bild ist, die Aufnahmeposition nicht zu hoch und die Bewegungen des Rades möglichst gering sind. Ein Stativ hinter dem Rücken des Radlers könnte ich mir denken. Leichter sollte das Stativ allerdings am Rahmen direkt von dem Radler anzubringen sein. Könnte jedoch für den Radler dann etwas unbequem werden.

Da 360 Grad Videos noch kein Mainstream sind steht und fällt die Praxistauglichkeit der Kamera mit der Software, die a) die Videos abspielt und b) der Nachbearbeitung der Videos dient. Das Flash mittlerweile doch stark auf dem Rückzug ist hoffe ich, dass Bubl Technology sind da etwas anderes ausdenkt. Der direkte Aufruf an Entwickler, sich mit dem selbstentwickelten SDK zu beschäftigen lässt vermuten, dass Bubl sich nicht nur auf seinen eigenen Player verlassen will. Die abgebildete Oculus Rift deutet die gewünschte Marschrichtung an. Muss ja nicht immer nur 3D sein. Das Head-Tracking der Rift sollte hier auch bei 2D sehr gut einzusetzen sein. Und wer weiß, vielleicht denkt ja auch jemand an die technikverliebten Heimsportler.

Technisch voll funktionsfähige Prototypen soll es schon geben. Betaversionen für IOS und Browserplayer existieren wohl auch. Klingt nach einem guten Start in die Kickstarterkampagne. Wenn man sich die Pledges so anschaut ist die Bublcam auf jeden Fall jetzt schon ein Erfolg.  Die Grundfinanzierung war schon nach einem tag durch und Kicktraq prognostiziert aktuell, dass Bubl bei 1700% der Basisfinanzierung rauskommen wird.

Wer gerade etwa 320 Euro Spielgeld übrige hat kann sich das Teil mal genauer anschauen.

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